"Das Web2.0 wird bald Geschichte sein" - CDU-Mann legt sich mit der Netzgemeinde an
01.02.12
CDU Politiker Ansgar Heveling legt sich mit der Netzgemeinde an. "Digitales Blutvergießen" im Web2.0-Krieg
Ansgar Heveling, Bundestagsabgeordneter der CDU, legt sich durch einen Kommentar im 'Handelsblatt online' mit der Netzgemeinde an. Sein Text verbreitete sich in Windeseile über die sozialen Netzwerke. Heveling kritisiert darin den Umgang mit geistigem Eigentum, welches im Netz seiner Meinung nach nicht ausreichend geschützt werde.
Damit wollte er die amerikanischen Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA in Deutschland salonfähig machen. Diese auch in den USA umstrittenen Pläne sehen vor, alle im Internet veröffentlichten Inhalte einer Urheberrechtsprüfung zu unterziehen. Frei verfügbare Internetquellen wie Wikipedia würden dann wegen der Bürokratisierung nicht mehr praktikabel sein.
Heveling, bisher ein eher unbekannter Abgeordneter aus den hinteren Reihen, ist Mitglied der Untersuchungskommission 'Internet und digitale Gesellschaft' und hat mit seinem Kommentar eine heftige Kampfansage abgegeben: "Das ist die Gelegenheit, schon jetzt einen vorgezogenen Nachruf auf die Helden von Bits und Bytes, die Kämpfer für 0 und 1 zu formulieren. Denn, liebe "Netzgemeinde": Ihr werdet den Kampf verlieren."
Heveling zieht also in den Kampf und sieht dabei in die Zukunft: "Auch die digitale Revolution wird ihre Kinder entlassen. Und das Web2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird." Darüber hinaus griff der Politiker Internetnutzer an: "Und offensichtlich sind Narzissmus und Nerdzismus Zwillinge." Die Twittergemeinde nahm die Kampfansage umgehend an und überschüttete den Politiker im Gegenzug mit Hohn und Spott.
Damit wollte er die amerikanischen Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA in Deutschland salonfähig machen. Diese auch in den USA umstrittenen Pläne sehen vor, alle im Internet veröffentlichten Inhalte einer Urheberrechtsprüfung zu unterziehen. Frei verfügbare Internetquellen wie Wikipedia würden dann wegen der Bürokratisierung nicht mehr praktikabel sein.
Heveling, bisher ein eher unbekannter Abgeordneter aus den hinteren Reihen, ist Mitglied der Untersuchungskommission 'Internet und digitale Gesellschaft' und hat mit seinem Kommentar eine heftige Kampfansage abgegeben: "Das ist die Gelegenheit, schon jetzt einen vorgezogenen Nachruf auf die Helden von Bits und Bytes, die Kämpfer für 0 und 1 zu formulieren. Denn, liebe "Netzgemeinde": Ihr werdet den Kampf verlieren."
Heveling zieht also in den Kampf und sieht dabei in die Zukunft: "Auch die digitale Revolution wird ihre Kinder entlassen. Und das Web2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird." Darüber hinaus griff der Politiker Internetnutzer an: "Und offensichtlich sind Narzissmus und Nerdzismus Zwillinge." Die Twittergemeinde nahm die Kampfansage umgehend an und überschüttete den Politiker im Gegenzug mit Hohn und Spott.
Seite gehackt, Hohn und Spott auch aus den eigenen Reihen
Hohn und Spott erntet der CDU-Politiker aus dem Wahlkreis 111 Krefeld I-Neuss II jedoch auch aus den eigenen Fraktions-Reihen. So schrieb Peter Tauber, Mitglied des Bundestags für die CDU: "Lieber Ansgar Heveling, falls Du Brieftauben besser als Internet findest, dann lies doch einfach meinen Newsletter(…)" Ruprecht Polenz fragte "Warum ist es so schwierig, das richtige Maß zu finden?", und verlinkte den Kommentar seines Fraktionskollegen.Dagmar Wöhrl, Bundestagsabgeordnete der CSU, reagierte mit einem Kommentar mit dem Titel "It's the internet, stupid! Web 2.0 ist nicht Geschichte, sondern der Anfang.", und verglich die virtuelle Diskussion um das Stichwort #Heveling mit dem Blumenkübel (Twitterer Wolfgang Wiese: "In #heveling ist ein #blumenkübel umgekippt."). Das Stichwort #Blumenkübel hatte es vor einiger Zeit in die Topliste der Twittertrends geschafft, ohne sinnvollen Inhalt. Die Trends bei Twitter geben an, über welche Schlagwörter sich die Nutzer im Moment am meisten unterhalten.
Ob dem bisher eher unbekannten Abgeordneten aus Korschenbroich die Art der frisch gewonnen Aufmerksamkeit gefällt, sei dahingestellt:
Am Montagabend wurde die Seite des Abgeordneten gehackt. In einem gefälschten Statement, welches der Redaktion vorliegt, wird angegeben, der Politiker habe seine Fehler eingesehen und werde sich sofort aus der Politik zurückziehen. Dass Heveling seinen Vornamen als Passwort nutzte, zog weiteren Spott der Hacker nach sich.
Der Politiker gab indes bekannt, dass er sich durch die Kritik an seinem Kommentar bestätigt fühle: "Das war eine provokante Streitschrift, die einigen Akteuren im Netz einen Spiegel vorhält."
















