Anstatt mit 77 Jahren ihren Ruhestand zu genießen, MUSS Ursula Schade weiter arbeiten gehen.
Sie bekommt knapp 1.200 Euro Rente.
"Ich wusste ab dem Moment, wo ich in Rente gehe, dass ich arbeiten muss. Und wahrscheinlich solange arbeiten muss bis mir der Stift aus der Hand fällt."
Eine Seite der traurigen Realität in Deutschland.
Die andere Seite sind Bundesminister. Nach nur 4 Jahren im Beruf steht ihnen eine Art Rente von monatlich 4.500 Euro zu.
"Die Politiker-Diäten steigen steigen steigen, die Renten steigen nur ein bisschen. Finden sie das gerecht?"
Stand jetzt gehen wir mit 67 Jahren in Rente. Wie viel Geld dann wem zusteht, hängt von vielen Faktoren ab. Durchschnittlich liegt die monatliche Rente von Männern bei 1.700 Euro. Bei Frauen sind es sogar nur 1.300 Euro – und davon geht noch bis zu ein Viertel an Abzügen runter. Für viele wird es also knapp, das fürchten auch diese Passanten in Berlin.
"Ich hab den bescheid bekommen und mir wird Angst, wenn ich drüber nachdenke."
"Da stand 1700 drinne. Das wird ja nicht reichen."
"Ich hab davor Angst, weil ich nicht will, dass meine Kinder mich finanzieren müssen."
Ursula Schade ist 77 Jahre alt. 35 Jahre lange hat sie als Schneiderin und im Reisebüro gearbeitet. Das alles für eine Rente von 1.177 Euro. Für sie? Zu wenig!
"Man hat ja bestimmte Sachen, die man Zahle MUSS. Als Renter hat man nicht viel Möglichkeit noch was dazu zu verdienen."
Mit einem Buchhaltungs-Nebenjob verdient sie sich immerhin 300 Euro zusätzlich. Im Juli sollen die Renten steigen. Um 4,5 Prozent. Darauf ist die Regierung sehr stolz, glücklich macht das aber nicht jeden.
"Das ist… das ist nichts. Alles was unter 10 Prozent ist, darüber brauchen wir uns nicht unterhalten."
Bei ihrer geringen Rente macht sich die Erhöhung kaum bemerkbar. Was das Problem dabei ist, weiß Rentenberater Thomas Neumann.
"Bei jemanden der 1000 Euro Rente hat, bringt die Erhöhung 50 Euro. Bei 2.000 sind es 100 Euro, obwohl der weniger auf die Erhöhung angewiesen wäre, als der der eh schon weniger hat."
Für solche ‚minimalen‘ Beträge haben Politiker wahrscheinlich kein Gespür mehr. Im Vergleich:
Ein Bundesminister – also Boris Pistorius oder Karl Lauterbach - kriegt nach nur 4 Jahren Arbeit in seiner Position 4.500 Euro Pension. Das ist das dreifache der Durchschnittsrente nach 45 Jahren Arbeit! Und dass ohne in Rentenkassen einzuzahlen. Kann das gerecht sein? Wir konfrontieren Politiker damit.
"Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass ich als Bundestagsabgeordneter nicht in die Rente einzahle. Sondern eine andere Pension kriege. Das ist ungerecht."
"Ich wär auch bereit dazu, dass man privat vorsorgt, dass gar nicht unbedingt diese Ansprüche gibt, die man sich pro Jahr erwirbt."
Aber Fakt ist: Politiker und Beamte zahlen nicht in die Rentenkasse ein. Es gab immer wieder Vorschläge aber Regierungsparteien haben nie drüber abgestimmt. Man schneidet sich wohl nicht ins eigene Fleisch. Stattdessen solls die Wirtschaft richten:
"Wir brauchen eine gute Rente und die Voraussetzung dafür sind gute Löhne. Deswegen wollen wir den Mindestlohn reformieren."
Wenn die Politik eben nicht genug für uns tut, muss man sich auf sich selber verlassen. Also früh Geld zurücklegen und immer an die Rente denken.