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Bier-Schock: 20 Euro für die Kiste?

30.07.10

Foto: dpa bildfunk

Alkoholkrankheit kostet 26,7 Milliarden Euro

Mit der Lust am Laster ist's bald vorbei: Nach dem Rauchverbot in der Stammkneipe kommt als nächstes die satte Preiserhöhung für Bier, Wein und Schnaps. Dies zumindest fordert der Hamburger Wirtschaftsexperte Tobias Effertz. Im Kampf gegen Trinksucht und Komasaufen will er die beliebten Gersten- und Rebensäfte um satte 91 Cent pro Liter verteuern. Die Alkoholsteuer solle von derzeit 9 Cent auf einen Euro angehoben werden - der Kasten Bier würde dann locker die 20-Euro-Marke knacken.

Wo die Trinkfreudigen Bier auf Rezept fordern, malt Effertz ein düsteres Bild: "Die Krankheitskosten durch Alkoholkonsum betragen mindestens 26,7 Milliarden Euro pro Jahr", erläutert er in 'Bild'. Steuererhöhungen seien daher "ein sehr wirksames Mittel, übermäßigen Konsum zu stoppen". Schon mit den europäischen Durchschnittswerten bei der Besteuerung von Bier und Wein, sei das Problem in den Griff zu bekommen, so Effertz. Deutschland wäre dann auf dem Niveau der Skandinavier, bei denen jedes lustige "Skål" ("Zum Wohl") ein tiefes Loch ins Portemonnaie reißt.

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Steuererhöhungen wären der Königsweg

Tatsächlich ist der Übergang vom gemütlichen Feierabend-Bierchen zur Alkoholkrankheit im wahrsten Sinne des Wortes fließend. Die Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) belegt das Alkoholproblem mit Zahlen: Demnach konsumiert jeder Deutsche etwa 10 Liter reinen Alkohol im Jahr, bei den 18- bis 64-Jährigen sind es sogar 12 Liter. Ein 5. Platz in der weltweiten Tabelle ist sicherlich kein Grund zur Freude.

"Deutschland zählt zu den Weltmeistern im Alkoholkonsum und bei den Alkoholproblemen", weiß DHS-Geschäftsführer Raphael Gassmann. Und das Problem werde größer, weil Bier, Wein und Spirituosen gemessen am Durchschnittseinkommen immer billiger würden. So kommt Gassmann zum unpopulären Fazit: "Steuererhöhungen auf Alkohol wären der Königsweg - wenn es um die Gesundheit geht."

Und was meinen Sie: Darf ein Kasten Bier im Kampf gegen den 'Suff' 20 Euro kosten?

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