Deutscher Arzt behandelt Julia Timoschenko
08.05.12
Timoschenkos Tochter Jewgenija wirbt bei ihrem Deutschland-Besuch um Unterstützung für ihre Mutter.Foto: dpa bildfunk
Gesundheitszustand: Zweifel an erfolgreicher Behandlung
Die in der Ukraine inhaftierte Ex-Regierungschefin Timoschenko wird ab heute von einem Arzt der Berliner Charité behandelt. Der deutsche Neurologe traf am Montagabend in der Ukraine ein. Er soll den Transport der 51-Jährigen in die Klinik begleiten und anschließend vor allem die Rückenprobleme der Oppositionsführerin behandeln. Ob Timoschenko ihren bald zweiwöchigen Hungerstreik abbricht, will sie nach Angaben der Charité heute entscheiden.
Bei dem deutschen Arzt handelt es sich laut der 'Berliner Morgenpost' um den Oberarzt der Neurologischen Klinik, Lutz Harms. Er sagte nach seiner Ankunft, er rechne mit einer guten Zusammenarbeit mit den örtlichen Kollegen. Eine Beteiligung weiterer deutscher Ärzte im Laufe der Behandlung sei nicht ausgeschlossen, betonte er nach Medienangaben. Die prominente Politikerin leidet an einem Bandscheibenvorfall und befindet sich aus Protest gegen ihre Haftbedingungen im Hungerstreik. Gestern hatten ukrainische Ärzte nach einer Untersuchung Timoschenkos in der Gefängniszelle gesagt, der Gesundheitszustand der 51-Jährigen sei "befriedigend".
Allerdings nannte es ein Mitarbeiter Timoschenkos "unwahrscheinlich", dass die Behandlung tatsächlich beginnen könne. Die Politikerin sei sehr geschwächt. Ähnliche Zweifel hatte gestern auch schon ein Anwalt Timoschenkos geäußert.
Bei dem deutschen Arzt handelt es sich laut der 'Berliner Morgenpost' um den Oberarzt der Neurologischen Klinik, Lutz Harms. Er sagte nach seiner Ankunft, er rechne mit einer guten Zusammenarbeit mit den örtlichen Kollegen. Eine Beteiligung weiterer deutscher Ärzte im Laufe der Behandlung sei nicht ausgeschlossen, betonte er nach Medienangaben. Die prominente Politikerin leidet an einem Bandscheibenvorfall und befindet sich aus Protest gegen ihre Haftbedingungen im Hungerstreik. Gestern hatten ukrainische Ärzte nach einer Untersuchung Timoschenkos in der Gefängniszelle gesagt, der Gesundheitszustand der 51-Jährigen sei "befriedigend".
Allerdings nannte es ein Mitarbeiter Timoschenkos "unwahrscheinlich", dass die Behandlung tatsächlich beginnen könne. Die Politikerin sei sehr geschwächt. Ähnliche Zweifel hatte gestern auch schon ein Anwalt Timoschenkos geäußert.
Tochter auf Deutschland-Besuch
Timoschenkos Tochter Jewgenija warb am Montag mit einem Deutschland-Besuch um Unterstützung für ihre Mutter. Dabei traf sie unter anderem Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Das erhoffte Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kam dagegen nicht zustande.Die 32-Jährige sagte dem 'Westfalen-Blatt', Merkel solle in ihren Bemühungen um verbesserte Bedingungen für ihre Mutter nicht nachlassen. "Frau Merkel danke ich für alles, was sie bisher getan hat. Ich bitte sie, den Druck weiter hoch zu halten, weil das ukrainische Volk alleine dazu nicht in der Lage ist. Es ist sehr gefährlich, ohne Freunde dazustehen." Am 18. Tag ihres Hungerstreiks sei ihre Mutter zwar "körperlich geschwächt, aber stark im Willen", wurde Jewgenija Timoschenko zitiert.
Merkel selbst äußerte sich bei einem Wahlkampf-Auftritt in Paderborn zu dem Fall Timoschenko. Die CDU setze sich dafür ein, dass die Menschenrechte überall eingehalten würden. "Wir wollen, dass Julia Timoschenko die notwendige medizinische Versorgung bekommt." Darum habe der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok die Tochter Timoschenkos auch an diesem Tag nach Paderborn eingeladen, um ihr zu zeigen: "Wir werden das nicht vergessen."
Die Ukraine steht international in der Kritik, weil die gegen Timoschenko verhängte Haftstrafe als politisch motiviert gilt. Während die Bundeskanzlerin bislang offen lässt, ob sie zur bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft in die Ukraine fährt, sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) seine Reise ab. "Ich halte es für wichtig, das politische Signal zu setzen, dass man sich so der Europäischen Union nicht annähert", sagte Niebel in der 'Welt' an die Adresse der Ukraine.
















