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Autoversicherung wechseln und bis 2500 Euro sparen

17.10.12
Bei einem Unfall ist eine Kfz-Versicherung bares Geld wert. Für wen sich welcher Tarif eignet und wie Sie mit der richtigen Versicherung mehrere hundert Euro sparen können, hat nun Finanztest ermittelt.

Viele Autofahrer bleiben ihrer einmal gewählten Kfz-Versicherung treu. Dabei würde sich ein Wechsel für viele lohnen. „Finanztest“ hat 74 Versicherer und knapp 160 Tarife miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigt: Vor allem junge Familien, Rentner und Vielfahrer könnten durch einen Versicherungswechsel von einigen hundert bis zu über 2000 Euro pro Jahr sparen.

Noch immer nutzen viel zu wenig Autofahrer die Möglichkeit, ihre Kfz-Versicherung zu wechseln. Damit verschenken sie bares Geld. Doch vielen erscheint die Bandbreite an Tarifen und Anbietern zu unübersichtlich, so dass sie davor zurückschrecken, sich damit auseinanderzusetzen. Dabei kann laut Finanztest ein 50-jähriger Fahrer mit einem umfassenden Schutz mit einem Versicherungswechsel bis zu 1.051 Euro pro Jahr sparen. Bei Fahranfängern ist sogar ein Sparpotenzial von 2.500 Euro im Jahr möglich.

Neben dem Preis sind vor allem die Leistungen des Tarifs ausschlaggebend. Wer einen umfangreichen Schutz und Ansprechpartner in einer Filiale vor Ort wünscht, wählt einen anderen Anbieter als jemand, dem der Kontakt per Mail oder Telefon genügt und der letztlich nur die Basics abgedeckt sehen möchte: Versicherer wie Admiral Direkt oder CosmosDirekt beispielsweise können günstige Tarife anbieten, da sie mit ihren Kunden nur via Internet oder Telefon kommunizieren. Wer jedoch den persönlichen Kontakt wünscht, ist mit dem ADAC oder der HuK-Coburg besser beraten, muss dafür jedoch auch tiefer in die Tasche greifen.

Wer nur eine Haftpflicht-Versicherung sucht, kann sich ausschließlich am Preis orientieren. Grund dafür ist, dass alle Haftpflicht-Tarife in der Regel die gleichen Leistungen bieten. Die Wahl einer Teil- oder Vollkasko-Versicherung sollten Sie allerdings nicht nur vom Preis abhängig machen: Die DA Deutsche Allgemeine (Komfort) und HDI Direkt (Motor-Basis) bieten zwar die günstigsten Teilkasko-Tarife, garantieren aber beispielsweise keine 100%-ige Übernahme der Kosten, wenn der Versicherte grob fahrlässig handelt. Im Schadensfall müsste der Versicherte also einen Teil der Kosten selbst tragen. Von daher kann es sinnvoller sein, einen etwas teureren Anbieter zu wählen, der ein breiteres Leistungsspektrum bietet. Wer eine Vollkasko-Versicherung abschließen will, ist mit der DA Deutsche Allgemeine (Komfort), Direct Line (Basis) sowie der AdmiralDirekt (Basis) gut beraten.

Wie teuer die Versicherung für den Fahrer wird, hängt von folgenden Faktoren ab: Alter des Autofahrers, Anzahl der gefahrenen Kilometer pro Jahr, Schadenfreiheitsklasse. Unfallfreie Jahre zahlen sich in dem Fall aus. Für jedes unfallfreie Jahr bekommt der Fahrer einen Schadenfreiheitsrabatt. Jemand, der 35 Jahre unfallfrei gefahren ist, wird der Schadenfreiheitsklasse SF35 zugeordnet und zahlt nur noch 20 Prozent des Grundbeitrags. Wer hingegen einen Schaden meldet, den die Versicherung übernimmt, wird in eine schlechtere Klasse zurückgestuft. Wer sich an der Zahl der Schadenfreiheitsklassen der Versicherung orientiert – sie liegen zwischen SF 20 und SF 35 – sollte auch den Grundbeitrag betrachten.

Mit den neuen Schadenfreiheitsklassen ist hingegen bei vielen Versicherungen der „Rabattretter“ oder „Freischuss“ weggefallen: Wer mindestens 25 Jahre unfallfrei gefahren war und dann einen Unfall verursachte, behielt seinen alten Beitragssatz. Zukünftig haben Fahrer keinen Crash mehr „frei“ und werden nach einem Unfall sofort in eine schlechtere Klasse zurückgestuft. Allerdings kann häufig der Rabattschutz für 20-30 Prozent Aufpreis dazugekauft werden, wenngleich dies den Spareffekt mindert. Der Vorteil ist: Bereits Fahrer ab 23 Jahren haben – sofern sie die ersten vier Jahre unfallfrei gefahren sind – einen Freischuss, ohne wieder zurückgestuft zu werden. Dies kann sich vor allem für junge Familien bezahlt machen.


Weitere Spar-Tipps:

Selbstbeteiligung
Mit der Vereinbarung eines Selbstbehalts sinkt der Beitrag. Finanztest empfiehlt in der Teilkasko einen Selbstbehalt von 150 Euro, in der Vollkasko 300 Euro.

Kilometerzahl
Je weniger Sie fahren, desto weniger zahlen Sie. Generell sollten Sie grob schätzen, wie viel Sie pro Jahr fahren und der Versicherung diese Kilometerzahl nennen. Sollte sich im Jahr herausstellen, dass es doch mehr wird, müssen Sie den Versicherer allerdings informieren und gegebenenfalls eine Nachzahlung leisten.

Kasko
Eine Vollkasko-Versicherung ist eigentlich nur für Neuwagen-Besitzer zu empfehlen. Wer hingegen einen Gebrauchtwagen fährt, der schon einige Jahre gefahren ist und einen nur noch geringen Verkaufswert hat, ist mit einer Teilkasko gut beraten.

Werkstattbindung
Wer einen Tarif mit Werkstattbindung wählt, zahlt bis zu 20 Prozent weniger bei einer Kasko-Versicherung. Im Schadensfall bestimmt also der Versicherer, wo Ihr Auto repariert wird.

Generell gilt: Ein Vergleich lohnt sich immer. Bis zum 30. November können Sie Ihre bisherige Kfz-Versicherung wechseln. Wer partout nicht wechseln will, sollte wenigstens bei seinem Anbieter nachhören, ob er ihm nicht ein besseres Angebot machen kann.

(Quelle: Finanztest, 11/2012)

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