Tills und Gretjes Mama bleibt nicht mehr viel Zeit. Sie hat Krebs im Endstadium. Im Herbst 2021 bekommt sie die Diagnose Brustkrebs, gilt nach der Therapie als geheilt. Aber dann die Schocknachricht:
OT Niklas Grahlmann, Vater
[01:00:37:03]
"Vor ziemlich genau einem Jahr ging es dann wieder los mit Hirnmetastasen. Eigentlich war es geheilt, aber es kam eben noch mal wieder und in dem Zuge wurde uns dann eben hier der Verein Lichtblick empfohlen.“
Regelmäßig kommmt Nicklas Grahlmann mit seinen Kindern vorbei, hier findet die Familie wichtige Unterstützung.
OT Niklas Grahlmann
[01:02:51:19]
„Die Arbeit, die hier gemacht wird, schweißt uns auf jeden Fall zusammen. Ja, es gibt uns ein gutes Gefühl, gibt den Kindern Sicherheit und das hilft uns allen auf jeden Fall sehr.“
Seit 2015 begleitet der Oldenburger Verein Lichtblick pro Jahr zwischen 80 und 90 Familien - nimmt Kinder von krebskranken Eltern an die Hand und vermittelt den Eltern wichtige Kompetenzen, um mit den Ängsten der Kindern umzugehen.
OT Angela Paradies, Gründerin "Lichtblick"
[00:47:10:06]
„Wenn man die Kinder rechtzeitig auffängt, also ihnen hilft, wie sie mit der Situation umgehen und vor allen Dingen , wenn man rechtzeitig den Eltern hilft , wie sie mit den Kindern in dieser Situation kindgerecht umgehen können, dann sind die Kinder nicht traumatisiert und sie werden auch nicht krank.“
Till und Gretje besuchen gemeinsame die Gruppe für jüngere Kinder. Das Thema heute ist der Kreislauf des Lebens.
OT Stephanie Just, Ehrenamtliche Helferin
[00:07:32:18]
„Wir zeichnen mit den Kindern einen Kreis, um den Kreislauf des Lebens zu symbolisieren, dass alles ein Beginn und ein Fortwähren hat und dass nichts im Leben wirklich vergeht und verloren geht, sondern dass alles immer wieder so sein seinen neuen Weg findet.“
Was der Lebenskreislauf bedeutet, haben die Schwestern Mila und Clara vor wenigen Wochen erleben müssen. Mama Jessica hat im vergangenen November den Kampf gegen den Krebs verloren.
OT Matthias Schlitzke, Zweifacher Vater
[00:25:13:16]
"Dann gab es eine Metastasierung in die Hirnhäute und die ist leider tödlich. Die ist heutzutage nicht behandelbar und meine Frau ist in dem am 18. November, die Jessica, verstorben."
Eine schlimme Zeit für die Familie, aber auch sie findet Halt im Verein.
OT Matthias Schlitzke
[00:27:27:10]
Klar, das Thema Mama fehlt, kommt immer wieder auf. Aber auch da hat der Verein und Angela dafür gesorgt, mir die Kompetenz zu geben, mit diesen Situationen umzugehen. Weil sonst, das Gesundheitssystem lässt einen komplett alleine und man kriegt keine Möglichkeiten jemanden zu bekommen, der einen an die Hand nimmt und dann zeigt, wie man richtig umgeht. Das gibt es einfach nicht. Und das passiert hier.“
Die KInder von krebskranken Elternteilen schon direkt ab der Diagnose aufzufangen, ist das Ziel des Vereins.
Dabei ist das Wir-Gefühl für die Kinder ein entscheidender Faktor.
OT Angela Paradies, Psychoonkologin
[00:43:42:07]
Also allein schon das Gruppengeschehen, gemeinsam etwas tun und zu wissen, alle sind in der gleichen Situation, alle haben ein krankes Elternteil oder Elternteil ist gestorben. Allein das ist schon heilsam.
Nach dem Malen lernen die Kinder , wie aus altem Leben neues entsteht. Dafür besprechen Sie gemeinsam den Kreislauf des Lebens an einer Sonnenblume.
OT Till Grahlmann
[00:20:23:21]
„Im Sommer kann man, kann man, könnte man die Kerne abpflücken und dann und dann in die Erde graben. Und dann wachsen da Sonnenblumen.“
Und das setzen die Kinder jetzt selbst um und pflanzen Samen in Tontöpfe.
OT Leonie Garvels, Ehrenamtliche Helferin
[00:35:11:23]
"Die merken, da kommt eine kleine Knospe, dann wird sie immer größer und immer größer. Irgendwann ist sie erwachsen, aber irgendwann gehört sie natürlich auch dazu, dass sie nicht mehr da ist, dass sie sozusagen verschwindet, dass sie stirbt. Das kann man natürlich auch auf das Leben übertragen, wie wir das gerade in dem Kreis schon gemacht haben, dass man dann quasi sieht, wie das ja im Leben so ist, dass diese Übertragung irgendwie stattfinden kann."
Teamleiterin Leonie Garvels arbeitet seit 2021 mit den Kindern erkrankter Eltern - und beobachtet regelmäßig eine positive Entwicklung:
OT Leonie Garvels, Ehrenamtliche Helferin
[00:36:57:01]
„Also mir gibt es immer das Gefühl, wenn wir in der Schlussrunde machen wir immer so einen Abschluss Kreis und sagen ja wie geht's denn heute? Und meistens geht es den Kindern dann immer besser, als sie angekommen sind und sagen ja, das war einfach ein schöner Ausgleich zum Tag . Oder? Jetzt geht es mir gut“
Gut geht es auch dem fünfjährigen Till, wenn er im Verein sein darf.
OT Till Grahlmann
[01:05:02:11]
„Wenn ich hier bin […] ist für Mami und Papi besser, denn dann haben sie eine längere Zeit alleine zu Hause.“ [01:04:38:04] „Und das freut mich am meisten, wenn hier sein kann.“ -> bis [01:05:33:01]
Deswegen wird die Familie in dieser schwierigen Zeit auch weiterhin an der Unterstützung des Vereins festhalten - eben ein echter Lichtblick und wichtiger Zufluchtsort.