Luis und Lenia kommen gerade von der Schule. Bei Obst und Knabbereien, bringt sich Familie Dlugosch auf den neuesten Stand:
"Wie war die Schule? Gut! Hast du Hausaufgaben? Nein"
Gerade erst hat das neue Schuljahr begonnen - Das frisst erstmal ein kleines Loch in die Familienkasse - neben steigenden Lebensmittel - und Energiepreisen.
"Man hat es echt im Hinterkopf, Ende des Jahres könnte ne fette Nachzahlung ansteht.
"Jetzt auch gerade, wo die Schule wieder anfängt, alle Schulhefte einmal neu gekauft werden müssen, dann für 2 Kinder, das sind schon auch ein paar Monate, dann kommt Weihnachten, da muss man mehr gucken."
Deshalb versprechen die Grünen in ihrem Wahlprogramm kostenlose Schulmaterialien, vor allem im Bereich der digitalen Medien.
Wenn es nach der SPD geht, soll es in Zukunft schon ab der 1. Klasse schuleigene Tablets geben, ab der 3. soll dann jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes von der Schule bekommen.
"Ich weiß jetzt nicht, warum es nötig ist, dass mein Kind schon in der 1. oder 2. Klasse mit nem Tablet arbeitet...Ich finde auf der einen Seite ist es gut, damit umgehen zu lernen, aber auf der anderen Seite find ich, den normalen Umgang die Stifthaltung und die Haptik von verschiedenen Materialien total wichtig.
Aber das ist längst nicht alles, was sich die Parteien zum Thema Bildung vorgenommen haben:
Die FDP will eine Unterrichtsgarantie, Klassengrößen reduzieren und in der Schule auch soziale Kompetenzen wie Empathie vermitteln.
Das Ganztagsangebot soll attraktiver werden, z.B. durch Kooperationen mit Vereinen und Freizeitangeboten.
Die Grünen sehen das ähnlich und wollen
für ein besseres Ganztagsangebot auch gesundes Essen und Hausaufgabenunterstützung in der Schule einführen.
Außerdem sollen Integrierte Gesamtschulen, kurz IGS, gefördert werden und Kinder und Jugendliche sollen im eigenen Tempo lernen, am besten jahrgangsübergreifend.
Sitzenbleiben soll ganz abgeschafft werden.
"Ich bin kein großer Freund von Ganztagsschulen, ich finde es auch schön, wenn die Kinder ihre Freizeit haben und sich mit Freunden treffen können, die nicht auf ihrer Schule sind oder noch Zeit in ihrer Familie haben können, das ist nicht immer umsetzbar, weil viele Eltern auch arbeiten müssen, aber da sollte man das Angebot offen halten."
Genau das haben die Sozialdemokraten vor: Ganztagsschulen sollen nach Elternbedarf ausgebaut werden. Außerdem setzen sie sich dafür ein, dass Themen wie sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität in der Schule behandelt werden. Außerdem soll es ein kostenloses ÖPNV-Angebot für die Oberstufe geben.
Die CDU gibt eine Unterrichtsgarantie und will künftig 5000 neue Lehrkräfte einstellen und eine Prämie für Lehrer und Lehrerinnen auf dem Land einführen.
Lesen, Schreiben, Rechnen und Englisch soll weiter gefördert werden und Schulen sollen neue digitale Geräte und Software erhalten.
Alle Parteien sind sich einig: Es müssen mehr Lehrkräfte her, die Bezahlung und Ausbildung verbessert werden.
Lisa und David Dlugosch sind bisher mit der Grundschule ihrer Kinder zufrieden. Der 10-Jährige Luis übrigens auch:
"Das ist gut, dass sie halt im Dorf ist, ich kann immer mit dem Roller hinfahren, ich hab auch eine sehr nette Klasse, wir halten immer gut zusammen. Ich hab eine gefühlt der besten Lehrerinnen auf der Schule, die ist immer sehr nett."
Sowas hört man doch gern von den Kleinen!
Aber da wäre ja noch die anderthalbjährige Lila, die NOCH mit Mama Lisa zuhause ist:
"Wir haben den Waldkindergarten 2-3 Dörfer weiter, wo Lila dann hingehen soll, wo auch die Großen schon beide waren // es ist ne kleine Gruppe mit 15 Kindern, 2 Erziehern."
Für die Dlugoschs ist es in Dettum vergleichsweise leicht einen Kitaplatz zu bekommen, das ist nicht überall so:
Die SPD will deshalb ALLEN Kindern wohnortnah einen Kitaplatz anbieten und eine 3. Kraft einführen. Jede neugebaute oder umgebaute Kita soll außerdem barrierefrei werden.
Genau das wollen auch die Grünen. Außerdem sollen Ganztagskitaplätze ausgebaut und die Qualität der Betreuung verbessert werden.
Auch die FDP will die frühkindliche Bildung fördern und
eine 3. Kraft einführen. Generell soll die Qualität der Betreuung in Kitas und die Fortbildung des Personals finanziell unterstützt werden.
Die CDU plant ein Brückenjahr, um den Übergang von Kita und Schule zu erleichtern und will Vorschulen wieder einführen. Es sind große Ziele, die sich die Parteien gesteckt haben.
Familie Dlugosch wünscht sich aber auch relativ kleine Veränderungen:
"Gerade bin ich dabei unseren Kinderspielplatz auf dem Gelände hier ein bisschen umzugestalten und das ist super super schwer, da Gelder für zu bekommen, also wenn die Gemeinde sagt, sie hat kein Geld über, das aber eigentlich eine Gemeindeaufgabe ist.
Ein Wunsch der vor der Landtagswahl am 9.10. hoffentlich noch bei den Parteien ankommt.
Familie Dlugosch blickt so oder so positiv in die Zukunft und versucht aus allem, das Beste zu machen