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Fukushima: Soldaten suchen Leichen in der Sperrzone

.., : Uhr

Mehr als 1.000 Leichen vermutet

Knapp 15.000 Menschen werden nach Erdbeben und Tsunami in Japan noch vermisst, schätzungsweise 1.000 Todesopfer werden allein in der Sperrzone um das havarierte AKW Fukushima in Japan vermutet. Polizisten und Soldaten haben jetzt begonnen, in weißen Strahlenschutzanzügen die verstrahlte Gegend nach Leichen zu durchsuchen. Im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima füllen unterdessen Arbeiter Stickstoff in das Reaktorgehäuse von Kraftwerksblock 1. Damit wollen sie verhindern, dass es in den zerstörten Reaktorgebäuden erneut zu Wasserstoff-Explosionen wie kurz nach der Havarie kommt.

Die Suche nach Toten rund um das havarierte AKW war bisher nicht möglich - eine zu hohe Strahlung verhinderte die Bergung. In Schutzanzügen suchen knapp vier Wochen nach dem Atomunglück fast 1.000 Polizisten und Soldaten nach Opfern. Ihnen läuft die Zeit davon. "Wir müssen sie jetzt finden, weil die Leichen verwesen“, berichtete Polizeisprecher Ryoichi Tsunoda in Fukushima laut der britischen Nachrichtenagentur 'UKPA’. Gesucht wird im evakuierten Gebiet im Umkreis zwischen zehn und 20 Kilometern.

Während die Suche nach Toten läuft, gehen die notwendigen Arbeiten am AKW weiter. Die Brennstäbe im Reaktorblock 1 hatten zeitweise aus dem Kühlwasser geragt und sich gefährlich erhitzt. Dadurch könnte sich das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt haben. In diesem Fall stiege das Risiko einer Knallgasexplosion, berichtete der Fernsehsender 'NHK'. Mit Stickstoff lässt sich das gefährliche Gemisch verdünnen. Stickstoff ist reaktionsträge, so dass unerwartete chemische Reaktionen ausgeschlossen sind. Nach Medienangaben erfolgte die Einleitung von Stickstoff bisher ohne Zwischenfälle. Der Druck in dem Reaktorgehäuse sei wie erwartet leicht gestiegen. Neben Block 1 könnte daher später auch in den Reaktorblöcken 2 und 3 Stickstoff eingefüllt werden.

Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks versucht zu beruhigen: Es handele sich hierbei um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Wahrscheinlichkeit weiterer Wasserstoffexplosionen sei "extrem gering". Regierungssprecher Yukio Edano berichtet: "Daten zeigen, dass sich die Reaktoren stabilisiert haben, aber wir sind noch nicht über dem Berg".

Zurzeit gehen Tepco und die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA nicht davon aus, dass durch die Stickstoffzuführung große Mengen an radioaktivem Dampf aus dem Reaktorgehäuse strömen können. In den Tagen nach dem Tsunami vom 11. März, der das Atomkraftwerk schwer getroffen hatte, war es in den Blöcken 1, 3 und 4 zu Wasserstoff-Explosionen gekommen. Sie hatten starke Zerstörungen angerichtet.

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Kreditprogramm für Banken
Nachdem bereits ein Leck abgedichtet wurde, ist die Strahlenbelastung im Meer vor Fukushima nach wie vor hoch. Wie der staatliche Nachrichtensender 'NHK' meldete, ergaben Messwerte vom Mittwoch eine um das 140.000-fache erhöhte Belastung mit dem radioaktiven Jod-131.

Die Regierung überlegt unterdessen, den geflohenen Menschen eine kurze Rückkehr in die Sperrzone zu erlauben. "Ja, es ist wahr, dass wir das erwägen", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Die Regierung und Atomexperten prüften derzeit, wie die Sicherheit zu gewährleisten sei, damit die Menschen an ihren früheren Wohnorten schnell noch Wertgegenstände und andere Dinge herausholen können.

Die japanische Zentralbank greift den Banken in der Katastrophenregion mit Milliarden-Krediten unter die Arme. Der Zentralbankrat beschloss am Donnerstag ein Kreditprogramm für die betroffenen Banken in Höhe von einer Billion Yen (8,2 Milliarden Euro). So soll den Instituten ermöglicht werden, von der Krise betroffene Firmen mit frischem Geld zu versorgen. Zugleich wurde der Leitzins unverändert bei nahe Null belassen.

Südkorea hat unterdessen aus Angst vor radioaktiv verseuchtem Regen einige Schulen geschlossen. Zudem empfahlen die Behörden als Vorsichtsmaßnahme nach der Atomkatastrophe in Japan, von Aktivitäten im Freien abzusehen. Viele Eltern brachten vorsorglich ihre Kinder mit dem Auto in die Schule. Einige Koreaner setzten Gesichtsmasken als Schutz vor Strahlung auf. Nach Angaben der Atomsicherheitsbehörde bestünde jedoch keine unmittelbare Gefahr.
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