Das ist er also: Der Automat voller Geheimnisse. Oder besser gesagt: Voller „Secret Packs“ – auf Deutsch: geheime Pakete.
"Mein Chef, der hat mir hier ein bisschen Taschengeld mitgegeben – mal gucken was ich hier aus dem Automaten rausholen kann."
Na hoffentlich etwas Wertvolles… Aber ob das gelingt!?
Seit zwei Jahren sind Tatjana und Jürgen Keuters im Retouren-Handel tätig. Ein echter Fulltime-Job neben ihren eigentlichen Berufen. Das Paar kauft palettenweise Pakete ein, die von Online-Händlern nicht zugestellt werden konnten. Und verkaufen die dann weiter.
"Es kann dann aber nach wie vor auch Retouren zum Beispiel sein, wenn einem Kunde der Artikel nicht gefallen hat. Zu groß , zu klein . Die Form die Farbe…"
Rund 2.000 Pakete haben sie auf Vorrat. Auf denen müssen die beiden aber erstmal sämtliche Adressen schwärzen – per Hand! Da kriegt man doch mit der Zeit bestimmt ein Gespür dafür, was drinsteckt, oder?
"Hier ist jetzt irgendwas Viereckiges drin. Noch ein zweites Paket - kann sein: Da hat sich eine Frau künstliche Fingernägel und eine schöne Kette dazu bestellt."
Übrigens: Was die Ware im Einkauf kostet, verrät uns Jürgen nicht - Betriebsgeheimnis. Vom Lager bringt er die Pakete direkt in den Automaten nebenan - 8,50 Euro kostet hier das Stück.
"Also manche Kunden sind total planlos, die nehmen einfach irgendeins. Aber es gibt natürlich schon richtige Profis, die wo öfters da sind und anhand der Paketform der Paketgröße, da wählen die dann aus."
Und der erste, der heute auf sein Glück versucht, der lässt nicht lange auf sich warten. Kandidat Nummer 1 – ja - zieht ein Frauenkleid.
"Kann ich jetzt eher weniger gebrauchen, aber ja manchmal hat man Pech – passt schon."
Und diese Dame hier ist ab heute stolze Besitzerin neuer Schlüsselanhänger. Inklusive Gravur…
"Diego. Und Papa"
Ja man sollte die Pakete doch lieber mit einem Augenzwinkern öffnen. Der Automat hat aber auch einen ernsten Hintergrund. Mit den Einnahmen will Tatjana nämlich die Zukunft ihrer Tochter Bibiana sichern. Die leidet an einem Gendefekt, hat Probleme beim Sprechen.
So jetzt hat unser Reporter aber genug zugeschaut und will auch mal ran… Gar nicht so einfach, sich für ein Paket zu entscheiden…
"Oh da sind jetzt direkt 2 für eins rausgekommen, da habe ich Glück gehabt."
Aber ob er auch Glück damit hat, was drinsteckt?
„Ich glaube Pedale fürs Auto“
Und in Paket Nummer 2?
"Das ist eine Perücke. Super, oder ? Soll ich die mal anprobieren, direkt?"
Na klar mach das!
"Damit kann ich jetzt morgen ins Büro gehen."
Und da bekanntermaßen aller guten Dinge DREI sind, holt Felix sich noch ein Paket.
"Das ist jetzt für die Hobbyköche zuhause, glaube ich. Ein Apfelschäler. Wer braucht es nicht?"
Sein Fazit: Um etwas Hochpreisiges zu ergattern, braucht man doch etwas Glück. Ansonsten ist der Automat aber eine nette Spielerei mit echtem Suchtpotential.