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'Sky' und ARD behalten Bundesliga-Rechte

17.04.12
Bundesliga, Rechte, ARD, Sky, Sportschau, Telekom, Bundesliga-RechteDer Rubel rollt: Christian Seifert, Geschäftsführer der DFL, darf sich durch den Verkauf der Bundesliga-Rechte auf Gesamteinnahmen von 628 Millionen Euro pro Saison freuen.

Telekom schaut bei TV-Rechten in die Röhre

Die Würfel sind gefallen, die Sieger bleiben die alten: Während der Pay-TV-Sender 'Sky' die Live-Rechte für die Spiele der 1. und 2. Bundesliga bis 2017 behalten wird, zeigt die ARD wie bisher eine Zusammenfassung der Partien am Samstagabend. Das ist das Ergebnis der Verhandlungen um die Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte. Zwar müssen die 36 Profi-Vereine der Empfehlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) noch zustimmen – daran zweifeln wird aber niemand.

Großer Verlierer des Wettbietens um die TV-Rechte ist die Telekom, die sich erstmals an den Verhandlungstisch gewagt hatte – mit Folgen für die Konkurrenz: Der Bezahlsender 'Sky' musste sein Angebot deutlich aufstocken, um sich die Rechte auch für die kommenden vier Spielzeiten sichern zu können.

Bis Ende der Saison 2012/2013 zahlt der TV-Sender noch 250 Millionen Euro pro Jahr, jetzt sind es durchschnittlich knapp 486 Millionen Euro, die von 'Sky' jährlich auf die DFL-Konten fließen - Summen, bei denen selbst manchem Managern schwindelig werden dürfte: Für die kommenden fünf Jahre lässt sich der Pay-TV-Sender die Rechte an der Bundesliga damit mehr als zwei MIlliarden Euro kosten.

Das Pokerduell um die Rechte hatte sich in den vergangenen Monaten immer mehr zu einem Kampf der Schwergewichte entwickelt. Die Kabelanbieter 'Unitymedia' und 'Kabel Deutschland' bewarben sich ebenfalls für die Ausstrahlung im Fernsehen, der Zeitungs- und Internet-Konzern 'Axel Springer' buhlte um die heiß begehrten Online-Rechte – mit Erfolg: Eine Stunde nach Spielschluss dürfen die Online-Portale des Verlags ab der Saison 2013/2014 so genannte Web- und Mobile-Clips im Internet und auf mobilen Endgeräten zeigen. Bei der Vergabe im IPTV-Bereich behielt ebenfalls 'Sky' die Oberhand und löste damit die Telekom überraschend ab.

Allein die Vorausmeldung, das 'Sky' das Rennen um die Live-Rechte macht, hatte positive Folgen für den Pay-TV-Sender: Die Aktie sprang um 25 Prozent auf 2,50 Euro – ein Schub, der für das chronisch defizitäre Unternehmen überlebenswichtig sein könnte. "Es gab ernste Sorgen, dass 'Sky' die Rechte verlieren würde", sagte ein Aktienhändler, der dem Konzern Mut macht: "Wir glauben, dass 'Sky' auf dieser Basis womöglich beim Wachstum den Turbo einschalten könnte."

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DFL nimmt im Schnitt 628 Millionen Euro ein

Damit ist die Existenz des von Medienzar Rupert Murdoch beherrschten Unternehmens vorläufig gesichert. Hätte der Konzern die Rechte verloren, hätte wohl ein Großteil der rund drei Millionen Abonnenten die Flucht ergriffen – und plötzlich schwebt 'Sky' auf Wolke Sieben: Medienexperten vermuten, dass der TV-Sender mit neuen Angeboten wieder auf Kundenjagd gehen wird.

Zweiter Gewinner der Ausschreibung ist die ARD. Der öffentlich-rechtliche TV-Sender wird auch weiterhin die Spiele am Samstagabend zusammenfassen. Das Prestigeformat 'Sportschau' bleibt der ARD also erhalten.

Freuen dürfen sich aber nicht nur die TV-Sender, auch die Bundesliga-Vereine profitieren von dem Wettbieten: Sie werden jedes Jahr an dem Verkauf der TV und Online-Rechte beteiligt. Christian Seifert, Geschäftsführer der DFL, rechnet damit, dass die Gesamteinnahmen durchschnittlich auf 628 Millionen Euro pro Jahr steigen – ein Plus von mehr als 50 Prozent.

Dass der Zuschauer von all dem profitiert, ist fraglich. Weil die Fernsehanstalten so viel Geld für die Rechte der Bundesliga-Spiele auf den Tisch legen, müssen die Millionen auch an einer anderen Stelle wieder hereingeholt werden. Die Fußball-Fans dürfen also nicht mit sinkenden Preisen rechnen – eher im Gegenteil. Solange die Zuschauer aber weiter bereit sind, die geforderten Preise für das Produkt Bundesliga zu zahlen, wird auch das Wettbieten kein Ende nehmen.

Das Lied, mit dem sich die deutsche Nationalmannschaft einst auf die WM 1974 eingestimmt hatte, hat also scheinbar kein Verfallsdatum: "König Fußball regiert die Welt" – zumindest die der Medien.

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