In unserer Wochenserie greifen wir tief in die Trickkiste und fragen die Frankfurter Psychotherapeutin Miriam Hoff. Heute zum Thema: Zukunftsangst.
Direkt studieren, doch lieber eine Ausbildung, ins Ausland oder erstmal ein FSJ? Genau diesen Fragen müssen sich Jugendliche spätestens nach der Schule stellen. Und das ist nicht immer einfach für sie:
OT Miriam Hoff:
„Einerseits ist es ja schön, dass sie so viele Möglichkeiten haben. Andererseits und gepaart mit dem Leistungsdruck und auch angesichts der aktuellen Finanzkrise ist das für viele auch sehr belastend, weil sie ihre Jugend nicht mehr so genießen können und erstmal Work and Travel machen. Weil sie denken ich muss sofort eine Ausbildung, sofort ein Studium machen. Und dann auch nicht irgendein Studium, sondern eins wo ich möglichst viel Geld verdiene oder eine Ausbildung, wo ich möglichst viel Geld verdiene.“
Auch die zum Teil hohen Zulassungsbeschränkungen für Studiengänge setzen viele bereits während der Schulzeit massiv unter Druck. Dazu kommt manchmal noch die Vorstellung der Eltern für die Zukunft ihres Kindes:
OT Miriam Hoff:
„Als Eltern meint man es ja meistens nur gut mit seinen Kindern. Hat aber dann trotzdem eine Erwartungshaltung und stülpt das denen über und da muss man als Eltern vorsichtig sein. Auch wenn mans gut meint zu gucken, was sind denn die Interessen meines Kindes. […] Sich wirklich davon zu distanzieren und zu schauen, ich nehm mich jetzt zurück, in erster Linie soll mein Kind glücklich sein.“
Um das Richtige für sich zu finden, kann ein sogenanntes Vision Board helfen:
OT Miriam Hoff:
„Dann sollen sie sich einfach so in einer Zeitung Dinge rausreißen, eine Collage erstellen, Dinge die das Herz ansprechen, Bilder, die das Herz ansprechen. Ohne Limitierung. Und dann zu schauen: Wofür brenne ich? Und wenn ich das gefunden hab, wofür ich brenne, dann bin ich auch bereit Leistung zu bringen.“
Um zu visualisieren, was einem wichtig ist im Leben, kann auch eine Prioritätenliste helfen: Hier malt man drei Kreise. In den äußeren Kreis kommt das, was man gut findet aber was man nicht unbedingt braucht. In den mittleren Kreis kommt etwas, was schon wichtig ist aber nicht unverzichtbar und in den innersten Kreis, in den Kern, schreibt man die Dinge, ohne die man nicht leben könnte.
Und es gibt noch einen weiteren Tipp von der Expertin
OT Miriam Hoff
„Sich wirklich vorzustellen: Wie sieht mein idealer Tag aus. Also von morgens, mittags, abends zu träumen: Wo wache ich auf? Wo wohne ich? Wo arbeite ich? Bin ich auf dem Land in der Stadt?…Genau das wofür mein Herz schlägt und dann macht es wieder richtig Spaß.“
Denn im besten Fall sollten wir doch etwas machen, was uns erfüllt.