Bioenergie ist ökologischer Unfug: Besser Kraft aus Sonne, Wind und Wasser
28.07.12
Ein Auto fährt nahe der Burg Ludwigstein (Werra-Meißner-Kreis) durch blühende Rapsfelder.Foto: dpa bildfunk
Kommt jetzt die Bio-Energiewende?
Deutschland ist weltweit ein Vorreiter in Sachen umweltfreundlicher Energie. Wir wollen weg von Atom, Öl, Kohle und Gas und setzen auf Sonne, Wind, Wasser - und Bioenergie. Doch die ist nicht so ‚bio‘, wie wir glauben. Eine aktuelle Studie belegt: Bioenergie leistet keinen wichtigen Beitrag zur Energiewende, ist nicht klimaneutral und verbraucht Landflächen, die wir für unsere Nahrung brauchen.
Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, einer der angesehensten Institutionen des Landes. Die 20 Forscher aus verschiedenen Disziplinen (Biologen, Physiker, Chemiker und Ökologen) prüften die Möglichkeiten und Grenzen des Anbaus von Energiepflanzen und der Gewinnung von Bioenergie. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) preiste die Wissenschaftler noch vor kurzem für Ihre Unabhängigkeit und anspruchsvollen Zukunftsthemen.
Die neuen Ergebnisse werden der Ministerin aber wohl nicht gefallen. Möchte die Bundesregierung doch den Anteil der Biomasse an der deutschen Energieversorgung bis 2050 von derzeit 8 auf 23 Prozent steigern. Und die EU plant bis 2020 zehn Prozent aller Treibstoffe auf Biomasse umzustellen. Nach und nach soll allen Spritsorten Biodiesel oder Bioethanol beigemischt werden. Die Einführung der umstrittenen Benzinsorte E-10 letztes Jahr war Teil dieses Konzepts.
Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, einer der angesehensten Institutionen des Landes. Die 20 Forscher aus verschiedenen Disziplinen (Biologen, Physiker, Chemiker und Ökologen) prüften die Möglichkeiten und Grenzen des Anbaus von Energiepflanzen und der Gewinnung von Bioenergie. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) preiste die Wissenschaftler noch vor kurzem für Ihre Unabhängigkeit und anspruchsvollen Zukunftsthemen.
Die neuen Ergebnisse werden der Ministerin aber wohl nicht gefallen. Möchte die Bundesregierung doch den Anteil der Biomasse an der deutschen Energieversorgung bis 2050 von derzeit 8 auf 23 Prozent steigern. Und die EU plant bis 2020 zehn Prozent aller Treibstoffe auf Biomasse umzustellen. Nach und nach soll allen Spritsorten Biodiesel oder Bioethanol beigemischt werden. Die Einführung der umstrittenen Benzinsorte E-10 letztes Jahr war Teil dieses Konzepts.
Forscher: Energie sparen und effizienter einsetzen
Die Wissenschaftler der Leopoldina sind gegen die Produktion von Biodiesel aus Raps, Sonnenblumen und Soja im großen Stil. Lediglich bei Flugzeugen, Lastschiffen und LKW, die wahrscheinlich auch in Zukunft nicht elektrisch betrieben werden können, mache Biotreibstoff Sinn. Gleiches gilt für Biogas aus Stärke, Zucker und Zellulose, die angebaut oder importiert werden müssen. Kleine Biogasanlagen, die landwirtschaftlichen und häuslichen Abfall verwerten können seien sinnvoll, solange sie sauber verbrennen.Deutschland solle sich vielmehr auf Sonne, Wind und Wasser als erneuerbare Energieressourcen konzentrieren. Sie verbrauchen weniger Fläche, emittieren weniger klimaschädliche Treibhausgase und belasten die Umwelt weitaus geringer. Ein großes Potential sehen die Forscher außerdem in der Einsparung von Energie sowie der Verbesserung der Energieeffizienz, die man weiter vorantreiben müsse.
Der ideale Energieträger der Zukunft, der erneuerbar, umweltfreundlich und nahezu unbegrenzt verfügbar wäre, ist, nach Meinung der Akademie, der Wasserstoff, der zum Beispiel in Brennstoffzellen eingesetzt werden kann. Die umweltschonende Produktion von Wasserstoff und die Forschung in diesem Bereich machen große Fortschritte. Mit Hilfe von Mikroorganismen oder chemischen Katalysatoren lässt sich heute schon Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff trennen (photolytische Spaltung). Die Verfahren seien zwar technisch noch nicht einsatzfähig, hätten aber ein Riesenpotential.






Deutschland produziert nach Angaben der Zentralen Marketing-Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft jährlich etwa 1,8 Millionen Tonnen Rapsöl. 









