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Breivik will "mildernde Umstände"

29.11.11
Breiviks Anwälte bei der Besichtigung der Farm des Killers.Die Anwälte des Killers Anders Breivik bei der Besichtigung der Farm des Attentäters.
Foto: dpa bildfunk

Kommt Breivik mit weniger als der Höchststrafe davon?

Ein halbes Jahr dauert es noch, dann beginnt der Prozess gegen den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik. Die Anwälte geben vorab einen Einblick in ihre Strategie – und die sieht Medienberichten zufolge vor, "mildernde Umstände" geltend zu machen und ein geringeres Strafmaß für den Killer von 77 Menschen durchzusetzen.

Angaben der Zeitung ’VG’ zufolge wollen Breiviks Anwälte Geir Lippestad und Vibeke Hein Bæra erwirken, dass der Attentäter nicht die Höchststrafe von 21 Jahren absitzen muss. Die Begründung: Der Rechtsradikale und Islamhasser habe das Blutbad gestanden und nach seiner Festnahme umfassend Auskunft gegeben. Bei der von Hass getriebenen Tötung von fast durchweg jugendlichen Teilnehmern des sozialdemokratischen Sommerlagers auf Utøya habe er Kinder verschont.

Die Anwälte führen auch an, dass Breivik der Polizei während des Amoklaufs zweimal von sich aus per Telefon angeboten habe, das Massaker zu beenden. Die alarmierten Antiterroreinheiten waren erst eine Stunde nach Beginn des Mordens eingetroffen. Sie konnten Breivik ohne Gegenwehr festnehmen.

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Psychiatrisches Gutachten ist entscheidend

Für ihr Verhalten im Prozess sei das im November erwartete Psychiater-Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit Breiviks von entscheidender Bedeutung, sagten die Verteidiger. Zu den Angaben der Zeitung ’VR’ nahmen sie nicht direkt Stellung.

Lippestad sagte nach einem Ortstermin auf dem von Breivik bewohnten Hof nördlich von Oslo im Sender ’NRK’: “Wir werden jeden Stein wenden, der von Vorteil für den Verdächtigten sein könnte.“ Die Verteidiger würden großes Augenmerk auf die “Radikalisierung“ des Attentäters richten. Breivik hält sich nach Aussage Lippestads für “strafrechtlich nicht schuldig, weil er sich im Krieg sieht gegen das multikulturelle System und den islamischen Einzug in Europa stoppen will.“

Der 32-Jährige hatte am 22. Juli auf der Insel Utoya 69 Teilnehmer eines Jugendlagers ermordet. Kurz zuvor starben acht Menschen durch die Detonation einer Autobombe, die er im Osloer Regierungsviertel deponiert hatte. Der Prozess dürfte im April beginnen.

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