Demonstranten stürmen britische Botschaft in Teheran
05.12.11
Im Zentrum Teherans sind dutzende Demonstranten auf das Gelände der britischen Botschaft eingedrungen.Foto: dpa bildfunk
"Geh weg, England"
Aus Protest gegen britische Sanktionen haben dutzende Iraner das Gelände der britischen Botschaft in Teheran gestürmt. Laut iranischen Nachrichtenagenturen drangen Studenten in das Gebäude ein, warfen Steine und zündeten Brandbomben. Sie zerrissen Dokumente und zerstörten Bilder der britischen Königin Elizabeth II. CNN berichtete, wie der Union Jack entfernt und an seiner Stelle die iranische Flagge gehisst wurde.
Trotz der Anwesenheit zahlreicher Polizisten und Spezialkräfte kletterten zehn bis 20 Demonstranten über die Botschaftsmauer, wie ein Polizist vor der Botschaft berichtete. Hunderte Protestierende hatten sich vor der Botschaft versammelt und die Ausweisung des britischen Botschafters verlangt. Bei den Demonstranten habe es sich um Teilnehmer einer anti-britischen Kundgebung vor dem Botschaftsgelände gehandelt, meldete die Nachrichtenagentur Fars. Sie riefen "Tod England" und "Geh weg, England".
Die Erstürmung der Botschaft ist nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars eine Reaktion auf den Tod eines Atomwissenschaftlers. Demnach sollen israelische und britische Geheimdienstmitarbeiter den Iraner Majid Shahriari vor genau einem Jahr getötet haben. Die Studenten hätten Fotos von Shahriari dabei gehabt. Sie hätten Slogans gerufen wie "Nieder mit Großbritannien", "Tod für Amerika und Israel", hieß es weiter.
Laut unbestätigten Berichten sollen auf einem zweiten Grundstück der Botschaft im Norden Teherans, sechs Mitarbeiter als Geiseln genommen worden sein. Dies wurde bisher noch nicht bestätigt.
Die britische Regierung hat das Vordringen von Demonstranten in ihre Botschaft in Teheran unterdessen scharf verurteilt. "Wir sind entsetzt darüber", hieß es in einem Statement des britischen Außenministeriums.
Trotz der Anwesenheit zahlreicher Polizisten und Spezialkräfte kletterten zehn bis 20 Demonstranten über die Botschaftsmauer, wie ein Polizist vor der Botschaft berichtete. Hunderte Protestierende hatten sich vor der Botschaft versammelt und die Ausweisung des britischen Botschafters verlangt. Bei den Demonstranten habe es sich um Teilnehmer einer anti-britischen Kundgebung vor dem Botschaftsgelände gehandelt, meldete die Nachrichtenagentur Fars. Sie riefen "Tod England" und "Geh weg, England".
Die Erstürmung der Botschaft ist nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars eine Reaktion auf den Tod eines Atomwissenschaftlers. Demnach sollen israelische und britische Geheimdienstmitarbeiter den Iraner Majid Shahriari vor genau einem Jahr getötet haben. Die Studenten hätten Fotos von Shahriari dabei gehabt. Sie hätten Slogans gerufen wie "Nieder mit Großbritannien", "Tod für Amerika und Israel", hieß es weiter.
Laut unbestätigten Berichten sollen auf einem zweiten Grundstück der Botschaft im Norden Teherans, sechs Mitarbeiter als Geiseln genommen worden sein. Dies wurde bisher noch nicht bestätigt.
Die britische Regierung hat das Vordringen von Demonstranten in ihre Botschaft in Teheran unterdessen scharf verurteilt. "Wir sind entsetzt darüber", hieß es in einem Statement des britischen Außenministeriums.
Premier Cameron kündigt Konsequenzen an
Premierminister David Cameron hat Konsequenzen für Irans Regierung angekündigt. Die britische Regierung werde sich in den nächsten Tagen einigen, welche Maßnahmen angebracht seien, sagte Cameron. "Dass Irans Regierung die britischen Mitarbeiter und das britische Eigentum nicht verteidigen konnte, ist eine Schande." Man habe Irans Regierung mitgeteilt, dass man sie für schuldig halte, weil sie die Botschaft nicht geschützt hätten.Heftige Kritik kam auch von US-Präsident Barack Obama: "Dass Randalierer einfach die Botschaft stürmen und in Brand setzen können, ist ein Zeichen, dass die iranische Regierung ihre internationalen Verpflichtungen nicht ernst nimmt."
Am Sonntag hatte das iranische Parlament über einen Gesetzesentwurf entschieden, wonach der britische Botschafter aus Iran abgezogen und die diplomatischen Beziehungen zu London eingeschränkt werden sollen.
Der Schritt ist eine Reaktion auf die Sanktionen, die Großbritannien mit den USA und Kanada gegen Iran verhängt haben. Die internationale Atomenergiebehörde hatte einen alarmierenden Bericht veröffentlicht, wonach der Iran zumindest bis 2010 an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet haben soll.
Der iranischen Zentralbank wird Geldwäsche vorgeworfen. Großbritannien brach sämtliche Verbindungen zu iranischen Banken ab. Die Regierung Teherans hatte die Sanktionen scharf kritisiert.
Der Iran-Experte der Grünen, Omid Nouripour, hat die Lage in der erstürmten britischen Botschaft in Teheran als dramatisch geschildert. Es gebe Grund, um das Leben der Diplomaten zu fürchten, sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat wegen der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran den iranischen Botschafter einbestellt. "Diese Erstürmung ist völkerrechtswidrig, sie ist in keiner Weise akzeptabel", sagte Westerwelle. §Iran hat die Pflicht, ausländische Einrichtungen zu schützen.§ Dem iranischen Botschafter werde er seinen Unmut mit aller Deutlichkeit mitteilen.
Die USA haben den Sturm auf die britische Botschaft in Teheran "auf das Schärfste" verurteilt. Der Iran habe eine Verantwortung für den Schutz der diplomatischen Vertretungen im Land und des Personals, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney.
















