Vor 6 Wochen treffen wir die schwangere Maria mit ihrer kleinen Prinzessin Emely zum ersten Mal. Was wirklich in der 34-Jährigen vorgeht, will sie sich vor ihrer kleinen Tochter wohl nicht anmerken lassen.
"Wer hat gewonnen?"
"Wieder ich, wieder ich!"
Maria und Patrick führen seit 10 Jahren eine unbeschwerte Ehe, bekommen 2020 ihre erste gemeinsame Tochter Emely. Sie erfüllen sich den Traum vom Eigenheim und jetzt fehlt nur noch eins zum Bilderbuchglück: ein Geschwisterchen für Emely.
"Ich hab damit gar nicht gerechnet. Ich hab meinem Mann gesagt, ich puller mal da drauf. Und plötzlich kam er und meinte er ist positiv!"
Alles scheint so perfekt zu sein, doch dann:
"Hab beobachtet, dass meine linke Brust größer wurde, war gerötet, sehr heiß. Ist Schwangerschaft, Körper verändert sich. Hab mir keine Gedanken gemacht. Bis ich dann unter der Dusche eine Ader gespürt habe."
Maria fühlt keinen Knoten, aber sie geht trotzdem zu ihrem Frauenarzt, der überweist sie sofort ins Brustzentrum Köln. Hier wird Maria gründlich untersucht. Und tatsächlich: sie hat Krebs.
"Der Tag an dem wir die Diagnose erhalten haben war schlimm, hab viel geweint. Ich hatte Angst um mich, um das Baby. Was passiert denn, wenn man diese Diagnose erhält? Wie verläuft das mit der Schwangerschaft? Hab auch Angst um Emely, dass sie ohne Mama aufwachsen könnte. War völlig überfordert mit der Situation."
Marias Krebs sitzt zwischen den Lymphspalten im Brustgewebe.
"Wenn man dann von jetzt auf gleich diese Diagnose bekommt. Und dann Wörter hört wie Überlebenschance oder Schwangerschaftsabbruch, macht man sich schon Gedanken. Man muss in alle Richtungen überlegen. Auch dass der Partner nicht mehr da sein könnte."
"Mich berührt das, Patrick so zu sehen und zu hören."
Das war vor 6 Wochen. In diesem Moment weiß keiner, wie es weitergehen wird. Nur, dass die beiden mit Mitte 30 vor der größten Herausforderung ihres Lebens stehen und wir sie weiter begleiten.
Die schwangere Maria IST schon Mama und: klar, will sie für ihre kleine Tochter fröhlich sein. Auch, wenn es IN ihr ganz anders aussieht.
"Ich hab keine andere Option, ich möchte leben. Augen zu und durch! Das zu sehen, da wurde mir bewusst, was hier passiert. Ich kann mich noch an seine Worte erinnern, so der Kampf beginnt."
"Läuft über einen Port. Hat jetzt gestartet, dauert 2 Stunden, danach geht’s nach Hause."
Aber zuhause wartet Emely und das bedeutet: der Mami-Alltag geht weiter. Das erleben wir auch jedes Mal bei unseren Dreharbeiten. Maria will funktionieren. Aber dann kommt der Moment, in dem sie der 4-jährigen nicht mehr verheimlichen kann, wie es ihr wirklich geht.
"Haben ihr erzählt, dass ich krank bin, durch die Medizin. Dann war ich beim Frisör und habe mir die Haare abrasiert."
"Wie fühlen die sich an?"
"Ganz weich."
"Haben uns so viele Gedanken gemacht und sie hat es wirklich verstanden. Meistern das alles richtig gut miteinander."
Mit Emely kann Maria einfach Mama sein - ohne ständig an den Krebs zu denken.
Doch der Alltag als Schwangere und Mutter eines Kleinkindes ist kräftezehrend, verlangt nicht nur Maria viel ab. Die Diagnose stellt ihre Ehe vor die bisher härteste Prüfung.
"Düster, erste Tage ganz schlimm, viel geweint. Man sitzt dabei, versucht Kraft zu spenden. Ist schwierig."
"Hat gezeigt wie stark wir sind. Eheversprechen in guten wie in schlechten. Hat sich bewiesen, nicht irgendwelche Worte. Das ist auch so."
