Erneuter Bahn-Skandal: Polizei wirft Passagiere aus ICE
09.02.10

Foto: dpa bildfunk
Der Zug fuhr nur mit halber Länge
Die Bahn sorgt mal wieder für Frust und Ärger bei den Reisenden, nicht nur wegen zahlreicher Verspätungen. Ein Ansturm von Passagieren war am Wochenende der Auslöser für dramatische Szenen: Da der ICE von München nach Berlin wegen des derzeitigen Wartungsstaus nur mit halber Länge fuhr, war er schnell hoffnungslos überfüllt. Fahrgäste berichteten von einem "totalen Chaos", die Menschen drängten sich in den Gängen und Abteilen, nichts ging mehr. Aus Sicherheitsgründen durfte der Lokführer nicht mehr weiterfahren, die Polizei griff ein – und schmiss zahlreiche Reisende in Leipzig einfach aus dem Zug! Die Lage drohte zu eskalieren, trotzdem waren die rausgeschmissenen Fahrgäste machtlos und mussten auf dem Leipziger Bahnhof in der Kälte auf einen anderen Zug warten.
Im ICE von Stuttgart nach Berlin war die Lage offenbar ähnlich schlimm. Hier gab es weder Sitz- noch Stehplätze mehr, Passagiere berichteten von lautstarken Auseinandersetzungen um Reservierungen.
Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, die Fälle vom Wochenende werden nicht die letzten Chaos-Fahrten gewesen sein. Auf Grund der ausgiebigen Wartungen sind weitere Verspätungen programmiert.
Bahnchef Rüdiger Grube hat unterdessen erneut die Bahnindustrie für die aktuellen Probleme im Schienenverkehr verantwortlich gemacht. Die Hersteller hätten nicht die Qualität geliefert, die die Bahn eingekauft habe. Derzeit müssten alle Radachsen und Radscheiben ausgewechselt werden, sagte Grube. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will indes die Industrie für Winterschäden an ICE-Zügen haftbar machen.
Im ICE von Stuttgart nach Berlin war die Lage offenbar ähnlich schlimm. Hier gab es weder Sitz- noch Stehplätze mehr, Passagiere berichteten von lautstarken Auseinandersetzungen um Reservierungen.
Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, die Fälle vom Wochenende werden nicht die letzten Chaos-Fahrten gewesen sein. Auf Grund der ausgiebigen Wartungen sind weitere Verspätungen programmiert.
Bahnchef Rüdiger Grube hat unterdessen erneut die Bahnindustrie für die aktuellen Probleme im Schienenverkehr verantwortlich gemacht. Die Hersteller hätten nicht die Qualität geliefert, die die Bahn eingekauft habe. Derzeit müssten alle Radachsen und Radscheiben ausgewechselt werden, sagte Grube. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will indes die Industrie für Winterschäden an ICE-Zügen haftbar machen.
Einschränkungen noch bis zum Frühjahr
Nach einem "Spiegel"-Bericht wird es wegen eines Wartungsstaus voraussichtlich bis ins Frühjahr hinein Einschränkungen bei den ICE- Zügen geben. Wie ein Bahnsprecher bestätigte, gebe es in den Werkstätten einen Rückstau, der abgearbeitet werden müsse. Dies dürfte sich einige Wochen über die derzeitige Kälteperiode hinaus hinziehen. Schnee und Eis machen der Bahn derzeit schwer zu schaffen. So gebe es Probleme mit dem sogenannten Schotterflug. Dabei würden die Fahrzeuge beschädigt, weil Eisklumpen während der Fahrt von den Zügen abfallen und den Schotter im Gleisbett gegen den Unterboden schleudern.Die Verbraucherzentralen griffen unterdessen die Bahn wegen milliardenteurer Großprojekte wie Stuttgart 21 an. "Es gibt eine Reihe von Prestigeprojekten, die unendlich viel Geld kosten und wo man sich fragen muss: Ist das Geld da gut angelegt?", sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen. "Es darf nicht sein, dass am Ende das Geld für Qualitätsverbesserungen an anderer Stelle fehlt." In Stuttgart soll der Kopfbahnhof für 4,1 Milliarden Euro bis 2019 zur unterirdischen Durchgangsstation werden.






