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Stabwechsel in Hessen: Koch offiziell zurückgetreten, Bouffier übernimmt

31.08.10

Foto: dpa bildfunk

Abschied nach elf Jahren im Amt

Nach dem feierlichen Abschied für Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ist dieser nun auch offiziell von seinem Amt zurückgetreten. Landtagspräsident Norbert Kartmann gab den Abgeordneten eine entsprechende Mitteilung von Koch bekannt, in der dieser seinen sofortigen Rückzug ankündigt.

Anschließend wurde Volker Bouffier (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Der 58-Jährige erhielt alle 66 Stimmen der Regierungsfraktionen von CDU und FDP und übertraf damit die notwendige Mehrheit von 60 Abgeordneten. Bouffier nahm die Wahl an und wurde vereidigt.

Damit wird es in Hessen wohl zunächst erstmal ruhiger werden. Vielleicht war es nicht immer Kochs Absicht, aber vieles was er tat, tat er laut. Wenn es nicht laut war, dann allerdings häufig so öffentlichkeitswirksam, dass es nicht ungehört verhallte.

Den letzten Paukenschlag seiner Amtszeit setzte er mit seiner Rücktrittserklärung vor rund drei Monaten, schon danach wurde es ruhiger. Zum endgültigen Abschied vom Amt kann Koch es sich aber nicht verkneifen seiner Partei noch einen Ratschlag mit auf den Weg zu geben. Man müsse die politische Mitte und die konservativen Kernwähler gleichermaßen im Blick haben.

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Politik "mit Haut und Haaren"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die den scheidenden Roland Koch nicht unbedingt zu ihren besten politischen Freunden zählt, bedauerte den Abschied Kochs von der politischen Bühne: "Ich habe seine Art, wie man mit ihm debattieren, argumentieren konnte, die intellektuelle Stringenz, immer sehr geschätzt. Das wird mir schon ein bisschen fehlen." Vermissen werde man auch Kochs Ratschläge. "Ich glaube aber, ich darf ihn auch in Zukunft weiter fragen", so Merkel.

Koch selbst dankte bei seinem Abschiedsempfang seiner Ehefrau Anke. Sie war "der kritische Geist in meiner Umgebung, mehr als alle anderen, die es vielleicht glaubten zu sein", sagte Koch. Er habe Politik "mit Haut und Haaren" betrieben, erklärte er. "Ich habe das Amt unglaublich genossen. Aber ich bin mehr, ich will mehr sein und ich muss mehr sein - weil sonst wird es für die, die mich im Amt ertragen müssen, unerträglich."

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