Blutige Krawalle in Kairo – 24 Tote
11.10.11
Religiöse Gruppen bekämpfen sich erneut
In Kairo eskaliert die Gewalt zwischen Christen und Muslimen: Bei Straßenkämpfen sind mindestens 24 Menschen getötet worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden weitere 213 Menschen verletzt. Es waren die blutigsten Ausschreitungen seit den Massenprotesten, die im Februar zum Sturz von Präsident Husni Mubarak geführt hatten.
Augenzeugen und Reporter berichteten, die Gewalt habe begonnen, als Schlägertrupps Steine auf eine Menge von mehreren tausend christlichen Demonstranten geworfen hätten. Diese hatten sich versammelt, um gegen die Diskriminierung ihrer Glaubensgemeinschaft zu protestieren. Als die durch die Steinwürfe aufgebrachten Demonstranten vor dem Gebäude des staatlichen Fernsehens angekommen seien, habe plötzlich jemand aus der Menge heraus einen vor dem Gebäude stehenden Wachmann erschossen.
Die Soldaten hätten daraufhin die Demonstranten attackiert, zu denen sich in der Zwischenzeit auch einige Muslime gesellt hatten. Die Sicherheitskräfte fuhren mit gepanzerten Fahrzeugen durch die Menge. Zum Schluss zählten Krankenhausärzte drei getötete Soldaten und 21 tote Zivilisten, die meisten von ihnen Christen.
Die Demonstranten hatten zuvor die Absetzung des Gouverneurs der Provinz Assuan gefordert, der es ihrer Ansicht nach versäumt hatte, sich im Konflikt um den Bau einer Kirche schützend vor die Christen des Dorfes Mari Nab zu stellen. Das Gotteshaus war von radikalen Muslimen attackiert worden. Diese hatten behauptet, das Gebäude sei ohne Erlaubnis der Behörden in eine Kirche umgewandelt worden. Zusätzlich angeheizt wurden die Spannungen zwischen der muslimischen Mehrheit und den Mitgliedern der koptisch-orthodoxen Kirchen durch den Konflikt um eine Schule in der Provinz Minia. Dort waren christliche Mädchen gezwungen worden waren, mit Kopftuch zum Unterricht zu erscheinen.
Augenzeugen und Reporter berichteten, die Gewalt habe begonnen, als Schlägertrupps Steine auf eine Menge von mehreren tausend christlichen Demonstranten geworfen hätten. Diese hatten sich versammelt, um gegen die Diskriminierung ihrer Glaubensgemeinschaft zu protestieren. Als die durch die Steinwürfe aufgebrachten Demonstranten vor dem Gebäude des staatlichen Fernsehens angekommen seien, habe plötzlich jemand aus der Menge heraus einen vor dem Gebäude stehenden Wachmann erschossen.
Die Soldaten hätten daraufhin die Demonstranten attackiert, zu denen sich in der Zwischenzeit auch einige Muslime gesellt hatten. Die Sicherheitskräfte fuhren mit gepanzerten Fahrzeugen durch die Menge. Zum Schluss zählten Krankenhausärzte drei getötete Soldaten und 21 tote Zivilisten, die meisten von ihnen Christen.
Die Demonstranten hatten zuvor die Absetzung des Gouverneurs der Provinz Assuan gefordert, der es ihrer Ansicht nach versäumt hatte, sich im Konflikt um den Bau einer Kirche schützend vor die Christen des Dorfes Mari Nab zu stellen. Das Gotteshaus war von radikalen Muslimen attackiert worden. Diese hatten behauptet, das Gebäude sei ohne Erlaubnis der Behörden in eine Kirche umgewandelt worden. Zusätzlich angeheizt wurden die Spannungen zwischen der muslimischen Mehrheit und den Mitgliedern der koptisch-orthodoxen Kirchen durch den Konflikt um eine Schule in der Provinz Minia. Dort waren christliche Mädchen gezwungen worden waren, mit Kopftuch zum Unterricht zu erscheinen.
Scharaf: "Verschwörung gegen Ägypten“
Die islamistische Salafisten-Bewegung wies eine mögliche Schuld für den Gewaltausbruch im Zentrum von Kairo von sich. Man verurteile, was geschehen sei, erklärte ein Sprecher der Bewegung.Die oppositionelle Jugendbewegung 6. April, die im vergangenen Winter und Frühjahr maßgeblich die Proteste gegen das alte Regime mitorganisiert hatte, wertete die Eskalation in Kairo als Versuch von Konterrevolutionären, "den friedlichen Charakter der Revolution" zu zerstören. Sie rief die Regierung auf, die legitimen Forderungen der Christen zu erfüllen - dazu zähle auch, dass für den Bau von Kirchen die gleichen Bedingungen gelten müssten wie für den Bau von Moscheen.
Ministerpräsident Essam Scharaf rief seine Landsleute zur Ruhe auf. Die Ägypter müssten zusammenstehen. Was geschehen sei, könne man nicht als Gewalt zwischen Religionsgruppen bezeichnen, sondern als Ergebnis einer Verschwörung.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte Toleranz und Besonnenheit von allen Seiten. "Ich bin sehr besorgt über die religiös motivierte Gewalt", so Westerwelle. Gewalt und religiöser Zwist dürften den Prozess der Demokratisierung nicht stoppen.















