Zeit totschlagen, herumsitzen. Alltag für unsere Kollegin in der Flüchtlingsunterkunft Berlin-Tegel. Für 3000 Euro monatlich arbeitet sie hier als Angestellte des Arbeiter Samariter Bundes im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes.
Ihre fast einzige Aufgabe: Die sogenannte Bettenliste. Drei Mal am Tag muss sie kontrollieren, ob alle Bewohner anwesend sind. Dabei haben die ohnehin einen QR-Code um den Hals, der anzeigt, wo im Lager sie sich aufhalten.
Frei: “Wenn wir jetzt sagen, die sind nicht da, was passiert dann?” / “Nichts. Ich weiß nicht, ob die das überhaupt checken.”
Eine reine Beschäftigungsmaßnahme für die rund 10 Mitarbeiter pro Halle also? Der Arbeiter Smariter Bund schreibt: Die Bettenliste erfülle eine fürsorgerische Funktion. Auffällige Abwesenheiten oder längeres Verbleiben im Bett, würde so auffallen.
400 Euro zahlt das Land Berlin pro Tag pro Geflüchtetem. Doch danach sieht es hier nicht aus.
Liebe Grüße
Wohin das Geld fließt zeigt ein Blick in die streng geheimen Verträge zwischen dem Land Berlin und dem Deutschen Roten Kreuz, der Messe Berlin sowie der Tegel Projekt GmbH:
Danach ging 2022 1 Million Euro pro Monat allein in den Posten Leitung, Steuerung und Management. Nicht einmal die Abgeordneten im Berliner Senat kennen diese Summe – als sie den Vertrag sehen durften, waren alle wichtige Zahlen geschwärzt. Darunter auch die 15 Prozent Verwaltungsaufschlag, die die Messe Berlin zusätzlich auf alle Ausgaben bekommt. Beim Deutschen Roten Kreuz sieht es vermutlich ähnlich aus.
Den Verdacht, möglichst viele Mitarbeiter zu beschäftigen, um die Kosten in die Höhe zu treiben und davon zu profitieren, weist das Unternehmen zurück.
“Der Personaleinsatz richtet sich ausschließlich nach dem tatsächlichen Bedarf, fachlichen Standards sowie nach Vorgaben des Landes Berlin. Die Vergütung orientiert sich an den branchenüblichen Tarifen für gemeinnützige Träger und spiegelt die Anforderungen und Belastungen des Arbeitsumfeldes wider.”
438 Millionen Euro kostet das Lager pro Jahr. Und zwar uns Steuerzahler.