Es ist eine Tragödie für Jürgen Teudt: Der Ziegenhirte musste alle seine Tiere keulen lassen. Der Grund: Auf einem benachbarten Hof in Hönow, Brandenburg, wurde die Maul- und Klauenseuche nachgewiesen.
Ziegenbauer:
"Es ist ne große Leere, trifft uns wirtschaftlich hart, aber wir werden durchkommen."
Es ist nach über 30 Jahren der erste Fall - vermutlich von Reisenden aus Asien oder Afrika eingeschleppt. Das Virus breitet sich schnell durch direkten Kontakt, Luft oder kontaminierte Oberflächen aus, ist jedoch harmlos für Menschen und Kleintiere.
Veterinär:
"Es kommt zur Bläschenbildung an der Schleimhaut im Maulbereich und auch an den Gliedmaßen, an den Klauen. Und damit ist es auf jeden Fall eine Entzündung in der Maulhöhle, also Schmerzen im Mund, verbunden an den Klauen, damit die Lahmheit verbunden und die Tiere bekommen Fieber. "
In der betroffenen Region wurden eine 3 km weite Sperrzone eingerichtet, über 200 Tiere getötet und Tiertransporte verboten. Wegen der Ansteckungsgefahr stoppten Mexiko, Großbritannien, die Niederlande und Südkorea den Import von deutschem Fleisch.
Bauernverband:
„Auf der wirtschaftlichen Seite trifft es unsere Tierhalter ins Mark. Das ist ein Schlag ins Kontor. Der Markt läuft nicht mehr. Wir können nicht mehr exportieren. Und da ist eben die Befürchtung, dass das zu Preisdruck führt.“
Auch auf der Grünen Woche, die in zwei Tagen beginnt und ein agrarpolitisches Highlight für Landwirte ist, wird aus Vorsicht auf Paarhufer verzichtet. Denn: Im Worst Case kann es bis zu zwei Jahre dauern bis deutschland wieder als Seuchenfrei gilt.
Özdemir:
"Das betrifft dann leider auch Milchprodukte. Es betrifft dann auch den ganzen Bereich des Milchpulvers bis zur Futtermittel, die tierische Produkte beinhalten. Also insofern sehen Sie, welche Dramatik das annehmen kann"
Für Ziegenbauer Jürgen Teudt wurden auf einer Spendenseite schon über 12.000 Euro gesammelt! Bislang wurden bei Stichproben auch keine neuen Fälle von Maul- und Klauenseuche gefunden. Bleibt es so, könnten die Maßnahmen bald gelockert und der Export in wenigen Monaten wieder aufgenommen werden.