Elisabeth geht heute demonstrieren: Mehr Selbstbestimmung für Frauen ist ihr ein Herzensanliegen. Ihre Abtreibung vor 8 Jahren war von Druck und Scham geprägt: Dazu der weite Weg zum Arzt, Wartezeiten und die Pflicht zur Beratung, die sie nicht brauchte.
"Ich war mir einfach absolut sicher, dass ich das nicht möchte, und ich bin dazu gezwungen worden."
"Legal-einfach und fair" - sollten Abbrüche sein, dafür engagiert sie sich vor dem Justizministerium und das empfehlen heute auch die Experten.
"Die grundsätzliche Rechtswidrigkeit des Abbruchs in der Frühschwangerschaft, derzeit Paragraf 218 a des Strafgesetz-buchs ist nicht haltbar."
Stattdessen sollte er grundsätzlich erlaubt sein, unter bestimmten Bedingungen auch noch in der mittleren Schwangerschaftsphase. Dazu bräuchten Frauen zeitnahe Termine, müssten etwa Kliniken gut erreichen können. 600 Seiten mit viel Sprengkraft, das wissen auch die Ampelminister.
"Was wir nicht gebrauchen können, das sind Debatten, die die Gesellschaft in Flammen setzen oder gar spalten."
Dabei fänden es 72% nach einer Forsa-Um-frage richtig, Abbrüche in den ersten 12 Wochen grundsätzlich zu erlauben. Diese Mehrheit zieht sich bei den Befragten durch alle Bevölkerungsschichten.
"Dass es vlt. einen offenere Umgang mit dem Thema, gibt, dass mehr Menschen drüber sprechen, das Ärztinnen das auch mehr lernen."
"Jetzt ist gerade eine sehr einmaliges Zeitfenster, um ne politische und ge-setzliche Veränderung zu erreichen."
Aber nicht alle wollen das. In München treibt die Diskussion schon am Wochenende Abtreibungsgegner auf die Straße - zum Marsch für das Leben.
Auch in der Union sträuben sich viele gegen eine Änderung:
"Wir wollen einfach, dass der befriedete Status-Quo aufrecht erhalten wird, das bedeutet auf der einen Seite die werdende Mutter in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen, sich aber gleichzeitig auch anzuschauen was bedeutet das für das ungeborene Leben."
Die drei Ampel-Minister wollen die Empfehlungen jetzt erstmal gründlich prüfen. Auch wenn es vielen nicht schnell genug gehen kann.