Fehlende Betreuungsplätze// Darmstadt
OT Achim Nickchen, Augenoptikmeister: „Es macht einen wütend. Vor allen Dingen, wenn man sagt, ich muss meinen Job, den ich liebe, aufgeben.“
Diese Konsequenz muss der Familienvater ziehen, wenn er keinen Betreuungsplatz für sein Kind bekommt. Seit Monaten steht Achim Nickchen wegen der Betreuung für seinen Sohn auf der Warteliste. Sie gehören zu einer, der insgesamt 50 Familien in Wixhausen, die um einen Betreuungsplatz an der Georg-August-Zinn-Schule bangen. Auch die Kinder von Anastasia Prasser und Sarah Heiden werden im September eingeschult und haben noch keinen Betreuungsplatz. Für die Mütter ist klar, wer die Schuld für dieses Dilemma trägt.
OT Anastasia Prasser, Altenpflegerin: „Ich glaube tatsächlich, dass die Politik da geschlafen hat. Es war ja klar, dass so viele Kinder kommen. Es werden Neubaugebiete in Wixhausen gebaut, in die Neubaugebiete da ziehen ja die Familien mit Kindern und da haben sie ein bisschen geschlafen.“
OT Sarah Heiden, Erzieherin: „Ich würde schon sagen, dass es die Politik ist oder die Stadt, weil das auch von der Schule aus zurückgemeldet wurde, dass die Schülerzahl mehr wird.“
Die beiden Mütter haben gemeinsam mit Achim Nickchen und anderen Eltern eine Initiative gestartet, die versucht Druck auf die Stadt auszuüben. Eine, die das Stadtparlament schon seit Jahren vor einem Betreuungsdefizit warnt, ist SPD-Politikerin Anne Marquardt.
OT Anne Marquardt, SPD: „Der Stadtteil Wixhausen in dem wir gerade auch stehen, war in der Vergangenheit schon immer schlecht versorgt was Kindergarten- und Krippenplätze angeht. Und es ist natürlich zu erwarten, dass Kinder, die irgendwann mal in den Kindergarten gehen auch in die Schule kommen. Dann muss man eigentlich auch darauf reagieren und die Betreuungskapazitäten ausbauen.“
Holger Klötzner hat das Amt des Schuldezernenten erst vor wenigen Monaten übernommen. Seinen Vorgänger sieht er nicht in der Schuld. Aber warum ist dann keiner der Verantwortlichen dem Betreuungsausbau nachgekommen?
OT Hoger Klötzner, Schuldezernent: „Das liegt daran, dass ab 2026 ein Rechtsanspruch für Betreuung besteht für die Grundschule. Das heißt wir müssen die Kapazitäten Stück für Stück aufbauen. Und dummerweise ist es so, dass die Fachkräfte, die wir dafür brauchen nicht einfach vom Himmel fallen. Das ist ein langer Prozess, aber was wir jetzt schon gemacht haben ist für die GZA zusätzliche Räume gefunden, die sind 50 Meter entfernt von der Schule.“
Kurz nach diesem Interview steht fest, dass ab dem kommenden Schuljahr 20 weitere Betreuungspätze in Wixhausen angeboten werden. Trotzdem bekommen 30 Grundschulkinder erstmal keine Betreuung. Also geht das Bangen für einige Eltern weiter. Auch für Vater Achim Nickchen..Er wünscht sich dagegen:
OTon Vater
doch was bewegen kann... das wär schön, wenn ich das meinem kind zeigen kann.
Ein Wunsch, der den Vater zu Tränen rührt und der hoffentlich in Erfüllung geht!