Testerin Vivien wäscht, spült und putzt heute wie immer – nämlich mit warmem Wasser. Ihre Schwester Sammy erledigt alles mit kaltem Wasser.
"Ich erwarte von dem Test heute, dass das Kaltwaschen wahrscheinlich genauso gut abschneiden wird wie das Warmwaschen."
"Ich lasse mich auch gerne davon überzeugen, dass ich, als wirklich Warmwasser-Wascherin, die Temperatur auch mal ein bisschen runter schrauben kann um einfach auch ein bisschen Energie zu sparen."
Ob man mit niedrigen Temperaturen trotzdem ein sauberes Ergebnis bekommt? Unterstützt wird unser Test von Hygiene- und Mikrobiologe Prof. Dr. Dirk Bockmühl. Er weiß: In der Küche tummelt sich so einiges.
"Gerade in der Küche ist es so, und das ist eben in Zusammenhang mit den tierischen Lebensmitteln vor allem, dass es dann auch schon mal Krankheitserreger sein können, die ich dann überall finde.
Perfekte Bedingungen für unseren Härtetest in der Kategorie 1: Spülen. Die Schwestern haben noch benutztes Geschirr vom Vortag.
„Ja gestern gabs bei uns Spaghetti-Bolognese und wie man sieht ist ganz schön was auf den Tellern geblieben und wir hoffen, dass wir das jetzt gut wegbekommen.“
Vor und nach dem Abwasch nehmen wir jeweils eine Abklatsch-Probe fürs Labor. Die Frage: Wie wird’s sauberer? Sammy versucht die Essensreste mit kaltem Wasser loszuwerden, Vivien mit warmem. 60 Sekunden schrubben mit dem gleichen Spülmittel, welches kalt- und warmaktiv sein soll. Auf den ersten Blick werden beide Teller sauber - aber:
„Man musste schon mehr drücken als beim Warmwasser wahrscheinlich, und es ist unangenehm, weil die Hände halt arschkalt sind.“
„Der Teller ist superschnell sauber geworden, also ich bin mit meinem Warmwasser super zufrieden.“
Nicht nur spülen, auch Putzen soll kalt klappen. Das testen Vivien und Sammy jetzt auf dieser Oberfläche:
"Also drei Tage nicht saubermachen und jeden Tag frisch kochen hinterlässt seine Spuren. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Keime da drauf sind.“ – „Ne besser nicht.“
Wir nehmen wieder eine Abklatschprobe. Und dann: Gleiche Menge Reiniger, gleiche Putztechnik.
„Also bei mir mit dem Warmwasser geht astrein ab“
„Ja aber bei mir mit dem Kaltwasser auch, muss ich sagen.“
„Ich muss gar nicht feste drücken, das hat super funktioniert. Ich bin fertig.“ –
"Ich auch.“
Als nächstes geht’s ins Bad. Diese Handtücher wurden schon zwei Wochen benutzt.
„Es riecht auf jeden Fall schon nach Muff und es wird auf jeden Fall Zeit, dass die gewaschen werden.“
Aber heißt Müffeln auch gleichzeitig viele Bakterien? Vor der Wäsche entnehmen wir schnell noch eine Probe.
"Bei Duschhandtüchern ist es so, dass sich die Bakterien, die von der Haut auf die Handtücher gehen...in die Wäsche sollten."
Vivien wäscht bei 60 Grad, Sammy nimmt den Kaltwaschgang. Beide Maschinen laufen knapp zwei Stunden. Der erste Eindruck in Sachen Sauberkeit: positiv.
„Es ist auf jeden Fall vom Gefühl her zu 100 Prozent sauber geworden, es riecht sehr gut.“
„Das Handtuch fühlt sich im Vergleich zu einer Warmwäsche jetzt nicht anders an, ich würde jetzt nicht mal wissen, dass es eine Kaltwäsche war und riechen tut‘s genauso frisch.“
Ob es nicht nur frisch riecht, sondern auch hygienisch rein geworden ist? Das wird später das Labor zeigen.
Zum Schluss kommen wir zur Kategorie: Händewaschen. Erst Probe entnehmen und dann wird geschrubbt – einmal mit kaltem und einmal warmem Wasser.
„Ich bin froh, dass ich mit dem Warmwasser meine Hände waschen konnte, weil’s einfach angenehmer an den Fingern ist – und ich würde auch sagen, dass meine Hände sauberer geworden sind.“
"Würd ich jetzt nicht sagen, also ich hab das Gefühl meine Hände sind auch sauber auch mit dem Kaltwasser, nur die Hände sind halt kalt.“
Mit kaltem Wasser kann man Energie und somit Geld sparen. Vor allem die Waschmaschine bietet Sparpotential:
"Man muss sagen, dass man durch fast nichts im Haushalt so viel Energie sparen kann wie durch eine Reduktion der Wassertemperaturen. Also eine Wäsche bei 60 Grad braucht ungefähr eine Kilowattstunde. Bei 30 Grad sind es vielleicht noch 0,4 Kilowattstunden. Das heißt, ich spare eine Menge an Energie."
Laut Verbraucherzentrale kann man mit einer niedrigeren Temperatur pro Waschgang rund 7 Cent einsparen - im Jahr also knapp 11 Euro. Beim Händewaschen mit kaltem Wasser sind 62€ Ersparnis drin, beim Geschirrspülen ca. 69€ und beim Putzen rund 7€. Insgesamt also 149 Euro im Jahr!
Aber wird’s so auch hygienisch rein? Nach einer Woche im Labor werten wir unsere Proben aus: Beim Geschirrspülen hat das warme Wasser deutlich mehr Bakterien und Keime abgetötet.
"Man sieht eben, dass heißes Wasser schon hier seinen Job tut. Man muss aber auch sagen…braucht mehr Energie.
Bei der Auswertung der Herdoberfläche gab es eine Besonderheit:
"Bei den Proben am Herd…sehr schön reduziert hat."
Und zwar egal, ob Vivien und Sammy mit kaltem oder warmem Wasser geputzt haben!
Aber gilt das auch für die Temperatur in der Waschmaschine? Da gibts ein echt überraschendes Ergebnis.
"Bei der Waschmaschine haben wir meistens ein sehr interessantes Phänomen, was wir auch bei unseren Proben kennen, weil die Waschmaschine noch mehr Keime auf die Textilien aufbringt. // Das kommt einfach daher dass sich sehr viele Keime in der Waschmaschine wohlfühlen."
Doch keine Sorge! Der Experte rät:
"Solange die Wäsche sauber wird, kann ich auch durchaus regelmäßig mit niedrigen Temperaturen waschen. Man sollte aber mehr sagen, mindestens einmal im Monat. weil dadurch habe ich ein bisschen Hygiene auch für die Maschine.
Unsere Proben vom Händewaschen konnten aus technischen Gründen leider nicht ausgewertet werden.
Doch generell gilt: Gründlich und regelmäßig, also mehrfach am Tag, die Hände zu waschen - sei wichtiger als die Temperatur, so der Experte. Und betont nach unserem Test:
"Die meisten Bakterien die wir im Haushalt, zB in der Küche finden sind sogenannte Umweltbakterien. Die machen uns eigentlich auch nicht krank, wenn ich ansonsten gesund bin. Deswegen muss ich mir da keine großen Sorgen machen
Wir können also beruhigt auch öfter mit kaltem Wasser Waschen, Putzen und Spülen - der Umwelt zu Liebe.