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Das ewige Eis könnte bald abgetaut sein

28.08.12
Nordpol Klimawandel Eisschmelze70 Prozent an Fläche hat das Eis am Nordpol seit 1979 verloren. Die Grafik zeigt die Jahre 2007 und 2012.
Foto: dpa bildfunk

75.000 Quadratkilometer Nordpoleis schmelzen jeden Tag

Der Nordpol schmilzt unaufhörlich weiter. Wissenschaftler des 'National Snow and Ice Data Center' im Bundesstaat Colorado in den USA melden, dass die Eisfläche auf ein Rekordtief abgeschmolzen ist. Nur noch 4,1 Millionen Quadratkilometer Eis bedecken das Meer um den geographischen Nordpol. Zu Beginn der Aufzeichnungen 1979 waren es noch über 14 Millionen Quadratkilometer.

Wissenschaftler Walt Meier erläutert das Problem: "Die Arktis war früher von vielschichtigem Eis, oder Eis, das mehrere Jahre lang bestehen blieb, dominiert. Jetzt wird es mehr zu einer saisonales Eisfläche und große Teile werden im Sommer verschwinden."

Diesen Sommer schmolz das Packeis im Durchschnitt um 75.000 Quadratkilometer am Tag, normal wären 40.000. Und es sind noch bis zu drei Wochen übrig, in denen das Eisschmelzen weitergeht. Mark Serreze, Direktor des 'National Snow and Ice Data Center' sagt zu den Gründen für den trauriger Höchstwert: "Abgesehen von einem Sturm im August war das Wetter diesen Sommer unauffällig. Das Eis ist jetzt so dünn und schwach, dass es keinen Unterschied macht, wie der Wind bläst."

Rekordschmelze in der Arktis

Bald kein Packeis mehr im Sommer

Dass das Ausmaß an Packeis von Jahr zu Jahr variiert, ist normal. Die letzten drei Jahrzehnte ist allerdings eine deutliche Tendenz zu erkennen: Das Eis wird weniger. Und die sechs Jahre mit dem wenigsten Eis, sind die vergangenen sechs Jahre. Die Möglichkeit, dass es im Sommer bald kein Packeis mehr in der Arktis gibt wird immer wahrscheinlicher.

Fossile Brennstoffe, die wir bereits verbraucht haben, werden ihren Effekt erst in der Zukunft zeigen. Also selbst wenn alles versucht wird um den Klimawandel zu stoppen, das aktuelle Temperaturniveau ist nicht zu halten.

Bereits vor ungefähr 125.000 Jahren war die Arktis im Sommer eisfrei. Der Meeresspiegel war bis zu 6 Meter höher als jetzt. Ein derartiger Anstieg könnte zu Sturmfluten und Trinkwasserknappheit führen. Ganze Landstriche würden unbewohnbar. Und wir nähern uns den Temperaturen dieser Zeit langsam aber sicher wieder an.

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