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Kölner U-Bahn: Nicht nur zuwenig Stahl, auch zu wenig Beton

13.02.10

Foto: dpa bildfunk

Die Pfusch-Vorwürfe beim Kölner U-Bahn-Bau reißen nicht ab: Nach Zeitungsberichten wurde bei der Herstellung der unterirdischen Wände nicht nur der Großteil der stabilisierenden Eisenbügel weggelassen, sondern auch zu wenig Beton eingefüllt.

Dies gelte ausgerechnet für ein Wandteil in der Baugrube vor dem eingestürzten Stadtarchiv, berichteten der 'Kölner Stadt-Anzeiger' und die 'Kölnische Rundschau'. Das Betonierungsprotokoll sei gefälscht worden. Als Quelle nannte die 'Kölnische Rundschau' Kreise der KVB, der Kölner Verkehrs-Betriebe. Dort war niemand für einen Kommentar erreichbar.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung sorgt sich unterdessen um die Sicherheit der Jecken am Rosenmontag. Der Staatssekretär im Bauministerium, Günter Kozlowski (CDU), sagte im TV: "Natürlich machen auch wir uns Sorgen darüber, dass hier Hunderttausende Menschen in unmittelbarer Nähe der Baustelle unterwegs sind."

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Stadt erwog teilweise Evakuierung der Innenstadt

Zu der Entscheidung, den Rosenmontagszug dennoch nicht umzuleiten, sagte Kozlowski: "Wir werden uns das sehr sorgfältig angucken, ob die Maßnahmen, die der Oberbürgermeister und die KVB treffen wollen, ob die auch aus unserer Sicht hinreichend sind, diese Entscheidung zu rechtfertigen." Bauminister Lutz Lienenkämper (CDU) sagte: "Ich erwarte, dass die Entscheidungen des Oberbürgermeisters ausschließlich von der Sorge um die Sicherheit der Menschen bestimmt sind."

Zugleiter Christoph Kuckelkorn versicherte jedoch, der Rosenmontagszug sei sicher. "Weder die Zuschauer noch die Teilnehmer müssen sich Sorgen machen." Er stehe im ständigen Kontakt mit den Behörden. Wenn sich die Lage ändern sollte, werde er sofort handeln: "Im extremsten Fall könnten wir noch wenige Stunden vorher den Zugweg ändern."

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass in der Baugrube Heumarkt 83 Prozent der stabilisierenden Eisenbügel fehlen. Die Stangen sollen von Arbeitern an Schrotthändler verkauft worden sein. Dennoch bestehe keine Einsturzgefahr, versichert Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD). Geprüft wird allerdings noch, ob die Baugrube auch einem extremen Hochwasser standhalten würde. In wenigen Wochen beginnt die Schneeschmelze, und der Pegel des Rheins dürfte steigen.

Der U-Bahnbau gilt als Ursache für den Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor knapp einem Jahr, wobei zwei Menschen ums Leben kamen. Was genau geschah, muss die Staatsanwaltschaft noch herausfinden. Spekuliert wird, dass aufgrund von Baufehlern Grundwasser in die Baugrube direkt vor dem Archiv strömte und dies zum Einsturz führte.

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