Allein in diesem Berliner Mehrfamilienhaus haben Einbrecher in den vergangenen Tagen drei mal zugeschlagen. Die Stimmung bei den Bewohnern - bedrückt:
"Grundsätzlich merkt man, wenn ich mich jetzt mit Nachbarn unterhalte, die vielleicht auch nicht betroffen sind, merkt man, dass eine gewisse Nervosität da ist und auch insbesondere, weil die Salpetersäure eingesetzt wurde, ist natürlich auch Hilflosigkeit da, weil man sich nicht ausreichend dagegen Schützen kann, auch nicht mit 10 verschiedenen Schlössern."
Die hochgefährliche Masche: Die Einbrecher spritzen geruchs- und farblose Salpetersäure in das Türschloss, um dieses so zu zersetzen. Ein paar Tage zuvor testen sie mit spinnennetzartigen Klebefäden, ob jemand zu Hause ist. Reißt der Faden längere Zeit nicht ab, haben die Einbrecher freie Bahn.
Im Inneren des Berliner Wohnhauses findet man noch letzte Überbleibsel der Salpeter-Säure.
"Diese Wohnung war betroffen, hier sieht man noch die letzten Spuren, Salpeter-Säure färbt sich grün, wenn es in Kontakt mit anderen Mitteln kommt."
Wie gefährlich Salpetersäure ist, zeigt Dr. Christian Wittenburg von der Universität Hamburg. Nach nur wenigen Tropfen der Chemikalie reagieren die Kupferstücke bereits.
"Das besondere an der Salpetersäure ist auch noch, dass sie oxidiertend wird. Das heißt, sie ist sehr aggressiv insbesondere gegenüber Metallen. und man sieht es hier sehr deutlich, es tritt diese Reaktion auf, die Bleche lösen sich also langsam auf. Und auch die Gase / man darf sie auf keinen Fall einatmen, denn sie sind giftig".
Die Folge sind Verätzungen in der Lunge, die zu Atemnot führen können. Salpetersäure AUF DER HAUT widerum kann Verbrennungen verursachen:
"Wenn man mit Salpetersäure in Kontakt gekommen ist, dann ist es immer gut sofort schnell mit viel Wasser zu spülen, also wenn man Salpetersäure auf die Haut bekommen hat...nd man sollte dann im Nachhinein auch einen Arzt aufsuchen".
Zum Glück ist bei der Einbruchserie im Berlin niemand zu Schaden gekommen. Damit so etwas in Zukunft nicht nochmal passiert, wollen die Nachbarn noch näher zusammenrücken, die Augen offen halten und sich gegenseitig informieren, wenn jemand länger nicht da ist und so versuchen, den Dieben keine Chance geben.