Hat die Türkei chemische Waffen eingesetzt?
12.08.10
Der türkische Ministerpräsident Erdogan mit SoldatenFoto: AUTOIMPORT
Gutachten stützen Vorwürfe
Die Bilder sind so grausam, dass man sie nicht veröffentlichen kann: Sie zeigen völlig entstellte Leichen mit zerfetzten Gliedmaßen und schwer deformierte Körper. Diese gehören offenbar toten PKK-Kämpfern und dokumentieren möglicherweise den Einsatz chemischer Waffen von Seiten der türkischen Armee. Das berichtet die 'taz'.
Bereits im März hatten türkisch-kurdische Menschenrechtler einer Delegation von Türkei-Experten, Abgeordneten der Linkspartei, Mitarbeitern der Vereinigung Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs und Journalisten der 'taz' die Bilder übergeben. Inzwischen hat ein deutscher Bildfälschungsexperte, Hans Baumann, die Authentizität der Bilder bestätigt.
Auch das rechtsmedizinische Institut der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf hat die Bilder untersucht und kommt zu dem gleichem Ergebnis. "Angesichts des Zustands der Leichen muss deshalb in Betracht gezogen werden, dass chemische Substanzen eingesetzt worden sein könnten."
Sollte sich dieser Verdacht erhärten, hätte die Türkei gegen die von ihr unterschriebene UN-Chemiewaffenkonvention verstoßen. Die türkische Regierung weist diesen Verdacht zurück.
Die Menschenrechtler berichten, dass ein Bewohner der Region Cukurka den Vorfall beobachtet hat. Acht PKK-Kämpfer sollen sich demnach in einer Höhle vor der türkischen Armee versteckt haben. Diese soll ein "größeres Geschoss in die Höhle gefeuert haben", so die 'taz'. Dann sollen die Soldaten die leblosen Körper aus der Höhle geholt haben, auf sie geschossen und anschließend mit Panzern überrollt haben.
Bereits im März hatten türkisch-kurdische Menschenrechtler einer Delegation von Türkei-Experten, Abgeordneten der Linkspartei, Mitarbeitern der Vereinigung Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs und Journalisten der 'taz' die Bilder übergeben. Inzwischen hat ein deutscher Bildfälschungsexperte, Hans Baumann, die Authentizität der Bilder bestätigt.
Auch das rechtsmedizinische Institut der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf hat die Bilder untersucht und kommt zu dem gleichem Ergebnis. "Angesichts des Zustands der Leichen muss deshalb in Betracht gezogen werden, dass chemische Substanzen eingesetzt worden sein könnten."
Sollte sich dieser Verdacht erhärten, hätte die Türkei gegen die von ihr unterschriebene UN-Chemiewaffenkonvention verstoßen. Die türkische Regierung weist diesen Verdacht zurück.
Die Menschenrechtler berichten, dass ein Bewohner der Region Cukurka den Vorfall beobachtet hat. Acht PKK-Kämpfer sollen sich demnach in einer Höhle vor der türkischen Armee versteckt haben. Diese soll ein "größeres Geschoss in die Höhle gefeuert haben", so die 'taz'. Dann sollen die Soldaten die leblosen Körper aus der Höhle geholt haben, auf sie geschossen und anschließend mit Panzern überrollt haben.
Politiker fordern Aufklärung
Deutsche Politiker und Menschenrechtler fordern nun eine lückenlose Aufklärung. "Die neuerlichen Ereignisse sind so eklatant, dass die türkische Seite sie dringend aufklären muss", sagte die Grünen-Chefin Claudia Roth 'Spiegel online'.CDU-Bundestagsabgeordneter Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, sagte: "Die Türkei muss diese Vorwürfe dringend aufklären. Der beste Weg dazu ist sicherlich, dies unter internationaler Beteiligung tun."
Der Verdacht, dass die Türkei Chemie-Waffen einsetze bestehe schon seit vielen Jahren, sagte Gisela Penteker, Türkei-Beauftragte der Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs. "Die Menschen vor Ort sagen das immer wieder."
















