Kein Platz für Stereotype Peyman startet durch als Tagesvater


Die Personalliste im Kindergarten ist leider ja oftmals nicht lang – aber vor allem auch nicht männlich! Männer sind definitiv in der Minderheit in erzieherischen Berufen. Dabei macht es so viel Spaß – und Klischees sind zum Brechen da, sagt Peyman Bahrani. Er ist einer von nur drei Tagesvätern in Kassel. Mehr zu seinem bunten Alltag und der männlichen Initiative – im Video!

KEIN PLATZ FÜR STEREOTYPE | Kassel

OFF
Wenn Peyman am Ball ist, gibt’s erstmal Kunststücke.

Frei Kopfball

Peyman Bahrani ist 36 und einer von drei Tagesvätern in Kassel. Er hat seinen Traumberuf gefunden.

OT PEYMAN BAHRANI | Tagesvater
„Ich freue mich. Ich freue mich, wenn die Kinder hier sind. Ich freue mich, wenn wir hier zusammen im Kreis sitzen, frühstücken, singen und basteln, malen, spazieren gehen. Wir machen jedes Tag was Neues mit den Kindern und ich merke wirklich kaum, wie die Zeit hier rum geht.“

Anfang des Jahres schloss der 36-Jährge seine Qualifizierung zum Tagesvater ab. Seitdem betreut er zusammen mit seiner Frau 8 Kinder im Kid’s Garden in Kassel. Eine Entscheidung, über die er sich im Vorfeld viele Gedanken machte.

OT PEYMAN BAHRANI | Tagesvater
„Wie soll ich überhaupt ein Mädchen oder kleinen Jungen betreuen, was denken die Eltern über mich. Das waren meine Sorgen.“

Doch schnell merkt er, dass diese Sorgen unbegründet sind. Ganz im Gegenteil: vor allem alleinerziehende Mütter sind froh, dass ihr Kind Peyman als männliche Bezugsperson hat. Denn männliche Erzieher gibt es nach wie vor nur sehr wenige. Rund 7 Prozent des pädagogischen Fachpersonals in Kitas und Grundschulen sind Männer. Diese Situation spiegelt sich auch beim Qualifizierungskurs zum Tagesvater in Kassel wider. Frank Richter ist der Hahn im Korb.

OT FRANK RICHTER | zukünftiger Tagesvater
„Es fehlt definitiv die Anerkennung in der Gesellschaft für den Beruf. Das ist A das Geld aber auch der Stellenwert, den man hat damit. Ich bin eben kein Manager oder so was, ich bin Kindertagespflegeperson. Das muss man erstmal rüberbringen können, dass das auch was Wertiges ist.“

Denn die Aufgabe von Tagesvätern oder -müttern ist mehr als reine Kinderbetreuung. Es ist Bildungsarbeit. Männliche Erzieher sind wichtig, denn nur so können tradierte Rollenklischees aufgebrochen werden.

OT MARTINA VAN DER HÖVEL-HANEMANN | Erziehungswissenschaftlerin
„Dieses Bild, dass Erzieherinnen betreuen und mit einer Kaffeetasse sich einen schönen Tag machen, hält sich leider beharrlich. Es hält sich dieses Bild, dass Kinder in den ersten drei Jahren zu ihrer Mutter gehören. Wir wissen aus der Bindungsforschung, dass auch kleine Kinder, wenn es gut läuft, Bindung zu mehreren Personen aufnehmen können.“

Viele Männer schreckt aber auch die schlechte Bezahlung ab, so die Erziehungswissenschaftlerin weiter. Im Durchschnitt verdienen Erzieher und Erzieherinnen in Hessen nur rund 3100 Euro brutto. Auch Peyman verdient jetzt weniger als in seinem früheren Beruf als Einzelhandelskaufmann im Kommunikationsbereich. Bereut hat er den Schritt zum Tagesvater aber nie.

OT PEYMAN BAHRANI | Tagesvater
„Ich habe früher mehr verdient als als Tagesvater, aber hier habe ich mehr Spaß. Hier habe ich wirklich Freude an meinem Job.“

Peyman hofft, dass sich zukünftig mehr Männer trauen, diesen Beruf zu ergreifen und Stereotype keine Rolle mehr spielen. Denn, so der 36-Jährige: es ist egal, ob Jungs mit Rosa malen und Mädchen mit blau. Für überholte Ansichten ist in einer bunten Gesellschaft einfach kein Platz mehr.
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