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Die Derby-Vorschau mit der schwarz-gelben Fußball-Brille

19.10.12
News-Redakteur und BVB-Fan Uli Vonstein glaubt natürlich an einen schwarz-gelben Derbysieg.

Schwarz-Gelb gegen Blau-Weiß, Lüdenscheid-Nord gegen Herne-West, oder auch einfach nur: Revierderby! Der 141. Vergleich zwischen den beiden Dauerrivalen Dortmund und Schalke steht vor der Tür und elektrisiert nicht nur den Ruhrpott, sondern ganz Fußball-Deutschland – so auch News-Redakteur und BVB-Fan Uli Vonstein sowie sport.de-Redakteur Daniel Grochow, der Schalke die Daumen drückt. Die beiden Kollegen blicken mit ihrer Vereins-Brille auf das Duell und verraten mit einem Augenzwinkern, warum ihre Mannschaft am Samstag gewinnen wird.

Vor Spielen meines Vereins gehöre ich normalerweise nicht zu den allergrößten Optimisten im eigenen Lager, wenn das Ruhrpottderby vor der Tür steht, verstärkt sich die latente Skepsis eher noch. Aber ist es überhaupt denkbar, dass Borussia Dortmund am Samstag gegen den Nachbarn aus Gelsenkirchen verliert? Aus 09 guten Gründen glaube ich, dass dies nicht passieren wird.

Das Schicksal in Gestalt des Spielplans hat es gut gemeint mit dem BVB und seinen Anhängern – innerhalb von fünf Tagen zwei Heimspiele, eines gegen alten Revierrivalen in der Bundesliga und eines gegen Real Madrid in der Königsklasse. In den 103 Jahren seit Gründung des Vereins hat es wohl noch nie zwei derartige Kracher in so kurzer Zeit gegeben, das muss ein Zeichen und somit erster Grund für einen Erfolg sein.

Der zweite ist ganz sicher die Tatsache, dass Borussia Dortmund zu Hause antritt. Im eigenen Stadion ist der BVB eine Macht, zudem hat er sich in dieser Saison daheim von Spiel zu Spiel gesteigert. Erst Werder Bremen mit etwas Mühe geschlagen, dann Leverkusen im Rahmen einer besseren Trainingseinheit und anschließend den VfL Mönchengladbach im Stile eines Meisters vom Platz gefegt.

Der nächste Grund mag profan klingen, ist aber nicht von der Hand zu weisen: Bei allem Respekt vor dem Gegner – die Blauen haben zuletzt eine wirklich positive und beachtliche Entwicklung genommen – hat Borussia Dortmund einfach eine bessere Mannschaft als Schalke 04. Sicher haben auch die Knappen starke Leute in ihren Reihen und kicken an manchen Tagen richtig gut, aber als Team ist der BVB schlichtweg stärker.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die 'Dortmunder Jungs' in der Truppe. Kevin Großkreutz und Marco Reus sind in der Bierstadt geboren, auch Mario Götze hat schon als Jugendlicher in Schwarz-Gelb gekickt, auch wenn er am Samstag nicht dabei sein wird. Die wissen, was Derby heißt und was ein Sieg in diesem Spiel besonders für die Fans bedeutet. Auch die anderen haben das inzwischen verinnerlicht, spätestens seit dem nächtlichen Freudenempfang nach der Rückkehr von einem Sieg in der Turnhalle vor zwei Jahren. Offiziell gibt es auch bei diesem Spiel für einen Sieg nur drei Punkte, aber mental hängt einiges mehr daran. Das wissen die Spieler, das wollen sie haben!

Borussia Dortmund wird dieses Spiel unter anderem auch deshalb gewinnen, weil es muss! Auch wenn der bisherige Saisonverlauf erheblich besser war als viele Nörgler uns und anderen weißmachen wollen: Bei den Auswärtsspielen wurden haufenweise Punkte verschenkt, diese Großzügigkeit kann sich aber nicht leisten, wer um die Tabellenspitze mitspielen will. Und das will der BVB nicht nur, das kann er auch. Deswegen ist ein Dreier zu Hause an diesem Samstag vornehmste Borussen-Pflicht.

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Die Derby-Vorschau aus der blau-weißen Fußball-Brille
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Zahlen lügen nicht: Schalke gewinnt im Oktober kein Derby

Für einen Sieg in diesem Derby spricht schon die bloße Statistik: Im April baten mich die TV-Kollegen von RTL Aktuell um eine Einlassung zum Spiel gegen die Bayern, der ich gern Folge leistete. Der BVB schlug die Münchner. Womit bewiesen wäre: IMMER, wenn mich Kollegen zum Thema Borussia einvernehmen, gewinnen wir. Weswegen ich keine Sekunde gezögert habe, die ehrenwerte Anfrage von sport.de für diesen Beitrag anzunehmen.

Wem das nicht einleuchtet, der sei an eine weitere Statistik erinnert. Immer, wenn der BVB in der Bundesliga im Oktober zuhause gegen die Blauen antrat, gab es bisher einen Heimsieg. Wer es nicht glaubt, kann es gern überprüfen. Am 2. Oktober gab es einmal ein Remis, das war allerdings in der Regionalliga West. Ein weiteres gab es 1984, das zählt ebenfalls nicht, weil es im Pokal war. Beim einzigen Oktober-Aufeinandertreffen in der Bundesliga vor eigenem Publikum hingegen gewann Borussia am 8.10.1994 souverän mit 3:2. Noch Fragen?

Das achte Argument ergibt sich aus der Zahl 8: die starken Männer des Deutschland-Achters sind zu Gast im Westfalenstadion. Diese Jungs trainieren ja bekanntlich seit Jahren auf dem Dortmund-Ems-Kanal, Schlagmann Kristof Wilke ist bekennender Borussen-Fan. Zuletzt waren die Goldmedaillen-Gewinner von London am 11. April zum Daumendrücken da, damals gegen Bayern München. Mit bekanntem Spielausgang… Der BVB hat bisher immer gewonnen, wenn der Achter anwesend war (nicht nur in diesem Jahr), diese Serie wird auch am Samstag halten!

Der letzte gute Grund ist ein rein persönlicher: Mein Chef ist Schalker, diverse Kollegen sind es auch. Deren herablassende Zufriedenheit im Fall des Unaussprechlichen ist nur sehr schwer erträglich, das Spießrutenlaufen in der Redaktionsstube möchte sich niemand vorstellen. Dass ich in der kommenden Urlaub habe, ist indes reiner Zufall!

Fazit: Aus genannten Gründen steht einem Erfolg nicht das Geringste im Wege (außer vielleicht dem Gegner). Wegen der eingangs skizzierten Skepsis gehe ich von einem engen Spiel aus, dass Borussia Dortmund selbstverständlich hochverdient, aber knapp gewinnen wird. Wichtiger als das Ergebnis ist mir allerdings, dass es auf den Rängen und im Umfeld friedlich bleibt und nicht wieder ein Bodensatz von Vollidioten alle anderen in Verruf bringt. Beide Vereine haben vieles gemeinsam, unter anderem leidenschaftliche Fans. Die Rivalität sollte dort bleiben, wo sie hingehört: auf dem Rasen und von den Anhängern lediglich mit den Stimmbändern ausgetragen werden.

Uli Vonstein

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