Der teuerste Comic der Welt für über drei Millionen Dollar! Der Star Wars Millennium Falke von 2007: für rund 4.000 Euro. Eine einzelne Sammelkarte für 1.500, Sneaker für satte 30.000 Euro! Summen, die einen umhauen - und klar, das sind Spitzenpreise. Aber kann ich wirklich mit Schuhen, Büchern oder Spielwaren einfach und schnell richtig Geld machen? Vor allem bei Lego fällt mir seit Jahren auf, dass bestimmte Bausätze im Internet schnell viel teurer angeboten werden.
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00´34
OT: Verena Jendges, RTL-Reporterin
„Der Lego Star Wars Läufer meines Sohnes ist natürlich ein bisschen kleiner, als das Model hier im Hintergrund, aber er steigt bereits im Wert. Gekauft haben wir ihn 2022 für 148 Euro. Jetzt gibt es ihn im Internet für 160 bis 290 Euro.“
00´50
Eine deutliche Wertsteigerung – was aber nicht zwangsläufig heißt, dass diese Preise auch voll gezahlt werden. Hier im Museum „Stars of the Galaxy“ in Mönchengladbach gibt es ein paar besonders teure Lego Produkte – solche, die es nur in eher geringer Stückzahl gab und gibt. Ein Mitarbeiter zeigt mir die Wertvollsten, wie diese sogenannte First Edition des Millenium Falken.
01´11
OT: Markus Biesgen, 47 Jahre
„Der war limitiert und es gab auch schon Auktionen, wo der für 15.000 Euro weggegangen ist.“
OT: Verena
„Wow, dass die Leute das auch zahlen. D.h. wer damals dieses Model damals für 400 Euro gekauft hat, der hat ziemlich viel Glück gehabt, oder?“
OT: Markus Biesgen, 47 Jahre
„Der hat ziemlich viel Glück gehabt. …höchsten Preise nur erreichen, wenn die in der Originalverpackung sind.“
01´34
Glück hatte auch, wer diesen kleinen Kerl im Jahr 2007 in seiner Lego-Packung fand. Den hatte Lego zum 30jährigen Star-Wars Jubiläum einigen Sets als Überraschung beigelegt. Wert heute: satte 3.600 Euro.
Ich habe mir mal unser Lego zu Hause genauer angeschaut. Da liegt viel herum, aber tatsächlich haben auch wir offenbar kleine Schätzchen.
01´59
OT: Verena
„Zum Beispiel dieses halb auseinander gebaute Boot, das so ein bisschen lieblos seit Monaten unter dem Schrank schlummert.“
02´07
Das City Meeresforschungsschiff haben wir 2020 für knapp 89 Euro (88,99 €) gekauft. Neu und original verpackt kostet es jetzt zwischen 240 und rund 340 Euro!
Ich habe mich schon vor vier Jahren mit dem Thema Sneaker, Sammelkarten, Comics oder eben auch Lego-Spielzeug als Wertanlagen beschäftigt. Im Zuge meiner Recherchen habe ich damals auch diese beiden Pakete neu gekauft – die wurden mir von Sammlern empfohlen.
02´38
OT: Verena Jendges
„Diese Lego Sets habe ich extra nicht ausgepackt, weil ich erstmal abwarten wollte, wie sich die Preise entwickeln. Denn eine Wertsteigerung kommt oft erst nach Jahren.“
02´47
Und tatsächlich: Dieses Set habe ich vor vier Jahren für knapp 79 Euro (78,96 €) gekauft. Heute ist es bei Lego ausverkauft und wird im Internet zwischen 149 und 249 Euro gehandelt.
Und dieses Paket hat damals rund 63 Euro gekostet (63,35 €). Heute wird es zwischen 70 und 140 Euro gehandelt (74,50-141,79 €.) Aber bekommt man das auch? Ich will das jetzt testen und setzte das Set ins Internet - für 90 Euro, also knapp 30 Euro mehr, als ich gezahlt habe. Mal schauen, was passiert.
