Eigentlich sollen Gewährleistung und Garantie uns Verbraucher schützen. Die Gewährleistung ist gesetzlich geregelt: Zwei Jahre lang muss der Verkäufer haften. Das Problem: Im zweiten Jahr muss der Kunde beweisen, dass er nicht schuld war. Das kritisieren Verbraucherschützer. Die Garantie hingegen gibt der Hersteller - und zwar freiwillig. Die Bedingungen kann er frei festlegen.
Wir verabreden uns mit einem Experten, der sich seit Jahren über vermeintlich schlecht konstruierte Geräte ärgert. Der Betriebswirt Stefan Schridde kennt viele Tricks der Hersteller, mit denen Produkte seiner Meinung nach absichtlich kurzlebig gemacht werden.
Ob Mixer, Steckdosen oder Druckerpatronen - gerade bei Druckern hat er eine klare Meinung: „Ich habe noch nie eine Branche gesehen, die es so kreativ versteht, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, wie die Druckerindustrie! Teilweise werden der Originaltinte Zusatzstoffe beigemischt, damit der Druckkopf kaputt geht, wenn man eine fremde verwendet.“ Ein krasser Vorwurf! In seinem sogenannten „Murkseum“ stellt er viele solcher Beispiele aus.
War früher alles besser? Viele von uns kennen noch Waschmaschinen, die seit 30 Jahren funktionieren. Es gibt sogar eine Glühbirne - die älteste der Welt - die seit über 120 Jahren leuchtet, ohne zu zerbrechen. Kaum vorstellbar, dass Ingenieure heute nicht mehr in der Lage sind, Qualität zu bauen. Zu diesem Thema haben wir vor einiger Zeit Professor Wolfgang Neef, den ehemaligen Vizepräsidenten der TU Berlin, interviewt.
„Wenn ich mit meinen Studierenden diskutiere, dann kommt ein Beispiel nach dem anderen aus dem Hörsaal, und alle sagen, sie sind wütend, sie sind empört, weil sie so nicht als Ingenieure arbeiten wollen“, sagte er uns damals. Was ist, wenn ein Student sagt: Ich will einen Drucker bauen, der zehn Jahre hält statt zwei? Dann heißt es: Das kannst du gerne machen, aber das ist nicht wirtschaftlich!
Wenn das alles so offensichtlich ist, warum tut dann niemand etwas dagegen? Wir fragen beim Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz nach. Dort heißt es: 2025 soll europaweit das sogenannte EU-Energielabel eingeführt werden, an dem man künftig auch die Reparierbarkeit erkennen kann. Vorerst gilt das aber nur für Tablets und Handys.
Und auch das kürzlich verabschiedete Gesetz zum „Recht auf Reparatur“ klingt erst einmal gut - warum aber auch das nicht wirklich etwas ändern wird, erklärt ein Techniker im Video.