Zusatzleistungen auf der IGel-Liste: Abzocke beim Arzt?
10.02.12
Mit der sogenannten IGel -Liste für individuelle Gesundheitsleistungen versuchen die Ärzte neben dem, was sie über die Kassen verdienen, zusätzliche Gewinne zu machen. Vorsicht vor der Abzocke im Wartezimmer
Ärzte sind nicht nur Götter in Weiß, sondern auch Geschäftsleute, und sie drehen ihren Patienten durchaus Sachen an, die nicht unbedingt nötig sind, warnen nun Verbraucherschützer. Wer diese Tatsache verinnerlicht hat, der spart unter Umständen viel Geld und in Einzelfällen sogar gesundheitliche Schäden.
Mit der sogenannten IGel-Liste für individuelle Gesundheitsleistungen versuchen die Ärzte neben dem, was sie über die Kassen verdienen, zusätzliche Gewinne einzufahren. Das sind allerdings oft Untersuchungen, die unter Umständen völlig unsinnig und nutzlos sind.
Eine Ultraschall-Untersuchung der Eierstöcke beim Frauenarzt: rund 40 Euro extra. Die Knochendichte-Bestimmung kostet circa 30 Euro und eine Augeninnendruck-Messung rund 20 Euro zusätzlich. Der Arzt rät dazu, der Patient muss es bezahlen - denn von den Kassen gibt es dafür kein Geld.
Mit der sogenannten IGel-Liste für individuelle Gesundheitsleistungen versuchen die Ärzte neben dem, was sie über die Kassen verdienen, zusätzliche Gewinne einzufahren. Das sind allerdings oft Untersuchungen, die unter Umständen völlig unsinnig und nutzlos sind.
Eine Ultraschall-Untersuchung der Eierstöcke beim Frauenarzt: rund 40 Euro extra. Die Knochendichte-Bestimmung kostet circa 30 Euro und eine Augeninnendruck-Messung rund 20 Euro zusätzlich. Der Arzt rät dazu, der Patient muss es bezahlen - denn von den Kassen gibt es dafür kein Geld.
Das rät der Medizinische Dienst
"Bei Patienten herrscht oft eine große Unsicherheit, ob die wirtschaftlichen Interessen des Arztes oder die Leistung für mich im Vordergrund stehen", sagt Dr. Silke Thomas vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes in Essen (MDS).In jedem Fall ein gutes Geschäft für die Ärzte, von dem Patienten oft nichts haben: "IGel-Leistungen sind ein klassisches Privatvergnügen. Oder es sind Verfahren, die so neu sind, dass von den Krankenkassen noch nicht garantiert werden kann, dass sie auch funktionieren", erklärt Dr. Günther Jonitz von der Bundesärztekammer.
Doch so manche Zusatzleistung wie zum Beispiel Darmspülungen können sogar schädlich sein. Es besteht das Risiko einer Darmblutung. Außerdem: Vieles von dem, was Ärzte zusätzlich in der IGel-Liste anbieten, zahlen die Kassen bei Verdacht sowieso.
Deshalb rät die Expertin vom Medizinischen Dienst:
- Vor- und Nachteile abfragen
- über Kosten sprechen
- nach Kassenleistung erkundigen
- Bedenkzeit nehmen
- im Internet informieren
Das neue Online-Portal der Krankenkassen IGel-Monitor.de beispielsweise soll Patienten helfen, sich im Angebotsdschungel zurechtzufinden, Nützliches von Unnützem zu trennen.
Generell sollten Patienten vor einer Entscheidung in Ruhe abwägen, denn keine der Zusatzleistungen ist für die Gesundheit so wichtig, dass man sofort entscheiden muss.
















