Seit drei Jahren fährt Andreas Daum elektrisch. Damit liegt der Wiesbadener ziemlich im Trend. Allein 2021 wurden in Deutschland über 350.000 Elektroautos neu angemeldet. Die Tendenz: stark steigend. Meistens lädt Andreas Daum sein Auto zu Hause auf. Aber auch öffentliche Ladepunkte werden mehr, sagt der 56-Jährige.
Andreas Daum, E-Autofahrer aus Wiesbaden
„Also es wird zunehmend besser die Ladekapazitäten, also die Ladesäulen, ich würde mal sagen, die wachsen wie Pilze aus dem Boden. Man hat weiterhin das Problem, dass auf den Ladeplätzen Nicht-E-Autos stehen und sie dadurch blockieren. Also es wird in der Tat immer besser, ich habe überhaupt keine Probleme, auch bundesweit, bin europaweit unterwegs und kann tatsächlich auch überall laden.“
Laut Bundesnetzagentur gibt es in Wiesbaden 200 öffentliche Ladepunkte, hessenweit sind es knapp 3.500 Ladestationen. Die Landes Energie Agentur berät Privatpersonen, Firmen und Kommunen bei den Themen Klimaschutz und Energiewende. Auch sie bestätigt, dass der Ausbau der Ladesäulen in Hessen vorankommt.
Karsten McGovern, LandesEnergieAgentur Hessen
„Das sehen Sie auch, wenn Sie durch die Städte fahren, sie finden jetzt, sagen wir mal im Umkreis von 500m oder einem Kilometer, Ladeinfrastruktur, da ist einiges passiert. Da haben insbesondere auch die Stadtwerke und Energieversorger einen großen Anteil dran.“
Allerdings gibt es in ländlichen Gegenden, gerade da, wo die Leute oft auf ihr Auto angewiesen sind, sehr viel weniger Ladesäulen als in den Städten. Karsten McGovern ist zuversichtlich, dass sich das bald ändert.
Karsten McGovern, LandesEnergieAgentur Hessen
„Ich bin optimistisch deswegen, weil die Hersteller jetzt doch stark mit den Fahrzeugen in den Markt gehen und dass auch einfach einen Schwung bringt für die entsprechende Ladeinfrastruktur. Eben deswegen, weil jeder Hersteller sich fragen muss, wie kann ich neue Kunden gewinnen und wenn ich mein Fahrzeug nicht laden kann, dann habe ich da keine Lust drauf… deswegen werden die Hersteller das pushen.“
Ein Übergang vom Verbrenner hin zum E-Auto gelingt nicht ohne Veränderungen. Andreas Daum hat sich mittlerweile an die manchmal nötigen Ladepausen beim Fahren gewöhnt.
Andreas Daum, E-Autofahrer aus Wiesbaden
„Das Laden empfindet man bei längeren Strecken inzwischen eher als entspannend. Man macht das, was man eigentlich schon seit Jahren machen soll, man macht nach zwei, drei Stunden eben mal ne Pause und von daher, wenn man das einplant und kann dabei telefonieren und arbeiten, dann ist das eher entspannend. Aber man muss es auch eben von vornherein auch einplanen.“
Beim Ausbau der Ladesäulen liegt Hessen im Vergleich mit den anderen Bundesländern im Mittelfeld. Es hat sich also schon einiges getan. Es liegt aber auch noch einiges vor uns, auf dem Weg zur E-Mobilität.