Bio-Treibstoffe verschärfen Hunger in der Welt
14.08.12
Der Anbau von Nahrungsmitteln für Treibstoff führt zu mehr Hunger in der Welt. Ausbaden müssen es Menschen in Somalia (Bild), Mali oder Eritrea.Foto: dpa bildfunk
Eine Tankfüllung kann einen Menschen ein Jahr ernähren
Die Weltbevölkerung wächst rasant. Mit ihr wächst auch der Hunger. 2025 werden es mehr als acht Milliarden Menschen sein, 2050 wohl schon 9,2 Milliarden Erdenbürger. Alle wollen ernährt werden. Die weltweite Nahrungsmittelproduktion muss in den nächsten Jahrzehnten drastisch gesteigert werden, nicht nur wegen des Hungers der Menschheit, sondern auch wegen der steigenden Nachfrage nach Bio-Treibstoffen.
Wegen knapper werdenden Öl-Ressourcen setzen viele Regierungen auf den Anbau von Mais, Soja und Zuckerrohr, um damit Fahrzeuge zu betanken. Angesichts der rasant wachsenden Weltbevölkerung können wir es uns aber nicht dauerhaft erlauben, Nahrungsmittel für die Fortbewegung zu nutzen.
Hier besteht ein großer Interessenkonflikt, der eine große Menge Zündstoff birgt. Die Nahrungsmittelkrise hat viele ärmere Länder auf dieser Welt bereits voll erfasst. Die Subventionspolitik vieler Industriestaaten und der Börsenhandel von wichtigen Nahrungsmitteln wie Reis und Weizen sind verantwortlich für den Hunger von Millionen Menschen.
Die Nutzung von Soja, Zucker und Mais für Verbrennungsmotoren befeuert dies zusätzlich. Denn die steigende Produktion von Biokraftstoffen treibt die Lebensmittelpreise weltweit zusätzlich nach oben. Allein zwischen September 2007 und März 2008 sind nach Informationen der Welthungerhilfe die Preise für Mais, Weizen und Reis durchschnittlich um 50 Prozent gestiegen. Die Menschen, die nur einen Dollar am Tag zur Verfügung haben, können sich keine Lebensmittel mehr leisten. Die UNO macht eine schockierende Rechnung auf: Für eine Tankfüllung von 100 Litern Biotreibstoff wird die Getreidemenge verbraucht, die einen Menschen ein Jahr ernähren könnte.
Wegen knapper werdenden Öl-Ressourcen setzen viele Regierungen auf den Anbau von Mais, Soja und Zuckerrohr, um damit Fahrzeuge zu betanken. Angesichts der rasant wachsenden Weltbevölkerung können wir es uns aber nicht dauerhaft erlauben, Nahrungsmittel für die Fortbewegung zu nutzen.
Hier besteht ein großer Interessenkonflikt, der eine große Menge Zündstoff birgt. Die Nahrungsmittelkrise hat viele ärmere Länder auf dieser Welt bereits voll erfasst. Die Subventionspolitik vieler Industriestaaten und der Börsenhandel von wichtigen Nahrungsmitteln wie Reis und Weizen sind verantwortlich für den Hunger von Millionen Menschen.
Die Nutzung von Soja, Zucker und Mais für Verbrennungsmotoren befeuert dies zusätzlich. Denn die steigende Produktion von Biokraftstoffen treibt die Lebensmittelpreise weltweit zusätzlich nach oben. Allein zwischen September 2007 und März 2008 sind nach Informationen der Welthungerhilfe die Preise für Mais, Weizen und Reis durchschnittlich um 50 Prozent gestiegen. Die Menschen, die nur einen Dollar am Tag zur Verfügung haben, können sich keine Lebensmittel mehr leisten. Die UNO macht eine schockierende Rechnung auf: Für eine Tankfüllung von 100 Litern Biotreibstoff wird die Getreidemenge verbraucht, die einen Menschen ein Jahr ernähren könnte.
Produktion muss um 60 Prozent gesteigert werden
Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten unlängst einen Bericht, der mehr als nachdenklich stimmt.Um 60 Prozent müsse die landwirtschaftliche Produktion in den kommenden 40 Jahren zunehmen, also um eine Milliarde Tonnen Getreide und 200 Millionen Tonnen Fleisch. Der Bericht von OECD und FAO hält fest, dass die weltweite Landwirtschaft damit unter Druck gerät, weil zusätzliches Land für Ackerbau und Viehzucht begrenzt ist.
In diesem Jahrzehnt werde das Produktionswachstum mit etwa 1,7 Prozent jährlich unter dem der vergangenen Jahrzehnte liegen. Höhere Produktion werde aber entscheidend sein, um die Nahrungsmittelpreise zu begrenzen. Die Preise hätten zwar nachgegeben, blieben aber immer noch relativ hoch. Gleichzeitig drohen der Klimawandel und extreme Wetterlagen zunehmend Probleme zu schaffen. Ausgelaugte Böden tun ihr Übriges.
Laut des Berichts werde die weltweite Landwirtschaft zunehmend an die Energiemärkte gebunden. Höhere Rohölpreise schlügen somit auch auf die Nahrungsmittelpreise durch und können somit Nahrungsmittelkrisen noch verschärfen.
Die Welt steht vor großen Aufgaben. Und es muss klar sein, dass das Tanken von Bio-Ethanol vielleicht das Portemonnaie um einige Cent schont, mit Sicherheit aber nicht unsere Umwelt. Und der Hunger in der Welt wird weiter zunehmen.

















