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Bombenterror statt Waffenruhe in Syrien

21.10.12
Syrien Bombenanschläge Verhandlungen Waffenruhe Brahimi Libanon BürgerkriegBei neuen blutigen Anschlägen in Syrien starben mindestens 13 Menschen.
Foto: dpa bildfunk

Brahimi verhandelt mit Assad

Die schwierigen Friedensbemühungen von UN-Vermittler Lakhdar Brahimi in Syrien sind von neuen blutigen Anschlägen überschattet worden. In Damaskus starben mindestens 13 Menschen bei der Explosion einer Autobombe im Christenviertel Bab Tuma. Auch in der Metropole Aleppo explodierte nach Angaben der staatlichen Agentur Sana eine Bombe. Kurz vor der neuen Eskalation der Gewalt hatte sich Brahimi in Damaskus mit Präsident Baschar al-Assad getroffen. Der algerische Diplomat will eine viertägige Waffenruhe zum islamischen Opferfest aushandeln, das am kommenden Freitag beginnt.

Die Autobombe in Damaskus explodierte syrischen Berichten zufolge vor einer Polizeistation. Auch ein Polizist sei unter den Toten. 15 Menschen seien verletzt worden, berichteten Aktivisten von der Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Laut Sana explodierte eine weitere Autobombe in Aleppo vor einem syrisch-französischen Krankenhaus. Dabei sei niemand verletzt worden.

Nach den Beratungen mit Brahimi forderte Assad ein Ende der Waffenlieferungen an Aufständische. Dies sei der Schlüssel für eine politische Lösung des Konflikts, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Sana den Präsidenten. Syrien beschuldigt insbesondere die Türkei für das Blutvergießen verantwortlich zu sein, da es sunnitischen Rebellen Zuflucht gewähre.

Brahimi bekräftigte nach dem Treffen seinen Appell für eine Waffenruhe. "Jeder kann damit beginnen, wenn er will, heute oder morgen zum Beispiel", sagte er. Die von ihm gesprochenen Vertreter der Opposition hätten zu verstehen gegeben, dass sie positiv auf einen Waffenstillstands-Initiative der Regierung reagieren würden. Unter anderem die Türkei, der Iran und die USA setzen sich für den Brahimi-Vorschlag ein. Eine von Brahimis Vorgänger Kofi Annan vermittelte Feuerpause war im April bereits nach wenigen Tagen gescheitert.

Die Feierlichkeiten zum islamischen Opferfest Eid al-Adha beginnen am Freitag. Die Muslime erinnern an ihrem wichtigsten Feiertag mit rituellen Schlachtungen an die Bereitschaft Abrahams (arabisch: Ibrahim), seinen Sohn zu opfern, um Gott seinen Glauben zu beweisen.

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Krawalle nach Trauerfeier im Libanon

Im Libanon haben Tausende an einer Trauerkundgebung für den bei einem Bombenanschlag getöteten Geheimdienstchef Wissam al-Hassan teilgenommen. Die am Platz der Märtyrer in der Innenstadt von Beirut versammelten Demonstranten hatten libanesische Fahnen dabei und riefen: "Wir wollen den Rücktritt dieser syrischen Regierung." Derzeit ist im Libanon ein pro-syrisches Bündnis an der Macht - dominiert von der schiitischen Hisbollah. Tausende Sicherheitskräfte sicherten die Innenstadt ab.

Dennoch kam es am Rande der Trauerfeier zu Ausschreitungen. Hunderte Demonstranten versuchten nach Angaben von Augenzeugen, den Regierungssitz in der Beiruter Innenstadt zu stürmen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Es gab mehrere Verletzte.

Zur Trauerfeier waren auch die Frau und die Kinder Al-Hassans aus Frankreich angereist. Unter den Teilnehmern waren auch der libanesische Präsident Michel Suleiman und Regierungschef Nadschib Mikati. Bei der Explosion einer Autobombe im christlichen Viertel Aschrafijeh waren am Freitag acht Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden.

Nach dem verheerenden Bombenanschlag wächst im Libanon die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg. Die Regierung, der auch pro-syrische Mitglieder angehören, bot ihren Rücktritt an, bleibt auf Bitten von Präsident Suleiman aber für eine Übergangszeit im Amt. Ministerpräsident Mikati ließ durchblicken, dass er Syrien hinter dem Attentat vermutet.

Landesweit hatten am Samstag Zehntausende Sunniten gegen den Angriff demonstriert. Das Kabinett unter Mikati beriet über Konsequenzen aus dem Anschlag und bot seinen Rücktritt an. Dieser wurde auf Bitten Suleimans aber nicht sofort wirksam. Zum Zeichen ihres Protestes gegen den Mord an ihrem Glaubensbruder al-Hassan steckten demonstrierende Sunniten Autoreifen in Brand. Sie blockierten die Zufahrt zum internationalen Flughafen in Beirut und sperrten Straßen in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli. Demonstrationen und Straßenblockaden wurden auch aus dem Bekaa-Tal im Osten und der Stadt Sidon im Süden gemeldet.

Al-Hassan war ein enger Gefolgsmann des ermordeten Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri und leitete auch die Ermittlungen zu dessen Tod. Seine Recherchen legten eine Verwicklung Syriens und der Hisbollah in den Mord nahe. Al-Hariris Sohn, der ehemalige Ministerpräsident Saad al-Hariri, warf Assad vor, für den Anschlag verantwortlich zu sein.

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