Auf Social Media häufen sich zum Jahresbeginn wieder diese Videos: Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Schlechte Gewohnheiten abschütteln. Das haben die Finnen schon im zweiten Weltkrieg gemacht und den trockenen Januar erfunden - heißt vier Wochen kein Alkohol. Seit einigen Jahren ist der sogenannte Dry January auch in Deutschland angekommen - und das aus gutem Grund: wir gelten als Hochkonsumland.
„Es reichen vier Wochen tatsächlich erstmal, um positive Effekte zu sehen, das heißt, das Hautbild wird sich verbessern“, sagt Ernährungsexperte Volker Manz. „Ich schlafe vielleicht auch besser und meine Gesundheit, das subjektive Empfinden, mehr Energie, das wird einfach kommen, weil ich Alkohol eben als Gift dann nicht mehr konsumiere. Natürlich sollte es langfristig sein, aber vier Wochen das mal durchzuhalten, dann wird es auch viel, viel einfacher fallen diesen Effekt auch langfristig übers Jahr bis zum nächsten Dezember auch hinauszutragen.“ Das gilt übrigens auch für den Verzicht auf Zucker.
Der neuste Trend auf Social Media: Die No-Buy-Challenge. Im Januar gibts keine neuen Klamotten, keine Deko oder andere Kleinigkeiten. Und das tut gut!
„Vorteile von Verzicht sind erstmal, dass ich mir bewusst mache, dass ich vielleicht an manchen Stellen zu viel konsumiere“, erklärt Ruth Marquardt, Psychologische Beraterin. „Und da ist es ganz egal, ob das Social Media ist oder Kleidung oder Alkohol, sondern ich bin bewusst damit befasst, zu reflektieren, was ich in meinem Leben übertreibe und wo es vielleicht sogar ein Bedürfnis, das ich nicht befriedige, überdeckt. Also wenn ich Alkohol trinke, will ich sehr oft Stress abbauen oder negative Gefühle nicht fühlen.“
Schon der Verzicht im Januar kann uns dabei helfen, Gewohnheiten auch langfristig zu ändern.