Aus Vatikan verschwundene Emanuela Orlandi: Ermittlungen gegen Priester
20.05.12
Wird der Fall der Emanuela Orlandi nach 29 Jahren aufgeklärt? Foto: dpa bildfunk
Wird der mysteriöse Kriminalfall jetzt endlich aufgeklärt?
Das Verschwinden der 15-jährigen Vatikan-Bürgerin Emanuela Orlandi vor 29 Jahren schlägt bis heute Wellen. Die italienischen Behörden haben vor kurzem sogar das Grab eines in einer Basilika beigesetzten berüchtigten Mafia-Bosses geöffnet, um die Leiche des Mädchens zu finden – ohne Erfolg. Doch es gibt weiter Hoffnung, den mysteriösen Kriminalfall doch noch aufzuklären.
Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Priester Don Pietro Vergari, berichteten nationale Medien. In Vergaris Wohnung habe es eine Durchsuchung gegeben, dabei sei ein Computer sichergestellt worden. "Ich bin absolut ruhig, ich habe nichts zu verstecken", sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa.
Vergari war früher für die Basilika Sant'Apollinaire zuständig. In dieser Basilika war vor wenigen Tagen das Grab des 'Renatino' genannten Mafioso Enrico De Pedis geöffnet worden. Dabei waren nur dessen sterbliche Überreste gefunden worden. Immer wieder hatte es Gerüchte gegeben, Emanuela Orlandi sei ermordet und mit dem Mafioso zusammen beigesetzt worden. Die römische Staatsanwaltschaft hatte nach jahrelangem Hin und Her im April der Graböffnung zugestimmt.
Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Priester Don Pietro Vergari, berichteten nationale Medien. In Vergaris Wohnung habe es eine Durchsuchung gegeben, dabei sei ein Computer sichergestellt worden. "Ich bin absolut ruhig, ich habe nichts zu verstecken", sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa.
Vergari war früher für die Basilika Sant'Apollinaire zuständig. In dieser Basilika war vor wenigen Tagen das Grab des 'Renatino' genannten Mafioso Enrico De Pedis geöffnet worden. Dabei waren nur dessen sterbliche Überreste gefunden worden. Immer wieder hatte es Gerüchte gegeben, Emanuela Orlandi sei ermordet und mit dem Mafioso zusammen beigesetzt worden. Die römische Staatsanwaltschaft hatte nach jahrelangem Hin und Her im April der Graböffnung zugestimmt.
Wilde Gerüchte und Spekulationen
Um das Verschwinden der Jugendlichen rankten sich viele Gerüchte und Spekulationen. 2008 hatte De Pedis' Ex-Freundin ausgesagt, die Drahtzieher der Entführung säßen "im Vatikan". Der Vatikan wies die Anschuldigungen seinerzeit als "infam und unbegründet" zurück. Im vergangenen Jahr behauptete dann Antonio Mancini - ein Ex-Mitglied der Magliana-Bande - Emanuela sei gekidnappt worden. Die Vatikanbank sollte nach seinen Worten so gezwungen werden, Geld zurückzugeben, das der Mafiaboss und seine Komplizen bei ihr investiert hätten. De Pedis habe das Geld aber dann abgeschrieben.Zeitweise wurde auch gemutmaßt, die Entführung Emanuelas habe im Zusammenhang mit dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. 1981 gestanden. Anonyme Anrufe und Schreiben wiesen damals darauf hin, das Mädchen könnte entführt worden sein, um den Attentäter freizupressen. Das könnten aber auch Ablenkungsmanöver gewesen sein. Der Attentäter soll damals einen Austausch verweigert haben, aber später behauptet haben, er wisse, dass Emanuela von einer mächtigen Organisation entführt worden und noch am Leben sei.
Emanuelas Bruder Pietro will auf jeden Fall weiter dafür kämpfen, das Schicksal seiner Schwester aufzuklären. "Es ist ein Akt der Liebe gegenüber meiner Schwester, die Unrecht erlitten hat: Sie haben ihr nicht erlaubt, ihr Leben zu leben."
















