Loveparade: Innenminister gerät unter Druck
12.08.10
NRW-Innenminister Ralf Jäger gerät unter Druck.Foto: dpa bildfunk
Welche Rolle spielte die Polizei wirklich?
Vor allem die Menschen, deren Angehörige und Freunde bei der Duisburger Loveparade getötet oder verletzt worden sind, wollen so schnell wie möglich wissen, wer die Verantwortung für die Schreckensereignisse des 24. Juli trägt. Doch die wird seit Wochen zwischen dem Veranstalter Rainer Schaller und der Polizei hin- und hergeschoben. NRW-Innenminister Ralf Jäger stellte sich bereits früh auf die Seite der Beamten - womöglich zu früh?
Denn nun ist offenbar ein vertraulicher Polizeibefehl aufgetaucht, der zeigt, dass die Polizisten Eingänge, Zäune, und Treppe sichern sollten – und nicht wie bisher angenommen nur für Diebstähle, Fundsachen oder die Verhinderung von Körperverletzungen verantwortlich gewesen seien.
Laut 'Spiegel Online' gab es auf dem Gelände in Duisburg drei Einsatzabschnitte mit insgesamt rund 2900 Beamten. Einer dieser Einsatzabschnitte sollte "Anzahl, Bewegung, Verhalten und Stimmung" der Raver im Auge behalten und den Veranstalter "lageabhängig" unterstützen, "insbesondere zur Gewährleistung eines sicheren und kontrollierten Zugangs/Abgangs zum/vom Veranstaltungsgelände". Zudem sollte "in enger Zusammenarbeit mit dem Ordnerdienst das Übersteigen von Sicherheitseinrichtungen/-zäunen und das Besteigen von Objekten"n verhindert werden. Was jedoch leider nicht geschah.
Denn nun ist offenbar ein vertraulicher Polizeibefehl aufgetaucht, der zeigt, dass die Polizisten Eingänge, Zäune, und Treppe sichern sollten – und nicht wie bisher angenommen nur für Diebstähle, Fundsachen oder die Verhinderung von Körperverletzungen verantwortlich gewesen seien.
Laut 'Spiegel Online' gab es auf dem Gelände in Duisburg drei Einsatzabschnitte mit insgesamt rund 2900 Beamten. Einer dieser Einsatzabschnitte sollte "Anzahl, Bewegung, Verhalten und Stimmung" der Raver im Auge behalten und den Veranstalter "lageabhängig" unterstützen, "insbesondere zur Gewährleistung eines sicheren und kontrollierten Zugangs/Abgangs zum/vom Veranstaltungsgelände". Zudem sollte "in enger Zusammenarbeit mit dem Ordnerdienst das Übersteigen von Sicherheitseinrichtungen/-zäunen und das Besteigen von Objekten"n verhindert werden. Was jedoch leider nicht geschah.
Nur "nachrangige Zuständigkeiten"
Denn mittlerweile ist bekannt, das die Massenpanik unter anderem dadurch ausgelöst wurde, dass Besucher über einen Sicherheitszaun klettern wollten, um über eine Treppe schneller das Veranstaltungsgelände zu erreichen. Als dann auch andere Menschen zu der Treppe strömten, kam es zur Panik. Ein Überwachungsvideo soll laut Spiegel Online zeigen, dass die Polizei Ordner auf die Kletterer hinwies, selbst jedoch nicht einschritt.Doch trotz der neuen Beweise beharrt das Innenministerium weiter auf seine bisherigen Darstellungen und kann keinen Widerspruch erkennen. "Die originäre Zuständigkeit für die Sicherheit auf dem Gelände lag beim Veranstalter. Dabei bleibt es", sagte ein Sprecher 'Spiegel Online'. Die Sicherung der Wege und Zäune seien somit nur "nachrangige Zuständigkeiten" gewesen.
















