„Ohne Hindernisse in den Urlaub“ – über diese Werbung am Saarbrückener Flughafen können diese Passagiere nur müde lächeln. Denn für ihren Flug auf die spanische Sonneninsel Gran Canaria mussten sie über 13 Stunden lang warten.
„Ein Tag Urlaub weg, wer gibt mir die Zeit zurück?“
„Seit heute Morgen, 6:00 Uhr sollten wir eigentlich wegfliegen, wurde uns ein Lügenmärchen nach dem anderen erzählt.“
„Grauenvoll. Ganz schlimm.“
Und warum das Ganze? Offenbar weil die Maschine der Airline SmartLynx durch Gepäck und Passagiere zu schwer zum Starten war. Erst nach langem Hin und Her buchen einige Reisende freiwillig um und der Airbus hebt endlich ab – 13 Stunden und 39 Minuten später als versprochen. Auf unsere Fragen hat die Airline bisher nicht reagiert.
Ein schlechter Start in den Urlaub. Und der könnte in den Sommerferien vielen Reisenden drohen – wenn auch nicht wegen zu schwerer Maschinen. Aber es fehlen Mitarbeiter – am Boden und in der Luft. Denn während der Pandemie wurden viele Stellen abgebaut, um Kosten zu sparen.
Özay Tarim, Verdi Gewerkschaftssekretär
„Da hat man einfach versäumt und den Zeitpunkt verpasst, ausreichend mehr Personal einzustellen. Und das ist die Hauptursache für dieses Desaster, was wir hier am Flughafen erleben.“
Bundesverkehrsminister Volker Wissing rechnet nicht damit, dass sich die Situation bald entspannt. Zumindest um die Schlangen an den Sicherheitskontrollen zu verringern, könnten Beamte der Bundespolizei einspringen, so die Idee von FDP-Fraktionschef Christian Dürr im Tagesspiegel.
Solange es aber keine Lösung gibt, sollten Reisende am besten online einchecken und mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Das kann sich lohnen, damit der Start in den Urlaub „ohne Hindernisse“ gelingt - falls der Flieger nicht wieder zu schwer zum abheben ist.