'Disco-Sterben' durch Gema-Reform?
25.06.12
Musikclub-Besitzer wehren sich heftig gegen neue GEMA-Tarife.Foto: MEV
Musikgebühren für Veranstaltungen sollen gerechter werden
Der Streit über die Gebühren zur Musiknutzung bei Veranstaltungen ist alt. Mit den neuen Tarifen der GEMA geht er in eine neue Runde. Die Musikrechte-Verwertungsgesellschaft plant ab 2013 demnach einheitliche Gebühren. Statt elf soll es nur noch zwei Tarife geben: einen Mindestsatz für Veranstaltungen mit zwei Euro Eintritt oder weniger und eine Gebühr von einheitlich zehn Prozent der Eintrittsgelder für alle anderen.
Das sei ein angemessener Satz für die Urheber, sagte GEMA-Bezirksdirektor Lorenz Schmid bei einer Pressekonferenz. Eine Million kleine und mittlere Einzelveranstaltungen zahlten dann 60 Prozent weniger. Die 500.000 regelmäßigen großen Veranstaltungen mit mehr Fläche und höheren Eintrittspreisen würden hingegen verstärkt zur Kasse gebeten. Eine große Ball-Gala zahlt also deutlich mehr als früher. Die Diskotheken und Musikclubs hätten bislang viel zu wenig gezahlt, so Schmid.
Das sei ein angemessener Satz für die Urheber, sagte GEMA-Bezirksdirektor Lorenz Schmid bei einer Pressekonferenz. Eine Million kleine und mittlere Einzelveranstaltungen zahlten dann 60 Prozent weniger. Die 500.000 regelmäßigen großen Veranstaltungen mit mehr Fläche und höheren Eintrittspreisen würden hingegen verstärkt zur Kasse gebeten. Eine große Ball-Gala zahlt also deutlich mehr als früher. Die Diskotheken und Musikclubs hätten bislang viel zu wenig gezahlt, so Schmid.
Geld für die Dieter Bohlens dieser Welt?
Musikclub und Diskothekenbesitzer schlagen Alarm und sprechen von Mehrkosten von 600 bis 1200 Prozent. "Es ist eine Milchmädchenrechnung, die die GEMA da aufmacht", sagte Lutz Leichsenring von der 'Clubcommission', dem Dachverband der Clubszene. Die Folgen der Reform wären massiv erhöhte Eintrittsgelder, eine Kommerzialisierung, weniger Gäste und Einbußen für den Tourismus. "Wir fürchten, dass das Geld bei den Dieter Bohlens dieser Welt und nicht bei den kleinen Akteuren ankommt", so Leichsenring.Die Berliner Clubszene hat eine Demonstration im Stadtteil Prenzlauer Berg angekündigt, um gegen die Pläne der Gema zu protestieren. Sie sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Die Gema hingegen spricht von einer fairen Reform. Sie vertritt 64.000 Komponisten, Textautoren und Musikverleger sowie zwei Millionen Rechteinhabern weltweit. Laut GEMA läuft derzeit ein Schiedsstellenverfahren zur Prüfung der Tarife beim Deutschen Patent- und Markenamt.
