03´18
Auch um Pokemonkarten gibt es immer wieder einen Hype. Meine Kinder haben davon Hunderte. Sie meinen, manche sind richtig viel wert.
Ob das wirklich so ist, wollen wir heute in einem Fachhandel für Comics und Sammelkarten genau erfahren.
03´33 freistehend
Verena: „Dann packt mal aus, eure Karten! Können wir die mal nachgucken?…Was hast Du gedacht, was die so wert sind?“
Sohn: „So 170“
Arkady: Ja,…so 160 €…“
Verena: „Und das hier?“
Sohn: „So 85.“
Arkady: „Da haste wohl eine 1 davor vergessen…so 185 €.“
Verena:„Also über 300 Euro?!…das ist heftig.“
Arkady: „Und günstiger werden die nicht….also nicht verkaufen…“
Sohn: „Möchte ich eh nicht.“
04´10
Klar, es gehört auch Glück dazu, die richtigen Karten zu ziehen. Mein Sohn hat sie aus solchen 5 Euro-Packs, bei denen man vor dem Kauf nicht sieht, welche Karten drin sind. Und wenn solche Summen im Spiel sind, gibt es auch Fälschungen, erfahre ich.
04´25
OT: Verena
„Woran erkenne ich denn jetzt, was Fake ist?“
OT: Arkady Kovaler, Fachhändler
„…300 Glitzerkarten für 10 Euro…rote Flagge…und es fehlen fast immer auch Strukturen auf den Karten. Auf der Rückseite sieht man das auch oft…deutlicher Farbunterschied.“
04´51
Damit echte Sammelkarten nicht an Wert verlieren, müssen sie – klar - in einem guten Zustand bleiben.
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04´58
Ähnlich ist das bei limitierten Sneakern, um die es schon seit Jahren einen riesen Hype gibt. An die muss man erstmal herankommen. Eine Möglichkeit waren vor ein paar Jahren noch sogenannte Sneaker Releases, wie diese Videos zeigen.
freistehend Musik / Einblendung - Quelle: YouTube / solebox Videos von 2020!
Tagelang Schlange stehen - meist noch nicht einmal mit dem Ziel, den Schuh direkt zu kaufen, sondern erst einmal das Kaufrecht zu gewinnen! Ja, richtig gehört. Und wer bei diesem Event Glück hatte, muss den Sneaker sogar noch ausgraben.
Amre und Daniel aus Bochum sind Experten darin, zielsicher auf Modelle zu setzen, die dann enorm im Wert steigen. Ich habe die Beiden damals getroffen, um Tipps zu bekommen.
05´38
OT: Amr
„Bei mir hat das angefangen mit einem Schuh, der 220 € gekostet hat. Damals hat mir mein Papa das Geld geliehen und anschließend habe ich den für um die 600 € verkauft.“
05´46
Bei Daniel ging es mit dem Schuh los, den er von seinem ersten Praktikumsgeld bezahlen konnte.
05´52
OT: Daniel
„Zu dem Zeitpunkt kam der Jordan 1 raus…für 180 € ersteigert…später für 650 € verkauft und das war halt auch sehr tolles Geld für mich.“
06´08
Für Laien: Jordan ist Michael Jordan, US-Basketballstar. Ich lerne schon einmal: wenn Promis die entsprechenden Sportschuhe tragen oder sogar mit-designen, kann das ein gutes Zeichen für Wertsteigerung sein.
06´21
OT: Verena
Verena: Würdet ihr mir denn jetzt irgend ein Paar spontan verkaufen, natürlich für ein bisschen weniger Geld?“
Daniel: „Jetzt spontan nicht!“
Verena: „Keine Chance?“
Jungs lachen…
06´31
Schade - aber dann, mitten in Corona-Zeiten, habe ich auf Shoppingtour einen Sneaker gefunden, von dem ich mit meinem eher kleinen Wissen denke: der könnte eine Wertanlage werden. Für knapp 80 € bekomme ich in diesem Geschäft das letzte Paar dieser Air Jordan. Ich biete ihn für 135 Euro auf verschiedenen Verkaufsplattformen an. Prompt hagelt es Anfragen. Die meisten wollen allerdings handeln.
