Im idyllischen Mertendorf ist ganz schön was los. Hier lebt Loritta David zusammen mit: aufgepasst - 20 Waschbären. Und die kann die selbsternannte Waschbärenmama alle auseinanderhalten - jeder hat sogar einen eigenen Namen.
"Die geben mir so viel zurück, die erden mich, dir bringen mich runter. Wenn es mir mal wirklich nicht gut geht, ich setze mich rein, ich trinke hier meinen Kaffee drinnen. Mir geht es einfach besser. Man sagt ja immer es gibt Therapiehunde, ich habe Therapiewaschbären."
Diese hält die 56-jährige Rentnerin aber nicht nur aus Spaß, sondern betreibt eine eigene Waschbärenhilfe. Angefangen hat alles mit zwei Babys, die sie vor 4 Jahren hinter ihrem Haus fand, hilflos und alleine.
"Wollte sie eigentlich zum Tierarzt bringen, Wildtierstation, habe ich mir vorgestellt. Aber leider ging das nicht, weil die Waschbären ist invasive Art. Wenn ich zum Tierarzt gegangen wäre, hätte ich sie verloren, die wären eingeschläfert worden."
Unvorstellbar für die gelernte Tierpflegerin. Sie hat die Babys stattdessen selbst aufgenommen, baut ihnen im Garten ein artgerechtes Gehege.
"ABER ich sehe sie lieber in der Natur. Obwohl ich sie liebe, um Gottes Himmels Willen. Das würde mir fehlen, wenn ich nicht mit euch kuscheln könnte."
In der Natur leben die Wildtiere allerdings nicht länger als 3 Jahre. Loritta Davids Waschbären werden aber bis zu 20 Jahre alt! Schließlich bekommen die hier auch nur das beste Futter.
„Die essen schon gutes Obst. Das würde ich mir selber nicht kaufen, weil es mir zu teuer wäre. Aber für die Waschbären kauf ich das.“
Überleben würden diese neugierigen Tierchen in der freien Natur aber nicht mehr. Das müssen sie auch nicht, denn Loritta kümmert sich mit Herz und Seele um ihre kleinen Bären.
"Wie sie sehen, geht es meinen Waschbären gut. Es fehlt ihnen an nichts, ich sorge für Abwechslung, ich stelle mal wieder was raus, dann wieder was Neues rein."
Unterstützung erhält Loritta David unter anderem durch Patenschaften. Auch Jacqueline Gerken ist Waschbär-Patentante und kommt regelmäßig zu Besuch.
"Olaf ist mein Patenbärchen, Wendy ist die Schwester von ihm. Die habe ich aus einem anderen Gehege hierher gebracht. Loritta hat mir dann irgendwann mal die Patenschaft dann geschenkt."
Stand jetzt würde Loritta es gerne bei ihren 20 Rabauken belassen, könnte theoretisch aber noch bis zu 15 Weitere aufnehmen. Sollten also noch mehr verwaiste Bärenbabys ihre Hilfe benötigen, sind sie bei der Waschbärenmama in besten Händen.