Grabesstimmung in Duisburg. Mit Holzkreuzen, Lichtern und Fackeln protestieren rund 200 Stahlarbeiter von Thyssenkrupp. Seit Wochen versammeln sich Beschäftigte vor dem Werkstor – halten eine Mahnwache ab. Sie alle eint die Sorge vor einem Kahlschlag. ThyssenKrupp plant eine großflächige Umstrukturierung, auch soll künftig weniger produziert werden, das wäre mit einem Stellenabbau verbunden.
„Wir wollen jetzt endlich Klarheit haben, wie es aussieht und selbstverständlich auch eine anständige Ausstattung“, sagt der Betriebsratschef Marco Gasse
In der Thyssenkrupp Stahlsparte arbeiten rund 27.000 der konzernweit rund 100.000 Menschen, davon 13.000 in Duisburg. Eine Beschäftigungsgarantie gibt es bis Ende März 2026. Die große Angst: Die Stahlsparte zu verselbstständigen ohne sie mit ausreichend Geld auszustatten. Dann könnte laut Betriebsrat eine Insolvenz drohen: "Wir fordern für die 27.000 Beschäftigte eine sichere Zukunft. Und diese sichere Zukunft kann nur gegeben werden, wenn wir finanziell so ausgestattet sind, dass wir selbstständig auch unsere Ausgaben auch wieder zumindest mal bezahlen können“, sagt der Betriebsratsvorsitzende des Standorts Ali Güzel.
Wie viel Geld notwendig ist, damit eine Selbstständigkeit gelingt, darüber gehen bislang die Vorstellungen von Stahl-Management, Thyssenkrupp-Vorstand und Betriebsrat auseinander. Auch über den Einstieg des tschechischen Milliardärs Kretinsky hat es zuletzt Streit gegeben. Heute will der Aufsichtsrat über die Neuaufstellung der Stahlsparte beraten.