Bin-Laden-Versteck: Welches Spiel spielt Pakistan?
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US-Politiker stellen Finanzhilfen infrage
In den USA wächst nach der Tötung von Osama bin Laden der Unmut darüber, dass der Al-Kaida-Chef offenkundig jahrelang unbehelligt in Pakistan leben konnte. Es sei unvorstellbar, dass Bin Laden sich nicht auf eine systematische Hilfe in dem Land stützen konnte, sagte der Berater für Terrorismusbekämpfung von Präsident Barack Obama, John Brennan. Pakistans Regierung gerät jetzt in Erklärungsnot. Hat sie den meistgesuchten Mann der Welt wissentlich vor den Amerikanern versteckt?Laut Brennan hat Bin Laden nach jüngsten Informationen fünf bis sechs Jahre in Abbottabad gelebt. Obamas Berater kündigte an, die USA würden untersuchen, wie dies möglich gewesen sei. Auch Mitglieder des US-Kongresses pochten auf Aufklärung und stellten die US-Finanzhilfe für Pakistan infrage, die sich seit den Angriffen vom 11. September 2001 auf etwa 20 Milliarden Dollar belaufen.
"Unsere Regierung ist in finanziellen Nöten", erklärte die einflussreiche Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Dianne Feinstein. Viele Abgeordnete hätten ein Problem damit, ein Land zu unterstützen, das sich nicht mit ganzer Kraft einbringe. "Bevor wir nur einen einzigen weiteren Cent bewilligen, wollen wir wissen, ob Pakistan im Kampf gegen den Terror wirklich an unserer Seite steht", betonte der in Haushaltsfragen einflussreiche demokratische Senator Frank Lautenberg.
RTL-Reporter Dirk Emmerich berichtet aus Islamabad
Mitglieder der US-Regierung enthalten sich noch der Kritik an Pakistan. Der US-Beauftrage für Afghanistan und Pakistan, Marc Grossman, rief dazu auf, von gegenseitigen Vorwürfe abzulassen und nach vorne zu schauen. Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor erklärt, man bleibe der Partnerschaft mit Pakistan verpflichtet.
RTL-Reporter Dirk Emmerich ist in Islamabad und berichtet, dass Bin Laden in Pakistan nicht so verhasst war, wie die westliche Welt es gerne hätte. "Osama bin Laden gilt hier in breiten Teilen der Bevölkerung immer noch als Heldenfigur", so Emmerich. "Er ist sehr populär und hat einen sehr großen Rückhalt."
Pakistans Präsident Asif Ali Zardari ging in einem Beitrag für die 'Washington Post' nicht direkt auf die Vorwürfe ein. "Er war an keinem Ort, an dem wir ihn erwartet hatten", schrieb Zardari. Mutmaßungen, Pakistan gewähre Terroristen Schutz, nannte er gegenstandlose Spekulationen.
In London sagte derweil Pakistans Hochkommissar für Großbritannien, Wadschid Schamsul Hasan, sein Land und die USA hätten den Einsatz zur Tötung bin Ladens gemeinsam durchgeführt. Dies zeige, dass die Geheimdienste beider Staaten miteinander kooperieren würden. Präsident Zardari erklärte dagegen, Pakistans Sicherheitskräfte seien nicht an der Blitz-Aktion beteiligt gewesen.
Die USA haben nach den Worten von CIA-Chef Leon Panetta sogar bei der Kommandoaktion gegen Osama bin Laden aus Angst vor Verrat auf die Hilfe Pakistans verzichtet. “Man hat entschieden, dass alle Versuche einer Zusammenarbeit mit den Pakistanern die Mission gefährden könnten“, sagte Panetta dem US-Magazin 'Time'. Die USA hätten befürchtet, dass “sie die Ziele alarmieren könnten“
Auch Afghanistans ehemaliger Handelsminister Mohammad Amin Farhang hat Pakistan vorgeworfen, von dem Aufenthalt des Al-Kaida-Chefs im eigenen Land gewusst zu haben. "Die pakistanische Regierung wusste immer, dass er da ist, aber wollte das vertuschen", sagte der Politiker dem 'Deutschlandfunk'.
Sein hoch gesichertes Versteck im ruhigen Abbottabad beweise, dass Pakistan Topterroristen Unterschlupf gewähre. "Wir haben immer wieder gesagt, dass die Zentren des internationalen Terrorismus nicht in Afghanistan, sondern in Pakistan sind - und keiner hat uns geglaubt."
Mitglieder der US-Regierung enthalten sich noch der Kritik an Pakistan. Der US-Beauftrage für Afghanistan und Pakistan, Marc Grossman, rief dazu auf, von gegenseitigen Vorwürfe abzulassen und nach vorne zu schauen. Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor erklärt, man bleibe der Partnerschaft mit Pakistan verpflichtet.
RTL-Reporter Dirk Emmerich ist in Islamabad und berichtet, dass Bin Laden in Pakistan nicht so verhasst war, wie die westliche Welt es gerne hätte. "Osama bin Laden gilt hier in breiten Teilen der Bevölkerung immer noch als Heldenfigur", so Emmerich. "Er ist sehr populär und hat einen sehr großen Rückhalt."
Pakistans Präsident Asif Ali Zardari ging in einem Beitrag für die 'Washington Post' nicht direkt auf die Vorwürfe ein. "Er war an keinem Ort, an dem wir ihn erwartet hatten", schrieb Zardari. Mutmaßungen, Pakistan gewähre Terroristen Schutz, nannte er gegenstandlose Spekulationen.
In London sagte derweil Pakistans Hochkommissar für Großbritannien, Wadschid Schamsul Hasan, sein Land und die USA hätten den Einsatz zur Tötung bin Ladens gemeinsam durchgeführt. Dies zeige, dass die Geheimdienste beider Staaten miteinander kooperieren würden. Präsident Zardari erklärte dagegen, Pakistans Sicherheitskräfte seien nicht an der Blitz-Aktion beteiligt gewesen.
Die USA haben nach den Worten von CIA-Chef Leon Panetta sogar bei der Kommandoaktion gegen Osama bin Laden aus Angst vor Verrat auf die Hilfe Pakistans verzichtet. “Man hat entschieden, dass alle Versuche einer Zusammenarbeit mit den Pakistanern die Mission gefährden könnten“, sagte Panetta dem US-Magazin 'Time'. Die USA hätten befürchtet, dass “sie die Ziele alarmieren könnten“
Auch Afghanistans ehemaliger Handelsminister Mohammad Amin Farhang hat Pakistan vorgeworfen, von dem Aufenthalt des Al-Kaida-Chefs im eigenen Land gewusst zu haben. "Die pakistanische Regierung wusste immer, dass er da ist, aber wollte das vertuschen", sagte der Politiker dem 'Deutschlandfunk'.
Sein hoch gesichertes Versteck im ruhigen Abbottabad beweise, dass Pakistan Topterroristen Unterschlupf gewähre. "Wir haben immer wieder gesagt, dass die Zentren des internationalen Terrorismus nicht in Afghanistan, sondern in Pakistan sind - und keiner hat uns geglaubt."