Maria wird engmaschiger als andere schwangere Frauen untersucht. Wir begleiten sie zu einem entscheidenden Termin. Heute wird bei einem CTG die Herzfrequenz des Babys im Bauch sowie die Wehentätigkeit aufgezeichnet. Denn es besteht das Risiko einer Frühgeburt.
"Beruhigend Herztöne zu hören. Schönes Gefühl."
Maria ist jetzt in der 37. Woche schwanger. Eigentlich sollte Tochter Frida in 10 Tagen per Kaiserschnitt auf die Welt kommen. Gilt dann nicht mehr als Frühchen.
Doch nur kurz nach unserem Dreh erreicht uns diese Nachricht aus dem Kreißsaal:
"Ich wollt dir mitteilen, dass Frida heute schon auf die Welt gekommen ist. Uns geht’s gut."
4 Tage nach der Geburt besuchen wir Maria im Krankenhaus. Sie ist gerade zum zweiten Mal Mama geworden.
"Und irgendwann hab ich sie gehört, dass sie geweint hat. Was ich besonders schön fand, dass sie mir die zur Seite gelegt haben. Dann konnte ich sie anfassen und küssen."
Leider muss Maria die ersten Tage getrennt von ihrer Tochter verbringen. Frida muss auf die Frühchen Intensiv Station.
"Anpassungsschwierigkeit mit Nahrung, am Anfang viel gespuckt"
Wenige Tage später dürfen auch WIR Baby Frida treffen – die beiden sind zuhause.
Und Maria empfängt uns diesmal so selbstbewusst wie noch nie! Zum ersten Mal seit wir sie kennengelernt haben, sehen wir Maria ohne Kopfbedeckung.
"Mit der Geburt ist die Krebserkrankung nach hinten gerückt. Zeit genießen zuhause. Denkt man gar nicht dran."
Die Familie ist mit Töchterchen Frida nun komplett und Schwester Emely könnte stolzer nicht sein:
Für Maria läuft momentan alles so wie erhofft. Ihre Therapie schlägt gut an, der Tumor schrumpft. Aber ein Wunsch bleibt unerfüllt. Die 34-Jährige darf nicht stillen.
"Am Anfang war es schon schwierig für mich. Hab mich damit abgefunden."
Inzwischen klappt das Fläschchen geben auch schon richtig gut. Doch eine Sorge bleibt - ist Baby Frida wirklich gesund oder hat ihr die Chemotherapie geschadet? Das erfährt Mama Maria erst bei der nächsten Untersuchung beim Kinderarzt.
Als wir sie diese Woche wieder treffen entscheidet sich, ob Baby Frida gesund ist. Heute steht die erste Untersuchung beim Kinderarzt an.
"Jetzt mit dem Hintergrund der Chemo ist man vorsichtiger. Nervosität steigt, ob alles der Norm entspricht. Man macht sich schon Sorgen."
"Dann gucke ich jetzt mal"
"Herz, Lunge ist in Ordnung, Mundhöhle Rachen ist in Ordnung, Ohren auch, Hals ist ok"
"Stand wie ein ganz normales Neugeborenes. Alles bestens."
"Für mich total beruhigend zu hören. Sie hat zugenommen, ist gewachsen, alles Glück was wir haben können."
Baby Frida ist kerngesund. Aber was ist mit ihr selbst?
"Wir geben den Frauen Mut, Behandlungschancen besser geworden"
Maria geht weiter zur Chemo, bekommt zusätzlich eine Antikörpertherapie. Ihre Ärzte raten ihr danach die kranke Brust operativ zu entfernen. Maria nimmt jeden Rat an um endlich gesund zu werden! Für sich und für ihre Familie!
"Ich wünsch mir natürlich, dass ich Ende des Jahres krebsfrei bin die beiden einfach aufwachsen sehen kann. Und die beiden ihre Mama haben."
Als Mutter von 2 Kindern will sie jetzt mehr als je zuvor LEBEN!
"Turbulent, leicht chaotisch.
Wunsch, dass Maria weiter so durch die Therapie kommt. Und die beiden sich gut entwickeln, dann ist der Papa auch glücklich."
Mit Patrick an ihrer Seite will Maria für ihr persönliches Happy End kämpfen.
Und auch Janina hat nie den Mut verloren und kann jetzt mit ihrer GROßEN Liebe die langersehnte KLEINE Familie sein und voller Zuversicht ihr neues Leben beginnen.