Donald Trump ist erst seit wenigen Stunden im Amt und schon jetzt hat seine Präsidentschaft massive Einflüsse. Nicht nur auf die weltweite Politik – sondern auch auf Millionen Nutzerinnen und Nutzer auf Instagram und Facebook. Sie folgen dem 78-Jährigen plötzlich. Ungewollt.
Wenn sie seinem Vorgänger gefolgt sind, ist das noch ganz normal: Denn die Präsidenten-Accounts werden einfach umgestellt. Aber viele User berichten jetzt, sie seien automatisch hinzugefügt worden und könnten das so einfach nicht mehr löschen!
Und das passiert nicht nur in den USA, sondern auch hier in Deutschland, wie Andreas Greuel aus dem RTL-Verifizierungsteam bei Punkt 6 erklärt. „Eigentlich werden die Accounts migriert, also übergeben von einem zum nächsten Präsidenten. Das ist natürlich an der Stelle für viele Leute nicht so ersichtlich.“ Doch offenbar gibt es in diesen Tagen nicht nur den üblichen Weg. Stattdessen folgen viele User nun auch dem Präsidenten, obwohl sie vorher auch nicht Biden gefolgt sind. „Das haben wir gestern an vielen Stellen beobachtet“, sagt Greuel. „Viele haben davon berichtet. Auch hier im Haus.“ Besonders krass: Ihre ungewollte Followerschaft konnten sie offenbar nicht so einfach beenden.
Dass dahinter eine böse Absicht steckt, sei aber eher unwahrscheinlich. „Manche konnten aber auch gar nicht erst folgen“, so Greuel weiter. Seine Vermutung darum: „Es ist schon davon auszugehen, dass es hier wirklich ein technisches Problem gegeben hat.“ Der Fall zeige aber auch die ganze Problematik von Social Media, wenn man nicht selbst entscheiden kann, wem man folgt und was für Inhalte man sieht, sagt Greuel aus dem RTL-Verifizierungsteam bei Punkt 6 weiter.
Vor allem, weil das nicht der erste Fall in den vergangenen Tagen sei. „Es war jetzt schon der zweite Tage, bei dem Dinge passiert sind – gerade bei Instagram.“ So konnten viele User am Dienstag nicht mehr nach bestimmten Schlagwörtern suchen. Darunter beispielsweise „#democrats“, dort wurden keine Beiträge mehr angezeigt, sagt Greuel. „Während man bei dem Wort ,#republicans’ aber Beiträge gefunden hat.“
Für viele beängstigend, vor allem wenn man an die Nähe zwischen Trump und den erfolgreichen Tech-Moguln wie Elon Musk denkt. „Das ist schon etwas, über das wir uns Gedanken machen sollten“, sagt Greuel weiter.