Das soll einer mal verstehen: ganz normales Salz gibts für stolze 25 Euro das Kilo - aber auch für gerade einmal 50 CENT für dieselbe Menge! Und ähnlich groß sind die Preisspannen bei Pfeffer, Paprika und anderen Gewürzen. Warum ist das denn so? Das Fragen sich auch Andrea und ihre Tochter Lisa.
„Welche Begründung an Inhaltsstoffen gibt es denn, um so einen gravierenden Preisunterschied zu haben.“
Andrea Oppermann
„Das finde ich wirklich krass!“ Ist das mit Gold gefüllt worden?“
Das wohl nicht! Wir wollen herausfinden, ob die beiden Qualitätsunterschiede erkennen.
Zuerst im Test Salz. Wir kaufen drei ganz herkömmliche Salze. Alle werden umgefüllt, die Verpackungen sollen sie nicht sehen.
Wir haben Salz vom Discounter für 5 Cent pro 100 Gramm,
ein Markenprodukt für 40 Cent pro 100 Gramm und ein weiteres für 2,40 Euro für die gleiche Menge.
„Also ich schmecke keinen gravierenden Unterschied, also nicht so, dass ich sagen würde: boah, ich muss jetzt nur noch das Salz haben, weil mir dieser Geschmack möglicherweise gefällt, ne gar nicht!“
„Da jetzt zu sagen, was welches ist, ist für mich nicht möglich. Im Endeffekt ist es nur Salz“
Ein Experte muss her. Stefan Wilke ist Gourmetkoch in einem Luxushotel in Hamburg, er kann sofort Unterschiede sehen. Und vermutet, dass dieses hier das teuerste Salz ist!
„Hier habe ich doch eine höhere Qualität am Salz und nicht so viel Feinbruch dabei.“
Es ist aber nicht das Teuerste! Sein Favorit ist das mittelpreisige für 40 Cent pro 100 Gramm! Also, auch für Experten ist der Untersched nicht sofort ersichtlich. Teures Salz wird oft aufwändiger abgebaut im Bergwerk.
"Qualitativ ist es natürlich ein Unterschied, aber würzen im Salzgehalt tun sie alle – alle gleich, hier ist Salz, da ist Salz."
Zwischen dem günstigsten und teuersten Salz in unserem Test hat unser Experte keine Qualitätsunterschiede festgestellt – obwohl das eine 50 mal mehr kostet als das andere! Nur die Verpackung ist anders. Das teuerste Salz hat nämlich eine Dosierhilfe und die kostet! Nicht anders Salz in der Mühle.
„Bei Salz ist es definitiv egal, ob es frisch gemahlen ist oder nicht, weil da habe ich keine Aromen, die sich wirklich verflüchtigen, wie beim Pfeffer.“
Sein Tipp: zwei verschiedene Salzsorten reichen in der Küche aus. Ein günstiges Jodsalz zum Kochen - das ist einfach am gesündesten - und ein grobes. Ob aus dem Himalaya oder aus dem Meer, bleibt jedem selbst überlassen.
Andrea und Lisa wollen jetzt ihr Salz auch verwenden und Bratkartoffeln machen.
„Aber bitte nicht nur mit Salz!“
Andrea
„Pfeffer?“
*Genau und Paprika edelsüß, so schmeckts ihnen am besten. Auch bei diesen Gewürzen gibt es zunächst wieder eine Blindverkostung. Gemahlenen Pfeffer für 1,60 pro 100 Gramm, 3 Euro und 5,60 für die gleiche Menge. Ähnliche Preisunterschiede beim gemahlenen Paprika. Ums kurzzufassen: Unsere Testerinnen merken weder am Geruch noch geschmacklich einen Unterschied.
„Also im Rückschluss für mich: ich muss nicht das teuerste kaufen, ich kann auch das günstigste kaufen.“
Aber ist das wirklich so? Die müssen sich doch unterscheiden? Wie sonst erklärt sich der enorme Preisunterschied? Auch der Gourmetkoch macht die Blindverkostung. Zunächst beim Pfeffer. Er erkennt leichte Unterschiede.
„Hier habe ich nur Schärfe, hier habe ich Schärfe und ein bisschen was blumiges...ich habe süßes“
„Wenn der Pfeffer jetzt sehr aggressiv riecht, sehr scharf, dann würde ich ihn auch nicht so gerne verwenden. Es muss ein rundes Bild sein. Pfeffer hat nicht nur Schärfe, sondern auch süße.“
Vor allem dadurch wie Pfeffer angebaut und geerntet wurde, bestimmt die Geschmacksvielfalt. Und erklärt die Preisunterschiede. Ein Tipp: Ganze Körner kaufen, die sind im Vergleich nur unwesentlich teurer, haben aber einen größeren Effekt.
„Sparen kann ich beim Pfeffer, wenn ich ihn nicht gemahlen kaufe, denn durch das gemahlene verfliegt das Aroma und um das Aroma wieder zu bekommen muss ich fast das doppelte oder mehr verwenden und wenn ich frischen Pfeffer kaufe, den ich selbst mahle, brauche ich deutlich weniger.“
Gewürze sind im geschlossenen Glas übrigens bis zu vier Jahre haltbar, Salz unbegrenzt!
Und was sagt Stefan Wilke zum Paprika edelsüß? Auch hier erkennt der Gourmetkoch keine wesentlichen Unterschiede. Auf den Verpackungen steht nichts über die Herkunft oder Verarbeitung. Reines Rätselraten.
„Für den Laien ist es sehr schwierig den Unterschied zwischen billig und teuer zu erkenne.“
Hier gilt für ihn: ob nun teuer oder billig. Alle waren im Test gut.
Paprika edelsüß, Salz und Pfeffer passen ideal auf Bratkartoffeln, noch etwas Muskatnuss dazu. Schon hat man laut Gourmetkoch eine leckere Würzmischung. Klar sind in dieser Gewürzmischung für 3,30 Euro pro 100 Gramm noch ein paar Gewürze mehr drin. Aber auch vor allem Salz! Über 50 Prozent.
„Auf lange Sicht ist es immer besser, wenn ich mir die Einzelaromen kaufe und dann die Gewürzmischungen selber mache. Denn dann habe ich ein viel besseres Preis-Leistungsverhältnis.“
Ganz wichtig: immer erst am Ende kurz vorm Essen würzen, sonst verfliegen die Aromen. Das machen auch Andrea und Lisa.
„Ich brauch nicht so viel Salz, Du?“
Ist auch gesünder und allgemein brauchts auch nicht so viele Gewürze, wie unser Test gezeigt hat. Andrea kann einiges aus ihrem Schrank aussortieren und achtet beim Kauf auf den Kilopreis, denn die Preisspannen sind riesig und das liegt auch an den unterschiedlichen Verpackungen, in Sachen Geschmack und Qualität hat es zumindest in unserer Stichprobe nur geringe Unterschiede gegeben!