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Aufschwung von Schuldenkrise bedroht?

11.06.11
Staatspleite in Griechenland muss verhindert werden.Kanzlerin Merkel hat eindringlich für neue Milliarden-Hilfen für Griechenland geworben.
Foto: dpa bildfunk

Deutschland ist Konjunktur-Lokomotive

Griechenland steht vor der Staatspleite, wenn keine Lösung für das hoch verschuldete Land gefunden wird. Athen hatte bereits vor gut einem Jahr ein Paket von Europäern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) von 110 Milliarden Euro erhalten. Die nächste Tranche von 12 Milliarden Euro ist im Juli fällig - Athen braucht sie dringend, freigegeben ist sie noch nicht.

Im Ringen um neue Milliardenhilfen für Griechenland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor massiven Folgen im Falle einer Staatspleite des Schuldensünders gewarnt. “Wir dürfen nichts tun, was den Aufschwung weltweit insgesamt in Gefahr bringt und dann auch in Deutschland wieder in Gefahr bringen würde“, sagte die Kanzlerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast im Internet. “Wenn wir nicht richtig handeln, kann das passieren, aber das wollen wir ja genau verhindern.“

Der Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers habe in Deutschland 2009 zu einem Wirtschaftseinbruch von fast fünf Prozent geführt, sagte Merkel. Über 60 Prozent des deutschen Exports gingen in den europäischen Bereich. Wenn es allen Europäern gut gehe, gehe es auch der deutschen Exportwirtschaft gut. Wegen der Vorteile des Euro sei es “richtig und gut, dass wir uns auch für den Euro als eine starke Währung einsetzen.“ Deutschland ist derzeit die Konjunktur-Lokomotive in Europa.

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2. Lehman-Fall muss verhindert werden

Auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner sagte, eine ungeordnete Staatsinsolvenz Griechenlands würde Aufschwung und Beschäftigung in Deutschland massiv gefährden. “Übrigens auch die Ersparnisse der Bürger. Wir dürfen einen zweiten Fall Lehman Brothers nicht zulassen“, sagte Lindner der ’Frankfurter Rundschau’.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte im Bundestag gesagt, um die Juli-Tranche auszahlen zu können, seien weitere Hilfen und ein Anpassungsprogramm nötig. Den Umfang eines neuen Rettungspakets bezifferte Schäuble nicht. Zuletzt war die Rede von einem Finanzbedarf von 90 bis 120 Milliarden Euro - je nach Dauer und Einbindung der Gläubiger und möglicher Privatisierungserlöse. Spekuliert wird über ein Kreditpaket von etwa 60 Milliarden Euro.

Die Finanzminister der Eurozone wollen sich am Dienstag in Brüssel treffen, wie in Kreisen der Eurogruppe bekannt wurde. Diplomaten rechnen damit, dass das neue Rettungspaket für Griechenland besprochen werden soll.

Schäuble hatte eindringlich um Unterstützung für eine “weiche“ Umschuldung geworben. Er hofft auf einen Kompromiss mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und den Euro-Partnern im Streit um eine Beteiligung privater Geldgeber.

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