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Botschaftsstürmung im Iran: Erste Festnahmen

30.11.11
Botschaftsstürmung im IranNach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran durch protestierende Studenten zieht Großbritannien sein gesamtes Botschaftspersonal aus dem Iran ab.
Foto: Reuters

Nach Festnahmen Abzug briitischer Botschaftsmitarbeiter

Nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran durch protestierende Studenten sind erste Randalierer festgenommen worden. Laut Nachrichtenagentur IRNA gab der iranische Polizeichef Ahmed-Resa Radan bekannt, dass alle an dem Angriff beteiligten Demonstranten aufgegriffen werden sollen.

Unterdessen zieht Großbritannien laut BBC sein gesamtes Botschaftspersonal aus dem Iran ab. Der britische Sender berief sich bei seiner Information auf diplomatische Quellen. Premierminister David Cameron hatte zuvor "ernste Konsequenzen" für den Iran angekündigt.

"Der Angriff auf die britische Botschaft in Teheran heute war abscheulich und nicht zu rechtfertigen", sagte Cameron gestern. "Dass Irans Regierung die britischen Mitarbeiter und das britische Eigentum nicht verteidigen konnte, ist eine Schande." Diejenigen, die hinter dem Angriff steckten, müssten jetzt zur Verantwortung gezogen werden. Auch US-Präsident Barack Obama erhob Vorwürfe gegen die Regierung in Teheran. "Dass Randalierer einfach die Botschaft stürmen und in Brand setzen können, ist ein Zeichen, dass die iranische Regierung ihre internationalen Verpflichtungen nicht ernst nimmt." Bundesaußenminister Guido Westerwelle bestellte den iranischen Botschafter ein, da auch die deutsche Schule in Teheran von den Ausschreitungen betroffen war. "Diese Erstürmung ist völkerrechtswidrig, sie ist in keiner Weise akzeptabel", sagte Westerwelle.

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Studenten kündigen weitere Proteste an

Am Dienstag hatten Studenten sowie Anhänger der regierungsnahen Basidsch-Miliz die Botschaft in Teheran gestürmt und etwa zwei Stunden lang besetzt. Auch eine Wohnanlage britischer Diplomaten wurde angegriffen. Auf Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie die Iraner Brandsätze warfen, die britische Flagge verbrannten und Scheiben zerstörten. Sicherheitskräfte hätten sechs Mitarbeiter der Botschaft befreit, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die rund 200 Botschaftsbesetzer seien schließlich mit Tränengas vertrieben worden. Das iranische Außenministerium bedauerte den Zwischenfall.

Unterdessen kündigten die iranischen Studenten an, ihren Protest gegen britische Sanktionen und den Tod eines Atomwissenschaftlers noch ausweiten zu wollen. Sie warfen den Mitarbeitern der britischen Botschaft Spionage vor und forderten, die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien zu beenden. Ein Grund für die Wut der Studenten sei Tod eines iranischen Atomwissenschaftlers vor einem Jahr gewesen, hieß es. Nach ihrer Ansicht wurde der Mann von israelischen und britischen Geheimdienstmitarbeitern ermordet.

Am Sonntag hatte das iranische Parlament über einen Gesetzentwurf entschieden, wonach der britische Botschafter ausgewiesen und die diplomatischen Beziehungen eingeschränkt werden sollen. Der Schritt war eine Reaktion auf die Sanktionen, die Großbritannien mit den USA und Kanada gegen Iran verhängt haben. Sie sahen ihren Verdacht, dass der Iran heimlich an Atomwaffen arbeitet, durch einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde bestätigt.

Die Spannungen zwischen dem Iran und Großbritannien halten seit Jahren an. Zuletzt habe es einen Streit über die Eigentumsrechte an dem Gartengelände des britischen Botschaftskomplexes gegeben, wo die Diplomaten wohnten, berichtete Fars. Im November 2009 hielt die iranische Marine fünf britische Segler fest. Im März 2007 nahm der Iran 15 britische Matrosen gefangen, die in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen sein sollen. 2004 hatte Iran im Schatt el Arab, dem Mündungsfluss von Euphrat und Tigris, drei britische Patrouillenboote aufgebracht.

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