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Nach Attacke: Zustand des Dompteurs stabil

10.12.09

Foto: AUTOIMPORT

Der Gesundheitszustand des Hamburger Dompteurs, den seine Tiger lebensgefährlich verletzt hatten, hat sich stabilisiert. Das teilte der Show-Veranstalter unter Berufung auf die Eltern des Verletzten mit. Die Wunde an der schwer verletzten, aber nicht amputierten Hand sei in einer zweiten Operation nochmals versorgt worden.

Zuvor hatte es geheißen, die völlig zerfleischte Hand sei abgenommen worden. Die Ärzte beschreiben den Zustand des Dompteurs demnach weiterhin kritisch, wollen in den nächsten Stunden und Tagen aber die künstliche Beatmung langsam absetzen und das künstliche Koma schrittweise beenden, soweit das Schädeltrauma dies zulasse. Die Eltern kehrten zunächst nach Hause zurück.

Der 28-Jährige war bei einer Zirkus-Dinnershow gestolpert, nachdem ein Tiger mit einer Pranke nach ihm geschlagen hatte. Daraufhin hatten sich drei der fünf Raubkatzen auf den am Boden liegenden Mann gestürzt und ihm vor den Augen der entsetzten Zuschauer schwerste Verletzungen an Brust, Bauch und Kopf zugefügt.

Der gelernte Zootierpfleger aus Augsburg arbeitete erst seit kurzer Zeit in 'Pagels Dinner Zirkus'. Vorher stand er unter anderem in der Manege des berühmten Circus Krone in München. Seiner Gefahr scheint sich der junge Dompteur stets bewusst gewesen zu sein: "Es sind wilde Tiere, man kann sie nicht zähmen, nur trainieren", hatte er Anfang diesen Jahres in einem Interview mit der 'Augsburger Allgemeinen' erklärt. 'Jeden Tag nach der Abendvorstellung ruft meine Mutter an und fragt, ob noch alles dran ist.'

Lebensgefährte wollte die Tiger erschießen

"Den Tieren wird der eigene Wille regelrecht rausgeprügelt", sagte Carola Schmitt, Tierschützerin der Organisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals). Zirkusveranstalter würden immer wieder versuchen, Unfälle mit Aussagen wie "Die Tiger wollten nur spielen" zu bagatellisieren.

Der Lebenspartner des Verletzten hat geschockt auf die Attacke reagiert. Nach einem Gefühlsausbruch alarmierten Mitarbeiter des Zirkusses die Polizei, da sie fürchteten, er wolle die Tiger erschießen. Die Beamten durchsuchten daraufhin den Wohnwagen der beiden Männer, konnten aber keine Waffe finden.

Die Tiger wurden mittlerweile zu einem Tierlehrer gebracht, der lange mit dem Dompteur zusammengearbeitet habe und das Vertrauen der beteiligten Tiere und Menschen genieße, teilte die Dinner-Show weiter mit. Namen und Orte würden nicht bekanntgegeben, da die Tiere sich zunächst an ihr momentanes Zuhause und die neuen Bezugspersonen in Ruhe gewöhnen müssten.

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