Ein ausrangiertes Lattenrost, eine Baby-Wiege, Plastikwannen, Elektro-Schrott und eine verwaiste Socke - hier in diesem Wohnviertel in Essen liegt einfach alles auf der Straße. Ein wenig sprachlos ist da auch unser Reporter.
Allerdings! Und wie uns dieser Hauseigentümer erklärt, sehen die Müllberge hier nicht nur unschön aus, sondern sind auch gefährlich.
"da ist teilweise organischer Müll. Es ist teilweise so, wir haben schon erlebt, dass dieser Müllhaufen anfing zu gären, dass da also richtig dampfte. Und wir haben einmal durch einen Feuerwehrmann erreichte, der sagte, dass wir da also eine Brandgefahr."
Wer ist schuld an dieser Dauer-Zumüllung? Unser Reporter will eine Antwort - und hakt deshalb bei
Die Anwohner - wie diese Mutter - klagen, dass die Müllberge Ratten anziehen.
"Es ist echt ekelhaft, meine Kinder trauen sih nicht im Garten zu spielen wegen den Ratten."
Lars Lenius setzt sich im Bürgerverein dafür ein, dass das Problem endlich behoben wird. Denn nicht nur die Müllberge wachsen hier stetig, sondern auch die Ratten-Plage.
"Erschreckend ist, dass das echt Kaventsmänner sind mit 30 Zentimeter Länge und co. Also man kennt Ratten. Eigentlich so kleine, süße, niedliche Hausratten, die kennt man. Aber das hier sind schon ordentliche Kaventsmänner. Das sind schon echt größere Meerschweinchen von der Größe her und von denen möchte ich nicht angefallen werden, sage ich ihnen ganz ehrlich."
Vielleicht sind die Ratten etwas kleiner, aber stören tun sie trotzdem. Dieter Körner ist ebenfalls im Bürgerverein aktiv. Auf eigene Faust hat er vergangenes Jahr 47 Ratten gefangen.
"ich mache das nicht aus Jux und Dollerei. Ich habe keinen Jagdtrieb, das macht mir keinen Spaß. Das ist reine Notwehr, ich will die dezimieren."
Die Anwohner sind frustriert, weil das Müll-Problem seit Jahren besteht, aber sich nichts ändert. Angeblich soll der Müll von Bewohnern kommen. Unser Reporter sucht daher die Hausverwaltung auf. Vor der Kamera will niemand mit uns sprechen.
"Ich habe ein langes Gespräch mit einer der Hausverwalter innen geführt. Vor zwei Wochen ließ sie rund sieben Kubikmeter Müll aus dem Innenhof abtransportieren. Mir wurden Rechnungen gezeigt. Allein im letzten Jahr wurden gemeinsam mit anderen Hausverwaltungen rund 30.000 € für zusätzliche Müllentsorgung ausgegeben."
Unser Reporter erfährt von mehreren Seiten: Seit Jahren sollen hier Familien aus Bulgarien und Rumänien zur Miete wohnen und ihren Müll direkt vor der Haustür entsorgen.
"Man merkt, die Leute leben von Sozialhilfe, von Unterstützung und Co und sind darauf angewiesen, Schrott oder oder in unseren Augen auch Müll zu sammeln, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, durch den Verkauf und durch das Verwerten dieser Materialien."
Wir erleben dann selbst mit, wie dieser Mann noch verwertbare Gegenstände von einem aussortieren Kühlschrank abschraubt. Die Eigentümer sollen laut Anwohnern nicht aktiv gegen die Müllberge hier vorgehen. In einem Aushang fordern sie die Bewohner lediglich zur Beseitigung auf. Auf Anfrage von RTL schreibt uns die Stadt Essen unter anderem:
"Bereits an anderer Stelle hat die Stadt Essen in der Vergangenheit Problemimmobilien aufgekauft. Ein ähnliches Vorgehen ist hier auch beabsichtigt. Da es sich aber um verschiedene Eigentumsverhältnisse handelt, ist dies ein anhaltender Prozess."
Immerhin tröstlich: Die Stadt arbeitet offenbar an einer dauerhaften Lösung - aber bis es die gibt, wird Dieter Körner wohl noch einige Ratten fangen müssen.