Flächendeckend über 30 Grad und Sonne. Ein perfekter Tag für einen Familienausflug ins Freibad. Doch statt sich im kühlen nass abzukühlen, geraten dort immer häufiger Männergruppen aneinander - wie hier in Berlin, bei dieser Massenschlägerei im Juni (Archiv).
Kein Einzelfall. Diesen Montag ist es im Neuköllner Columbiabad zu einer neuen Eskalationsstufe gekommen. Das Ergebnis: 11 Menschen werden verletzt, drei von ihnen landen im Krankenhaus. Die Polizei nimmt drei Personen fest. Doch die Freibad-Ausraster sind kein Berlineigenes Problem. Auch in Bochum randalierten Mitte Juni etwa 20 Halbstarke in einem Freibad.
OT Michael Rump, Schwimmmeister Bochum
"Die sind den Leuten fast auf den Kopf gesprungen, haben denen die Schwimmnudeln weg genommen, haben damit um sich geschlagen und andere Leute noch angepöbelt. Sie wollten hier den Herr im Hause spielen."
Vielerorts läuft die Situation so aus dem Ruder, dass die Polizei anrücken muss. Doch warum haben sich solche Leute nicht im Griff?
OT Christian Lüdke, Psychologe
„Zu solchen Ausschreitungen kommt es sehr häufig wenn sich über Wochen und Monate vorher schon Aggressionen und Wut angestaut haben. Wir befinden uns in einer sehr herausfordernden Zeit mit ganz vielen Einschränkungen: Corona, der Krieg, alles wird teurer und das stresst sehr viele Menschen.“
Viele Freibäder setzen daher auf eine Null-Toleranz-Strategie: Wer die Fäuste sprechen lässt oder sexuell übergriffig wird, fliegt - und darf nicht wieder kommen. Viele Bäder, wie hier in Bochum, arbeiten deshalb mit Security-Firmen zusammen.
OT Michael Rump, Schwimmmeister Bochum
„Das gibt ein gutes Gefühl. Man ist dann doch schon ein bisschen sicher und man weiß ja auch, der Sicherheitsdienst reagiert schnell, ruft ggf die Polizei, wo wir uns dann nicht mehr unbedingt befassen müssen und uns auf unseren normalen Job konzentrieren können.“
Damit ein Besuch im Freibad auch endlich wieder mit der ganzen Familie möglich ist.