(Zitate)
„Hallo, für 100 € würde ich die nehmen.“
“Am Preis noch was zu machen?“
Einige melden sich plötzlich einfach nicht mehr. Nach 5 Wochen und 20 Anfragen habe ich die Sneaker endlich für 120 Euro verkauft - also 40 Euro mehr, als ich bezahlt hatte. Aber das kostet alles viel Zeit und Nerven, stelle ich fest.
07´18
OT: Verena „So, weg damit!“
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07´20
Und der Sneaker-Boom hält an.
Ich treffe Daniel jetzt - vier Jahre später - noch einmal. Sein Freund Amr ist aus dem Sneaker Geschäft ausgestiegen. Daniel dagegen hat mittlerweile seinen eigenen Online-Shop. Davon leben kann er noch nicht, aber Sneaker zu verkaufen, mache ihm nach wie vor Spaß - auch wenn das Geschäft nicht einfacher wird.
07´38
OT: Verena
„Wie hat sich das Ganze denn entwickelt…? Sneaker Events…?
OT: Daniel, Student
„Gibt es kaum noch im deutschsprachigen Raum…immer mehr Menschen sehen darin eine Wertanlage. Deswegen wird es immer schwieriger…Events planen und organisieren zu können.“
08´08
Und auch hier gibt es Fakes. Dazu kommt ein weiteres Problem:
Seit Jahren nutzen Spekulanten eine spezielle Software, um sofort bei Verkaufsbeginn limitierte Modelle in großen Mengen aufzukaufen. Sie geben das Modell, die Größe und Zahlungsmethode ein. Den Rest macht das Programm.
Freistehend Kassengeräusch
08´26
OT: Daniel, 20 Jahre
„Nike oder Adidas versuchen immer mehr gegen Bots, gegen die Gruppierungen von uns Resellern vorzugehen, dass auch mal der Autonormalverbraucher welche erwerben und tragen kann.“
08´40
Das bestätigt mir auch adidas.
Aber Daniel habe noch gute Kontakte, um an limitierte Modelle heranzukommen. Sneaker sind für ihn eine Leidenschaft, sagt er - und ein guter Nebenverdienst zum Studium.
08´52
OT: Daniel, 20 Jahre
„Ich habe ihn 2020 für 900 € erworben. Mittlerweile sind wir preislich bei 1.800 €. Also sind wir auf jeden Fall bei einer deutlichen Wertsteigerung.“
09´02
Zurück zu Lego:
Gezahlt hatte ich für dieses Set 63 Euro. Für 90 Euro versuche ich es jetzt zu verkaufen, aber offenbar will es niemand zu diesem Preis haben. Also gehe ich runter auf 75. Doch selbst dann bekomme ich bis jetzt keine Anfrage. Nicht alle Produkte bekommt man also mal eben so gewinnbringend verkauft. Aber…
09´22
OT: Verena Jendges, RTL Punkt 12-Reporterin
„Ich habe mir diese ungewöhnlichen Wertanlagen jetzt einige Jahre lang angeschaut. Mein Fazit: Wer viel Zeit investiert und sich immer wieder damit beschäftigt, um welche Produkte es gerade einen Hype gibt, kann tatsächlich mit manchen Lego Sets, Sneakern oder Sammelkarten Geld machen. Wichtig dabei: Wer solche Produkte regelmäßig mit Gewinnabsicht verkaufen will, der muss dafür ein Gewerbe anmelden.“
09´43
Ich persönlich finde: Lego und andere Spielwaren sollten für Familien erschwinglich bleiben. Und mit Sammelkarten kann man den Kindern schon früh beibringen, wie sie mit wenig Geld, ein bisschen Glück und einer sorgsamen Aufbewahrung ihre erste eigene Wertanlage aufbauen können.
Länge: 10´00 min